Herschfeld

Die Angst der Bürger vor der "Rennstrecke" in Herschfeld

Von der Kirchbergstraße in Herschfeld ist nicht mehr viel zu erkennen, die Bürger machen sich aber Gedanken, dass sie nach ihrer Fertigstellung zu einer "Rennstrecke" wird. Foto: Eckhard Heise

Das Thema Verkehr war und wird wohl auch weiterhin der Schwerpunkt bei Herschfelder Bürgerversammlungen sein. Fast alle Fragen drehten sich um diesen Bereich, konnten jedoch von dem aus dem Stadtteil stammenden Bürgermeister Michael Werner aber meist gut beantwortet werden, zumal er sich auf heimischem Terrain bewegte und die Verhältnisse bestens kennt. Außerdem waren die einzelnen Punkte meist schon in irgendeiner Form behandelt worden.

Gleichwohl der Veranstaltungsort coronabedingt von Herschfeld in die Stadthalle verlegt worden war, konnte das Stadtoberhaupt in einem gut besuchten Saal seinen Kurzvortrag über das allgemeine Geschehen in der Stadt halten. Seine Ausführungen hielt Werner knapp und sie glichen den Vorträgen, die er bereits bei den vorhergehenden Versammlungen gehalten hatte.

Welche Herschfelder Ereignisse der Bürgermeister aufzählte

Kurz erwähnte er nur die Ereignisse, die in der jüngsten Vergangenheit mit Herschfeld zu tun hatten, etwa das umstrittene Bauprojekt an der von-Guttenberg-Straße, den bereits begonnenen Bau der Kindertagesstätte am ehemaligen Sportplatzgelände, die Erschließung eines kleineren Baugebiets Helfert, die Sanierung des Spielplatzes in der Liebenthaler Straße und natürlich die Aktivitäten an der Kirch- und Falltorstraße.

An den Bereich der Durchfahrtsstraßen sowie der Zufahrt zum Rhön-Klinikum knüpften sich auch die meisten Wortmeldungen. Den Auftakt machte Detlef Zimmermann, der Ruhestörungen und Raserei in der Königshöfer Straße bemängelte, die auch der Bürgermeister bestätigte. Eine Abhilfe durch eine Reduzierung auf 30 Stundenkilometer konnte das Stadtoberhaupt aber nicht in Aussicht stellen, da Fachbehörden und Polizei einem solchen Vorhaben eine Absage erteilen.

"Recht prekäre Situation" vor der Bäckerei

Constantin Klüpfel sprach die Parksituation vor der elterlichen Bäckerei in derselben Straße an und forderte Maßnahmen, die verhindern, dass auf dem Gehweg geparkt wird. Doch auch in diesem Fall konnte Werner nicht auf den Vorschlag eingehen, räumte aber ein, dass gerade in dem Bereich eine recht prekäre Situation vorliege.

Volker Sommer befürchtet, dass sich Kirchberg- und Falltorstraße durch den Ausbau zu einer "Rennstrecke" entwickeln und bekam vom Bürgermeister zu hören, dass für Fahrräder nicht eine extra Spur vorgesehen ist. Da Sommer auch mit der Zunahme der Fahrzeugdichte rechnet, forderte der Herschfelder eine Vorrichtung, die Autofahrer, die vom Campus kommen, dazu veranlasst, die NES 20 zu nutzen.

In diesem Fall unterstützte Werner das Anliegen und versicherte, dass er mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen werde, da es für die Kreisstraße zuständig ist. In diesem Zusammenhang äußerte Johann Brandt ähnliche Befürchtungen im Bereich am Burgwald 20. Insbesondere wegen der Querverbindung mit der Burgstraße sei es hier gefährlich und es werde zu schnell gefahren. Hinzu komme, dass dort junge Familien leben würden.

Kein Standort für einen Wasserspielplatz vorhanden

Einem Wunsch nach einem Wasserspielplatz, den Johanna Saal äußerte, erteilte der Bürgermeister dann wieder eine Absage. In dem Bereich um das Schützenhaus, den die Herschfelderin als möglichen Standort vorgeschlagen hatte, besitzt die Stadt keine geeignete Fläche, bedauerte Werner.

Nach etwas über einer Stunde war dann auch schon die Versammlung beendet. Kreisrat und ebenfalls Herschfelder Egon Friedel war etwas überrascht über den ruhigen Ablauf. Er habe erwartet, dass das große Wohnbauprojekt für "Zoff" sorgt. Doch das Thema war gar nicht zur Sprache gekommen.