Heustreu

Heustreu: Dreimal Photovoltaik für die Kläranlage

Dem hohen Stromverbrauch der Kläranlage des Abwasserzweckverbands Streu-Saale soll durch Investitionen in Photovoltaik umweltfreundlich begegnet werden. Foto: Stefan Kritzer

Die hohen Stromkosten der Kläranlage zwischen Heustreu und Rödelmaier sind dem Abwasserzweckverband Streu-Saale schon lange ein Dorn im Auge. Eine bereits seit Jahren Strom liefernde Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Technikhauses der Kläranlage produziert zwar eigengenutzten Strom, aber nur etwas mehr als ein Zehntel der benötigten Menge. Der Verband ist deshalb daran interessiert, die Produktion von Sonnenstrom auszuweiten, um die Stromkosten im Griff zu behalten.

Der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Georg Menninger (Hollstadt) betonte: "Wir haben nach wie vor einen sehr hohen Stromverbrauch." Mehrfach diskutiert wurde im Abwasserzweckverband deshalb die Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage auf einem Acker neben der Kläranlage. Hierzu müsste aber der Bebauungsplan der Gemeinde Heustreu geändert werden und der Verband die Kosten hierfür übernehmen. Was die Anlage dann ob der hohen Planungskosten weniger wirtschaftlich macht. Nachteilig hinzu kommt eine praktisch nicht mehr vorhandene Einspeisevergütung für solcherlei Anlagen, die überwiegend selbst genutzten Strom produzieren.

Genaue Berechnungen sollen angestellt werden

Auf den Weg gebracht hat der Abwasserzweckverband auf Anregung von Winfried Christ (Unsleben) deshalb die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf den kleinen Pumpstationshäuschen in Heustreu, Unsleben und Mittelstreu. Diese könne kurzfristig und ohne Genehmigungsverfahren erfolgen. Bis zur nächsten Sitzung sollen genaue Berechnungen erstellt und Angebote eingeholt werden.

Betriebsleiter Michael Tiede stellte der Kläranlage mit ihrer hohen Reinigungsleistung ein gutes Zeugnis aus. Gereinigt wurden in diesem Jahr bislang 425 000 Kubikmeter Abwasser, was in etwa der Vorjahresmenge entspricht.

Die Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Heustreu, Christina Saal stellte den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vor. Die Betriebskosten der Kläranlage werden 2021 auf 343 230 Euro veranschlagt. Hinzu kommt eine Investitionsumlage von 22 050 Euro. Die Gesamtumlage von 365 280 Euro ist von den Mitgliedsgemeinden zu tragen. Dabei entfallen auf Heustreu 90 822 Euro, auf Hollstadt (ohne Ortsteile) 78 902 Euro, auf Unsleben 82 304 Euro sowie auf Mittel- und Oberstreu 113 252 Euro.

In den kommenden Jahren wird die Entsorgung des Klärschlamms – derzeit rund 3000 Kubikmeter pro Jahr – nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen erlaubt sein. Eine Entwässerung des Klärschlamms und sogar eine Trocknungsanlage müsste der Abwasserzweckverband dann anschaffen, was Investitionen im hohen sechsstelligen Bereich nach sich ziehen würde. "Bis 2022 müssen wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen", betonte Georg Menninger.