Bad Neustadt

Herschfeld: Hölzerne Ginkgoblätter als Mahnmal

Mit Ginkgoblättern aus Holz auf den Baumstümpfen setzen die Klimaaktivisten von Fridays for Future in der Falltorstraße eine stilles Mahnmal bezüglich des drohenden Klimawandels. Foto: Paul Diestel

In den letzten Monaten war es ruhiger geworden um die Aktivisten der Fridays for Future-Bewegung. Jetzt sind sie wieder da, wenn auch der Protest mit einer künstlerischen Mahnmal in Herschfeld zu spät kommt. In der Falltorstraße haben die Aktivisten gemeinsam mit Bildhauer Paul Diestel hölzerne Ginkgoblätter auf den Stümpfen der sieben gefällten Ginkgobäume angebracht. Sie wollen damit ein Zeichen setzen für mehr Klimaschutz in der Stadt. Sieben jahrzehntealte gefällte Bäume könnten nicht einfach durch kleinere Neupflanzungen ersetzt werden.

Um mehr Parkraum zu schaffen hatte die Stadt in der vergangenen Woche die sieben Bäume in der Falltorstraßen fällen lassen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten gegen die Rodung protestiert und ihren Unmut darüber auch in einer Flut von Leserbriefen an diese Zeitung geäußert. Am Wochenende haben nun neben dem Bund Naturschutz auch die Klimaaktivisten von Fridays for Future Stellung bezogen. Der Bildhauer Paul Diestel (Unsleben) hat sieben hölzerne Ginkgoblätter angefertigt, die auf den Baumstümpfen daran erinnern sollen, dass eine solche Rodung ein Zeichen für den Autoverkehr und gegen die Natur und die Bürger ist.

Mehr Natur in die Stadt bringen

"Wir müssen mehr Natur in die Stadt bringen anstatt weniger!", heißt es in einer Stellungnahme, die Paul Diestel und Pauline Beck von Fridays for Future gegenüber den Medien bekanntgaben. Auf den hölzernen Blättern werden Forderungen nach einen verstärkten Kampf gegen den Klimawandel hervorgehoben: "Pariser Klimaabkommen gilt für NES!" ist ebenso zu lesen wie: "Wie erklären wir das unseren Kindern?" oder "Ginkgo = Baum der Zukunft".

"In Zeiten der Klimakrise richtet sich diese Entscheidung des Stadtrates gegen die Entwicklung Bad Neustadts zu einer Stadt mit ambitionierten Klimazielen und Vorbildfunktion", heißt es aus Sicht der Klimaaktivisten. Gerade der Ginkgobaum wird in den Forderungen zu einem Symbol im Kampf gegen den Klimawandel. Ginkgobäume sind enorm robust, sind resistent gegen Trockenheit und Hitze und somit ideale Bäume für Innenstädte, betonen Pauline Beck und Paul Diestel. Beide begrüßen zwar die Neupflanzung von sieben kleineren Ginkgobäumen zwischen den Parkflächen. Bis diese jedoch die Wirkung der unlängst gefällten Bäume entfalten, werden wohl einige Jahrzehnte vergehen.