Bad Neustadt

Leserforum: Demo nicht nur auf Bürgermeister ausgerichtet

Zum Artikel "Windpark: Menningers Rücktritt gefordert" meldet sich Demo-Redner Lothar Büttner zu Wort.

Die reißerische Überschrift dieses Artikels vermittelt beim neutralen Leser womöglich den Eindruck, dass der Fokus bei dieser Demo ausschließlich auf das Verhalten unseres Bürgermeisters gerichtet war. Diesem Eindruck möchte ich hiermit als Demo-Teilnehmer und Redner entschieden entgegentreten. Im Wesentlichen ging es bei den Reden um folgende Inhalte:

1. Wir wehren uns entschieden dagegen, als Energiewendezerstörer bezeichnet zu werden.

2. Unser Widerstand galt von Anfang an einzig der drohenden Umzingelung unseres Dorfes durch die beiden Parks und der bei Realisierung einhergehenden Einschränkung unserer Lebensqualität.  

3. Zu unserem rechtsstaatlichen Verständnis gehört es, dass jeder Bürger das Recht hat, vor einem Gericht zu klagen, wenn er sich in seinen Rechten verletzt fühlt. So gab es von Anfang an Klagen gegen die baurechtliche Genehmigung. Der VGH München hat nun entschieden, dass diese beiden Parks so nicht gebaut werden können. Wir fordern diese Entscheidung zu respektieren und nicht über „Hintertüren“ wieder auszuhebeln. Von der Rechtsinstanz (VGH München) festgestelltes Unrecht darf nach unserem Verständnis nicht rückwirkend wieder zu Recht werden! Über Recht und Unrecht dürfen nicht die besseren Beziehungen oder das Geld entscheiden!

4. Wargolshausen gehört den Wargolshäusern und somit den Menschen, die hier leben. Es darf nicht sein, dass Interessensverbände über unser ureigenes Lebensumfeld bestimmen. Jede Stadt und jede Kommune hat ein Recht auf Selbstbestimmung, dies muss Maßstab sein!

5. Interessensverbände und politische Mandatsinhaber manipulieren in unserem Fall nachweislich die Öffentlichkeit gezielt mit Teilwahrheiten, Unwahrheiten und populistischen Verallgemeinerungen. Diese Vorgehensweise wurde in den Redebeiträgen massiv angeprangert, sie entspricht nicht unseren Wertevorstellungen in der politischen Auseinandersetzung. Ein Teil dieses Manipulationssystems ist unser Bürgermeister. Wir verlangen von ihm Aufklärung, Offenheit und Transparenz. Er wurde ferner dazu aufgefordert, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und ggf. daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, in welcher Richtung auch immer.

Abschließend ist mir noch eine persönliche Klarstellung wichtig, die auch verdeutlich, wie manipulativ von dritter Seite die Öffentlichkeit getäuscht wird. Ich hatte in meinem Redebeitrag das Verhalten des evangelischen Dekans Dr. Matthias Büttner beanstandet, der mir schriftlich mitgeteilt hatte, dass er ebenso wie der katholische Dekan das Projekt ausdrücklich im Sinne der Energiewende für gut befindet und dies deshalb unterstützt. Ich hatte am Wochenende ein Telefonat mit Herrn Dekan Krefft. Er war empört und erschrocken darüber, dass er von Herrn Matthias Büttner hier instrumentalisiert werde. Herrn Dekan Krefft war die Botschaft wichtig: Wer gegen die Windräder ist, ist doch nicht gegen die Schöpfung!

Lothar Büttner
97618 Wargolshausen