Bad Neustadt

Ein "kurioser" Jahrgang verlässt die FOS/BOS

Die Jahrgangsbesten der FOS/BOS wurden im Rahmen der Zeugnisübergabe besonders geehrt. Glückwünsche äußerten (von rechts) Landrat Thomas Habermann, Schulleiter Ralf Kaminski und Bürgermeister Michael Werner. Foto: Stefan Kritzer

Ein in Anbetracht der Umstände kurioser und wohl in die Geschichte der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule eingehender Jahrgang hat nun, mit etwas Verspätung, seine Abiturzeugnisse erhalten. In der Stadthalle wurde das Zeugnis der Fach- oder der Hochschulreife an nicht weniger als 173 Absolventen der FOS/BOS überreicht, darunter 61 Abiturienten aus dem Landkreis Bad Kissingen. Damit die Abstandsregelungen gewahrt werden konnten, fand die Zeugnisübergabe in drei Durchgängen statt, zu denen auch die Eltern der Abiturienten kommen durften.

Es ist und bleibt in diesem zweiten Schulhalbjahr alles anders. Auch an der FOS/BOS. Eigentlich hätten die erfolgreichen Schüler schon am 3. Juli das begehrte Abizeugnis erhalten sollen. Doch coronabedingt hat sich so vieles in diesem Schulhalbjahr verschoben, die Zeugnisübergabe war davon auch nicht ausgenommen.

Dennoch freuten sich die Abiturientinnen und Abiturienten über eine feierliche Zeugnisübergabe in der Stadthalle, die nun nach einigen Lockerungen durchgeführt werden durfte. Wenn auch ohne jegliches Rahmenprogramm und mit Mund-Nasen-Bedeckung bei Abholung der Zeugnisse.

"Covid 19 sorgte für sehr viel Verunsicherung im Vorfeld der Abiturprüfungen", sagte Schulleiter Ralf Kaminski in seiner Rede zu den Abiturienten. "Sie hatten eine Art der Prüfungsvorbereitung, wie sie noch kein Jahrgang vor Ihnen hatte", so Kaminski in Anbetracht der Coronakrise. "Aus dem Stolz heraus, es unter diesen Bedingungen geschafft zu haben, sollte in Ihnen die Erkenntnis erwachsen, dass Sie auch in außergewöhnlichen Zeiten zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage sind", sagte der Schulleiter und forderte die Abiturienten dazu auf, das Abizeugnis als Sprungbrett in einen neuen Lebensabschnitt zu nutzen. Sechzehn der 173 Abiturienten haben einen Notendurchschnitt mit einer eins vor dem Komma, unterstrich Kaminski.

Auch zwei Geflüchtete nahmen ihre Zeugnisse entgegen

Besonders freute sich der Schulleiter darüber, dass er Abiturzeugnisse an zwei Schüler überreichen durfte, die erst vor wenigen Jahren als Geflüchtete nach Deutschland gekommen waren. "Ein Erfolg, der höchsten Respekt verdient", sagte Ralf Kaminski.

Für hervorragende Leistungen in Seminararbeiten wie Referaten wurden zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten der FOS/BOS geehrt. Die Preise überreichten (von rechts) Landrat Thomas Habermann, Schulleiter Ralf Kaminski sowie Bürgermeister Michael Werner (4. von rechts). Foto: Stefan Kritzer

Landrat Thomas Habermann würdigte den Einsatz der Schüler in einer nicht so leichten Zeit. "Wir hoffen, dass Sie der einzige Jahrgang sind, der unter diesen Umständen Abitur machen musste", so der Landrat. Habermann forderte die jungen Leute auf, mit wachsamer Sorge in die Zukunft zu gehen. "Nehmen Sie den Schwung mit in die Zukunft", rief Bürgermeister Michael Werner den Absolventen der FOS/BOS zu. Elternbeirätin Janette Fraas betonte: "Ihre Bildung sichert unser aller Wohlstand." Aber, so Fraas, das Abiturzeugnis solle kein Freifahrtschaft für exzentrischen Erfolg sein, vielmehr solle die Hochschulreife in Aufmerksamkeit, Offenheit und Freiheit investiert werden.

Selbstbewusst gehen auch die Abiturienten mit der erreichten Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulreife um: Für die Schülermitverantwortung sagte Tammy Lotspeich. "Wir haben es uns selbst bewiesen, dass wir es drauf haben." Ein großes Dankeschön richtete Lotspeich an die Lehrer: "Unterricht in einer Pandemie war ja schließlich nicht Bestandteil Ihrer Ausbildung."

Auszeichnungen für Schüler

Auszeichnungen und Gutscheine für besondere Leistungen gab es für die jeweiligen Jahrgangsbesten. Fachoberschule: Ausbildungsrichtung Sozialwesen: Pauline Fiedler (Wollbach); Wirtschaft und Verwaltung: Ronja Schilling (Münnerstadt, Notendurchschnitt 1,0); Gesundheit: Anna Reith (Oberleichtersbach); Sozialwesen: Elena Schultheis (Oberstreu); Technik: Luis Kunik (Bad Königshofen); Wirtschaft und Verwaltung: Kevin Wehmann (Bad Neustadt).
Jahrgangsbeste Berufsoberschule: Ausbildungsrichtung Gesundheit: Lea Sauer (Sondernau); Wirtschaft und Verwaltung: Selina Fürst (Kleineibstadt); Technik: Niklas Müller (Salz).
Auszeichnungen von Sponsoren (Sparkasse Bad Neustadt, Informationskreis der Wirtschaft, Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld, Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen,Energie-Initiative Rhön-Grabfeld) für besondere Leistungen in Fachreferaten und Seminararbeiten erhielten: Ronja Schilling, Marvin Gibian, Tim Götzelmann, Florian Specht, Sebastian Gensler, Kevin Wehmann, Maria Kessler, Alex Wethmüller, Pauline Neugebauer, Simon Bittorf, Olesya Dmitruk, Nadja Bausenwein und Hannah Barthelmes.
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