Bad Neustadt

Feiern trotz Quarantäne: Landrat appelliert an Bevölkerung

Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen sich Personen, die sich auf das Coronavirus haben testen lassen, in Quarantäne begeben (Symbolbild). Doch nicht alle Bürger in Rhön-Grabfeld halten sich an diese Vorschrift. Unter anderem deshalb appelliert Landrat Thomas Habermann ... Foto: Michael Reichel, DPA

Die Mitglieder des Corona-Krisenstabs sind beunruhigt über die aktuelle Corona-Situation im Landkreis Rhön-Grabfeld. Darüber informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Demnach wisse das Gesundheitsamt von einzelnen Fällen, in denen Betroffene unverantwortlich und leichtfertig mit Quarantänebestimmungen umgehen würden. Vor allem die Einhaltung der häuslichen Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis eintrifft, sei zwingend notwendig, heißt es. Nur so sei eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie möglich.

Das Landratsamt gibt zu bedenken, dass insbesondere von Feiern, die mitunter nicht im rein privaten Bereich und bei übermäßigem Alkoholkonsum stattfinden, ein hohes Infektionsrisiko ausgeht. Grundsätzlich werde das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, vom Robert-Koch-Institut aktuell als hoch eingeschätzt. Für Risikogruppen gar als sehr hoch, ist der Pressemitteilung zu entnehmen.

Landrat appelliert an die Bevölkerung, die Situation ernst zu nehmen

Aus diesem Grund appelliert Landrat Thomas Habermann an die Bürger in Rhön-Grabfeld, sich an die geltenden Hygienemaßnahmen und Beschränkungen zu halten. Es gelte, die Situation weiterhin ernst zu nehmen und wachsam zu bleiben, wird Habermann in der Mitteilung zitiert. "Wir beobachten, dass die Menschen auch in Rhön-Grabfeld zunehmend fahrlässiger mit den Vorschriften umgehen", sagt Habermann auf Nachfrage dieser Redaktion.

Dies gelte vor allem in Bezug auf Reiserückkehrer, von welchen laut Habermann derzeit die meisten Coronafälle im Landkreis ausgehen. Habermann: "Wer zurückkommt, sollte sich unbedingt testen lassen. Es bereitet uns große Sorgen, dass wir Fälle im Landkreis haben, bei welchen die Personen noch kein negatives Testergebnis haben, aber trotzdem sorglos und ausgelassen feiern."

"Private" Feiern von Gewerbetreibenden bereiten Sorgen

Als weiteres Problem nennt er "getürkte" Feiern von Gewerbetreibenden, die als Privatveranstaltung getarnt würden. Von solchen erführen die Behörden meist nur durch Veranstaltungsankündigungen in sozialen Netzwerken. Man werde gegen solche Veranstaltungen hart und entschieden vorgehen. Den Veranstaltern drohe ein Bußgeld im vierstelligen Bereich. Auch für Besucher könne die Teilnahme an solchen Feiern Folgen haben, wenn sie damit gegen geltende Regeln verstoßen.

"Derzeit haben wir die Lage mit relativ geringen Infektionszahlen im Griff, doch das Risiko steigt. Es kann ganz schnell gehen, dass man nach einer ausgelassenen Party 30 oder 40 neue Fälle auf einmal hat. Auch private 'Feiermeilen', wie wir sie in einzelnen Orten schon hatten, sind brandgefährlich. Im schlimmsten Fall müssten wir dann alles wieder zurückfahren. Einen Lockdown Nummer Zwei wollen wir in jedem Fall vermeiden", appelliert Habermann. 

Fünf Corona-Infizierte im Landkreis

Aktuell (Stand: Freitag, 4. September, 8 Uhr) sind im Landkreis Rhön-Grabfeld fünf Personen mit dem Coronavirus infiziert, geht aus dem Statusupdate des Landratsamtes hervor. Am Donnerstag, 3. September, 8 Uhr, waren vier Infizierte gemeldet worden.

Hinzukommen 203 Personen, die als genesen aus der Quarantäne entlassen werden konnten (Donnerstag, 3. September: 202). Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind im Landkreis Rhön-Grabfeld insgesamt acht Todesfälle zu beklagen. Damit sind bislang 216 Coronafälle in Rhön-Grabfeld bestätigt.