Salz

Die Justiz trauert um Johannes Fink aus Salz

Die Justiz trauert um Johannes Fink aus Salz, der vor kurzem unerwartet gestorben ist.  Foto: Bildrechte: Gunther Fink

Die hiesige Justiz trauert um Johannes Fink. Der von seinem Umfeld als "sportbegeistert, politikinteressiert, hilfsbereit sowie bodenständig und bescheiden" charakterisierte Rechtsanwalt verstarb in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz vor seinem 81. Geburtstag in seinem Wohnhaus in Salz. Verantwortlich für den unerwarteten Tod war ein plötzliches Herzversagen.

Geboren wurde Johannes Fink im Dezember 1940 im heutigen Bad Königshofen als zweitjüngstes von vier Kindern der Eheleute Irmgard Fink und Ludwig Fink, welcher von den amerikanischen Besatzungskräften als erster Nachkriegslandrat des Altlandkreises Königshofen eingesetzt wurde.

Ebenso wie sein Vater und sein Großvater Franz Mauer schlug Johannes Fink nach der Ablegung des Abiturs in Münnerstadt die berufliche Laufbahn zum Juristen ein. Das mit einem Eintritt in die Studentenverbindung Cheruscia verbundene Studium der Rechtswissenschaften und das anschließende Referendariat führten ihn nach Würzburg, München und Wien.

Umzug von Heustreu nach Salz

Während dieser Zeit lernte "Hanno" Fink seine Ehefrau Gunhilde kennen, die er im Jahr 1965 in Pfarrkichen (Niederbayern) vor den Altar der Ehe führte und mit der er in Rhön-Grabfeld zunächst einen eigenen Hausstand in Heustreu begründete, wo seine Gattin auch als Lehrerin tätig war. Im November 1973 erfolgte dann der Umzug nach Salz, wo man schließlich heimisch wurde. In diesem Jahr wurde auch Sohn Gunther geboren, von dem die lange familiäre Anwalts-Tradition fortgesetzt wird.

Johannes Fink selbst wurde Ende September des Jahres 1968 zur Anwaltschaft zugelassen und stieg in die damals "Am Zollberg" in Bad Neustadt befindliche Kanzlei seines Vaters ein. Während seines Berufslebens erarbeitete sich der Verstorbene nicht nur im Landkreis Rhön-Grabfeld den Ruf eines angesehenen und äußerst seriösen Interessenvertreters, der zahlreichen Menschen in schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stand. Stets besonders am Herzen lagen ihm dabei die sozial Schwächeren. Bis zu seinem Tod war Johannes Fink als Rechtsanwalt zugelassen und insoweit ein geschätzter Ratgeber sowie Vertreter in juristischen Angelegenheiten.

Eine große Liebe für den Sport

Privat liebte er vor allem den Sport. Er spielte aktiv für den VfL Bad Neustadt Fußball und ließ für den Keglerkranz Heustreu die Kugeln über die Bahnen rollen. Skifahren, Tennis und Radfahren zählten ebenso zu seinen Hobbys. Die DJK Salz verliert mit dem Verstorbenen den Vorsitzenden ihrer Stiftung, für die er sich ebenso jahrelang ehrenamtlich engagierte. Ebenso wie für die örtliche katholische Kirchenverwaltung oder den Zentralvorstand der in Frankfurt ansässigen action 365, einer von Pater Johannes Leppig ins Leben gerufenen Vereinigung, die sich primär der Ökumene widmet.

Auch außerhalb seiner Arbeit als Rechtsanwalt war Johannes Fink gerne in Gesellschaft. Hier ist er gemeinsam mit seiner Ehefrau Gunhilde zu sehen. Foto: Bildrechte: Gunther Fink

Der gläubige Christ liebte nicht nur seine Familie, sondern auch das Kartenspiel und die Natur. Sein Garten stellte für ihn ebenso einen beliebten Rückzugsort dar wie das am Fuße des Kreuzberg gelegene Wochendhaus in der Rhön. Er zählte Mitte der 70er Jahre zu den Gründungsmitgliedern des Bad Neustädter Lions Club und war ein durchaus geselliger Mensch, der im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis auch immer wieder eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg erzählte.

Erinnerung an Bombenangriff im Krieg

Nämlich von jenem Bombenangriff auf Königshofen, bei dem auch eine angrenzende Molkerei mit hohem Schornstein zu den Zielen der Alliierten zählte. Wie etliche andere Bewohner der jetzigen Badestadt beabsichtigte hier auch die Familie Fink den Schutz eines Kellers aufzusuchen, in dessen Eingang schlussendlich eine Bombe detonierte. Da man aufgrund einer Verkettung im Nachhinein glücklicher Umstände selbst jedoch über den Hof nicht mehr rechtzeitig gefahrlos den vermeintlichen Schutzraum erreichen konnte und im bewohnten Anwesen verblieb, fand man sich nach dem Angriff lediglich in Trümmern wieder, während ein Großteil der in den Keller Geflüchteten der Tod ereilte.

Das Requiem wird angesichts der aktuellen Corona-Beschränkungen im engsten Familien- und Freundeskreis erfolgen. Die Aussegnung mit anschließender Urnenbeisetzung ist noch vor Weihnachten auf dem Sälzer Friedhof angedacht.