Bad Neustadt

Digitale Einkaufsstadt als Ziel für Bad Neustadt

Im kommenden Jahr erfolgt der Start zu mehr Digitalisierung rund um den Einzelhandel in der Stadt. An der "Digitalen Einkaufsstadt" arbeiten künftig (von links): TS-Geschäftsführer Michael Feiler, Christine Lux und Jan Angermüller vom Verein Stadtmarketing, Projektmanagerin Anna-... Foto: Stefan Kritzer

Das KaufLokal als Präsenzplattform im Internet war der erste Schritt. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Stadt will ihre Händler und Gewerbetreibende im weltweiten Netz besser sichtbar und auffindbar machen. Eine "Digitale Einkaufsstadt" ist das Ziel des Stadtmarketings. In den kommenden beiden Jahren soll das Projekt über mehrere Zwischenschritte stetig vorangetrieben werden. Zu Beginn des neuen Jahres erfolgt der Startschuss.

"Die Innenstadt könnte zu einem digitalen Viertel werden", sagte Michael Feiler, Geschäftsführer der Tourismus und Stadtmarketing GmbH (TS) in einem Pressegespräch. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Stadtmarketing und natürlich unter dem Schirm der Stadt soll nach der Einrichtung des KaufLokals noch viel mehr in Sachen Digitalisierung und Internetpräsenz des Einzelhandels passieren. Unter dem noch sperrigen Titel "Integrierte Standortentwicklung durch Digitalisierung und Vernetzung in Bad Neustadt", kurz: InStaNES, will das Stadtmarketing den für die Stadt richtigen Mix aus stationärem Handel, Kernkompetenzen wie Beratung und dem Auftritt in der weltweiten digitalen Welt ausarbeiten. "Um das zu erreichen, müssen wir erst eine Basislinie entwickeln", hebt Jan Angermüller vom Verein Stadtmarketing hervor. "Es müssen alle Händler für das Projekt abgeholt werden."

Kontakt per Internet zur Kundschaft

"Das KaufLokal war hierfür der erste Baustein", so Michael Feiler. Mittlerweile sind auf der im Coronajahr eingerichteten Website nicht weniger als 515 Unternehmen gelistet. "Die Digitalisierung hat durch die Coronakrise einen enormen Schub bekommen", sagt Feiler. Im nunmehr zweiten Lockdown bleibt vielen Einzelhändlern auch gegenwärtig nur der Kontakt per Internet zur Kundschaft. Allein das KaufLokal reicht hierfür aber noch lange nicht aus.

Im Rahmen des Projekts InStaNES sollen Händler in vielerlei Bereichen unterstützt werden. Die sozialen Medien sind so ein Bereich, aber auch Smart City Projekte wie digitale Informationspunkte könnten schon bald in der Stadt vorhanden sein, Abholstationen und Abholparkplätze wären vielleicht ebenfalls eine gute Idee.

Auf den schneller fahrenden Zug aufspringen

TS-Mitarbeiterin Anna-Lena Weber steht dem Projektmanagement von InStaNES in den beiden nächsten Jahren vor. Ihr Ziel wird es sein, neue oder bereits etablierte Internetportale weiter zu entwickeln und voranzutreiben. So sollen auch Problembereiche wie der Leerstand oder die Entwicklung eines Parkplatzmanagements in das Projekt integriert werden. "Wir müssen jetzt Gas geben, um auf den immer schneller fahrenden Zug noch aufzuspringen", sagt Anna-Lena Weber. Einzelhandel und Tourismus könnten in bestimmten Bereichen ebenfalls enger zusammenarbeiten. Natürlich ist auch die Lieferlogistik für den Einzelhandel ein wichtiges Thema.

Bei der Weiterentwicklung von InStaNES – für das Projekt soll noch ein griffigerer Name gefunden werden – werden Fachleute in Foren und Workshops in den kommenden Monaten ebenso gehört wie die Mitbürger. InStaNES wird vom Wirtschaftsministerium mit einem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent gefördert. Insgesamt kalkuliert die Stadt mit Kosten in Höhe von 192 000 Euro, die der Stadtrat bereits freigegeben hat. Die zweite Hälfte der Kosten tragen die Stadt, der Verein Stadtmarketing und die Tourismus und Stadtmarketing GmbH gemeinsam. Eine Startveranstaltung für InStaNES soll zu Beginn des kommenden Jahres, sobald es die Umstände zulassen, erfolgen.