Bischofsheim

Feuerwehr: Rhöner lernen Brandbekämpfung aus der Luft

Die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg übte in Veitshöchheim Brandbekämpfung mit dem Hubschrauber. Beteiligt war, neben der Feuerwehr,die Bundeswehr und Polizei. Und auch Bischofsheimer Kräfte probten den Ernstfall. Foto: Thomas Obermeier

In der vergangenen Woche spielten sich auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr in Veitshöchheim beeindruckende Szenen ab. Auf dem Gelände übten Feuerwehreinsatzkräfte den Ernstfall einer Brandlöschung aus der Luft mithilfe eines Helikopters. Zwölf Feuerwehrleute aus ganz Bayern absolvierten so bei einem Lehrgang der Staatlichen Feuerwehrschule (SFS) Würzburg die Ausbildung zum Flughelfer. Auch Christian Hoenen aus Bischofsheim war ein Teilnehmer der fünftägigen Schulung.

Bischofsheim einziger Flughelferstandort in Rhön-Grabfeld

Er ist Kommandant und seit er 14 Jahre alt ist bei der Feuerwehr. Die Feuerwehr Bischofsheim ist der nördlichste Flughelferstandort in Bayern und der einzige in Rhön-Grabfeld. "Die nächstgelegenen Standorte sind Aschaffenburg und Würzburg", sagt Hoenen. Somit spiele die Wehr bei der Unterstützung von Lufteinsätzen eine wichtige Rolle in der Region und darüber hinaus. Denn die Einsatzkräfte aus Bischofsheim können auch zu größeren Einsätzen in ganz Bayern gerufen werden.

"Das Schwarze und das Rote Moor trocknen immer mehr aus, da kann dann auch schneller ein Feuer entstehen."
Christian Hoenen, Kommandant

Die Ausbildung zum Flughelfer hält Hoenen deshalb auch für wichtig. Bisher habe es in Bischofsheim zwar noch keinen Einsatz aus der Luft gegeben, allerdings steige die Waldbrandgefahr auch in der Rhön. "Das Schwarze und das Rote Moor trocknen immer mehr aus, da kann dann auch schneller ein Feuer entstehen." Dabei herrsche bei Waldbränden immer ein Zusammenspiel von Bodeneinsatzkräften und Flughelfern. Diese Brände könnten nämlich nur teilweise aus der Luft oder vom Boden gelöscht werden, erklärt der Kommandant.

Vor der Praxis kommt die Theorie

Christian Hoenen ist Kommandant der Bischofsheimer Feuerwehr. Foto: Marion Eckert

Der Ablauf des Lehrgangs habe sich aufgrund von Corona nur wenig verändert. "Anstatt der ursprünglich geplanten 24 Einsatzkräfte, konnten nur zwölf teilnehmen", so Hoenen. Mit 17 Flughelferstandorten in Bayern war es so kaum möglich, dass mehrere Feuerwehrleute aus einer Wache teilnehmen. "Da aber kurzfristig ein Teilnehmer abgesprungen ist, konnte auch noch mein Kollege Marvin Hofmann dabei sein." Neben der Teilnehmerbeschränkung musste bei Lehrgangsbestandteilen, in denen Abstände nicht eingehalten werden konnten, Maske getragen werden.

Die ersten zwei Tage wurden für die Vermittlung der Theorie genutzt. Gastdozent Matthias Füller von der Polizeihubschrauberstaffel erklärte unter anderem technische Grundlagen und Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit dem Helikopter. Außerdem wurden die verschiedenen Arbeitsmaterialien wie die Wasserbehälter genauer erläutert.

Winschen und Lasteneinhängung sind essentiell für Flughelfer

Am Mittwoch begann die praktische Phase. "Zunächst wurde noch in der Halle der Feuerwehrschule die Lasteneinhängung erklärt", berichtet Hoenen. Im Anschluss ging es für die Einsatzkräfte dann auf den Übungsplatz. "Es wurden Ladungen eingehängt, Wasserbehälter befüllt und Arbeitsutensilien geflogen. Der erste Tag war also nur für das Einhängen und Transportieren von Lasten da."

Der vorletzte Tag war für das Üben des Winschens eingeplant. Hier werden Einsatzkräfte in die Winde des Helikopters eingehängt und können abgeseilt oder vom Boden hochgezogen werden. Bei dieser Übung mussten auch bestimmte Handzeichen für den Bordtechniker geübt werden. Für die Feuerwehr wird das Winschen vor allem für Einsätze im Gebirge gebraucht, um Einsatzkräfte zu Bränden zu bringen. Außerdem können damit eingeschlossene Feuerwehrleute aus einem Waldbrandgebiet befreit werden.

Am Freitag wurde das erlernte Wissen noch einmal getestet. Die Teilnehmer mussten eine Prüfung ablegen, um sicherzugehen, dass das Wichtigste behalten wurde. Außerdem wurden die verwendeten Materialien auf Unversehrtheit kontrolliert.

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Einsätze aus der Luft gewinnen an Bedeutung

"Bei uns in der Rhön wird zum Beispiel das Winschen wahrscheinlich nicht so oft vorkommen, weil wir nicht wirklich Gebirge haben", so Hoenen. Aber die Wehr in Bischofsheim könnte zu einem Katastrophenschutz in Garmisch oder Berchtesgaden gerufen werden. Und auch bei der Hochwasserrettung kommen immer wieder Hubschrauber zum Einsatz. Deswegen werde die Ausbildung für alle Lehrgänge gleich gehalten. 

"Wir haben wesentlich mehr Waldbrände als früher."
Horst Kühnlein, Lehrgangsleiter

Einsätze aus der Luft haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, sagt Horst Kühnlein, Lehrgangsleiter der SFS Würzburg. "Das liegt vor allem daran, dass wir wesentlich mehr Waldbrände haben als früher."