Bad Neustadt

Konzert in Corona-Zeiten: Ein Abend vermisster Unbeschwertheit

Liegestuhlatmosphäre. Die neue Konzertreihe „Feierabend“ startete mit der Band „Famos.“ im Innenhof des Bildhäuser Hofes. Foto: Elisabeth Kritzer

Manchmal bedarf es gar keiner riesigen Instrumentenschar. Manchmal braucht man einfach nur eine Gitarre, zwei Singstimmen und Perkussion, um für einen unvergesslichen „Famos.-en“ Konzertabend zu sorgen. Die Akustikband ,,Famos.“ mit Sängerin Conny Morath, Gitarrist und Sänger Stephan Schmitt sowie Sebastian Landsleitner an Cajon und Perkussion bescherten dem Publikum im Bildhäuser Innenhof einen wahren akustischen Genuss, auch wenn der eigentlich obligatorische vierte Mann, Bassist Tommy Kraft, gerade im Urlaub ist. Passt ja eigentlich zum Motto des Abends: Das Konzert fand im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe ,,Feierabend“ der Tourismus und Stadtmarketing GmbH statt, die vier Konzerte an den Freitagabenden im August umfasst.

Sehnlichst vermisst: das Strahlen der Menschen

Endlich wieder vor Publikum freute sich die Band spielen, endlich wieder das ,,Strahlen der Menschen“ sehen dürfen. Und das Publikum freute sich aus dem Liegestuhl heraus über die Freude und Leichtigkeit, die „Famos.“ und die besonders Conny Morath herüberbrachte. ,,Wir haben das Publikum vermisst in den letzten Monaten!“ sagte die Profisängerin gleich zu Anfang.

Die 2009 gegründete Band ist in ganz Mainfranken unterwegs und bekannt. Als waschechter Bad Neustädter ist es für Sebastian Landsleitner natürlich Pflicht, in der Heimatstadt ein Konzert zu geben, da er ohnehin schon mit der Band ,,Spinnich“ in Bad Neustadt bekannt ist. Und auch der Karlstädter Stephan Schmitt und seine in Dublin geborene Frau und Bandkollegin Conny Morath genossen das Ambiente des Innenhofs, nachdem die Band in den letzten Monaten auf Online-Konzerte ausweichen musste. ,,Wir freuen uns, wieder hier sein dürfen! Hier haben wir vor elf Jahren bei einem Weinfest eins unserer ersten Konzerte gespielt!“, erzählte Morath.

Spontane Entscheidung je nach Stimmungslage des Publikums

Im Repertoire des Trios fanden sich Hits aus den 1930ern bis 2019 von Pop, Reggae und Blues bis hin zu Soul. Statt einem strengen Programm hieß es für die Musiker, spontane Entscheidungen je nach Stimmung der Zuhörer zu treffen, wodurch die Bad Neustädter ihr ganz individuell angepasstes Famos.-Konzert erhielten, auch wenn die Kirchenglocken zwischendurch eine andere Tonart anschlugen. Ein besonderer Höhepunkt war der Titelsong aus der Serie ,,Dark“. ,,Melody X“ von Bonaparte zeigte Moraths ganze Stimmkunst. Von ruhigen tiefen Tönen bis in die leichten Höhen verzauberte die Sängerin mit ihrer intensiven und gefühlvollen Stimme.

Stephan Schmitt zeigte in ,,Tennessee Whiskey“ sein Können in einem imposanten Gitarrensolo. Auch mit Elementen des Scattings brachte er das Publikum zum Jubeln. Besonders, als er dies im Wechselgesang mit den Zuhörern in einer Reggaeversion des Superhits ,,Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ von Popstar Nena einbrachte. Ein weiteres Highlight war das akustische Cover des sonst elektronischen Charthits ,,Dance Monkey“ von ,Tones and I aus dem vergangenen Jahr. Das Trio setzte den schnellen Beat auf seinen Instrumenten virtuos um und sorgte für eine ausgelassene Stimmung beim Publikum. In der Hitze entführte Famos. sogar in den Dschungel des berühmten Disneyklassikers ,,Dschungelbuch“ mit dem Song ,,I wanna be like you“ .

Mit ihrer charmanten Art und ihrem kunstvollen Gesang und Instrumentenspiel war der Abend im Innenhof des Bildhäuser Hofes ein entspannter Genuss der besonderen Art. Zu Erleben gibt es ,,Famos.“ am 9. Oktober wieder in der ,,HörBar“ in der Stadthalle.