Schönau

Demenz-Selbsthilfegruppe "Vergiss mein nicht" feiert 20. Jubiläum

Zum 20. Jubiläum hat die Selbsthilfegruppe "Vergiss mein nicht" für pflegende Angehörige von Demenz- und Alzheimerpatienten zu einem besonderen Fortbildungstag in den Schönauer Kolpingsaal eingeladen. Das Bild zeigt von links: Referent Markus Proste, die Leiterin der Fachstelle f... Foto: Manfred Zirkelbach

Das 20. Jubiläum der Selbsthilfegruppe „Vergiss mein nicht“ für Angehörige von Demenz- und Alzheimerpatienten im Kreiscaritasverband Rhön-Grabfeld sollte eigentlich in einem festlichen Rahmen in diesem Jahr gefeiert werden. Die Umstände der Corona-Pandemie lassen dies allerdings derzeit nicht zu. Kein Grund für die Verantwortlichen der Gruppe mit ihrer Vorsitzenden Martina Heinrich, diesen Tag nicht doch in besonderem Maße zu begehen.

Der Welt-Alzheimertag am 21. September ist zudem immer ein Datum, um für Pflegekräfte und Angehörige einen besonderen Fortbildungstag anzubieten. Der Kolpingsaal in Schönau bot hierzu alle Voraussetzungen, alle Abstandsregeln konnten eingehalten werden. Mit Markus Proske war auch ein äußerst kompetenter Referent eingeladen worden, welcher seinen Zuhörern bei zwei Fachvorträgen und der Vorstellung eines interaktiven Demenzpfades wesentliche Einblicke zu den verschiedenen Krankheitsbildern vermittelte. Gekommen waren nicht nur Angehörige von Pflegebedürftigen und Interessierte, sondern vor allem Kräfte aus Pflege- und Krankeneinrichtungen im Landkreis.

Demenzberater und Buchautor

Markus Proske ist seit Jahren nicht nur als Demenzberater und Buchautor bekannt, er ist besonders als Humortherapeut ein gefragter Fachberater in Pflege- und Senioreneinrichtungen und hat dabei viele Erfahrungen gesammelt.  Mit seinen beiden Vorträgen "Demenz-Humor kann helfen" und "Kommunikation mit Dementen" vermittelte er seinen Zuhörern, wie man die Krankheit für Pflegende als auch ihren Pflegern erträglicher machen kann. Durch Humor könne ein besseres Verständnis untereinander entstehen, man könne befreiender und mit positiver Stimmung  mit dieser unheilvollen Krankheit umgehen.

Bei der Vorstellung eines interaktiven Demenzpfades mit mehreren Stationen konnten die Teilnehmer weiterhin die Gefühlswelt der Erkrankten kennen lernen, und vor allem Verständnis über deren Hilflosigkeit und Desorientierung gewinnen. Dabei konnte auch erspürt werden, wie sich ein von der Krankheit gezeichneter Mensch verändert und seine Umwelt ganz anders wahrnimmt.

Durchhaltevermögen und Sensibilisierung

Glückwünsche zum Jubiläum der Selbsthilfegruppe hatte zu diesem besonderen Tag die Geschäftsführerin des Kreis-Caritasverbandes Rhön-Grabfeld Angelika Ochs mitgebracht. Vor allem Martina Heinrich, welche die Gruppe vor nunmehr 20 Jahren mit zwei weiteren Frauen gegründet hat, und diese seitdem leitet und Johanna Dietz, der Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige beim Caritasverband dankte Ochs für ihre überragende Arbeit in den zurückliegenden Jahren. Diese Jahre bedeuteten großes persönliches Engagement, Lobbyarbeit, auch über die Landkreisgrenzen hinweg. Sie bedeuteten vor allem, immer wieder kreative Ideen zu entwickeln, Durchhaltevermögen und Sensibilisierung.

Angelika Ochs wies auch auf die Gruppe "Spurensuche" hin, die für Pflegende entstanden ist, die Menschen begleiten, die am Anfang der Krankheit stehen. Es hätten zudem in der Vergangenheit unzählige Unterstützungsangebote, Fachgespräche, Hilfen und Erleichterungen für pflegende Angehörige stattgefunden: "Ihr habt mit viel Fantasie die Realität von demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen mitgestaltet und erleichtert".

Kurzer Einblick in die vielfältige Arbeit

Ein ungemein wichtiges Thema habe die Gruppe "Vergiss mein nicht" angepackt, sagte Schönaus Bürgermeisterin Sonja Rahm in ihrem Grußwort. Sie wünschte allen Pflegenden viel Kraft für ihre schwierige Arbeit, sie selbst habe allergrößten Respekt vor den Herausforderungen, vor welche Pflegekräfte bei diese Krankheit gestellt würden.

Martina Heinrich und Johanna Dietz gaben selbst einen kurzen Einblick in die vielfältige Arbeit der letzten Jahre. Die Selbsthilfegruppe sei zu einer harmonischen Gemeinschaft zusammengewachsen. Die gegenseitige Unterstützung sei beispielhaft, es finde bei den monatlichen Zusammenkünften in der Mellrichstädter Sozialstation immer wieder reger Austausch untereinander statt. Mit Fachvorträgen und Fortbildungsangeboten gäbe man den Pflegekräften immer wieder aktuelles Arbeitsmaterial an die Hand, die Öffentlichkeitsarbeit werde intensiviert, an regionalen Gesundheitstagen sei die Selbsthilfegruppe immer wieder mit einem Informationsstand vertreten.