Bad Neustadt

"Danke, dass Sie uns schützen": Dreijährige malt Bild für Bad Neustädter Polizei

Die dreijährige Amandine hatte sich bei der Bad Neustädter Polizei mit einem selbst gemalten Bild für deren Arbeit bedankt. Nun durfte das Mädchen die Beamten in der Dienststelle besuchen. Foto: Polizei Bad Neustadt

Bei ihren Kontrollen der Einhaltung der Corona-Regeln stößt die Polizei derzeit nicht immer auf Verständnis bei der Bevölkerung. Umso mehr hätten sich die Beamten aus Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) deshalb über eine ganz besondere Zusendung gefreut, berichtete nun die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken. Die dreijährige Amandine aus Bad Neustadt hatte ein Bild für die Ordnungshüter gemalt, das bereits im März 2020 bei der Polizei im Briefkasten landete. "Danke, dass Sie uns schützen" ist darauf zu lesen.

Da dieses nicht gerade alltägliche Dankeschön mit Vornamen, Ausstellungsort und Alter des Mädchens versehen war, machte die Polizei die kleine Künstlerin schnell ausfindig. Bald darauf erhielt die Dreijährige einen Überraschungsbesuch von Michael Beetz und Miriam Bittorf von der Polizeiinspektion Bad Neustadt. Als Dank luden die Beamten Amandine in die Dienststelle ein, sobald es die Pandemie wieder zulassen sollte. "Wir haben uns über das Bild und vor allem die Worte sehr gefreut", sagt Bittorf gegenüber dieser Redaktion. Positive Worte höre man derzeit eher selten. "Umso schöner war es, in diese leuchtenden Kinderaugen zu sehen. Das ist die tolle Seite an unserem Beruf."

"Danke, dass sie uns schützen", schrieben Amandines Eltern stellvertretend für die Dreijährige über deren Bild für die Polizei. Foto: Polizei Bad Neustadt

Das Blaulicht wurde extra für Amandine eingeschaltet

Doch wie kam Amandine überhaupt auf die Idee, für die Polizei ein Bild zu malen? "Wir erklärten unserer Tochter, dass sie sich im Auto anschnallen muss, ansonsten werden wir von der Polizei angehalten", erzählt ihre Mutter. "Wir betonten aber auch, dass die Polizei das zu unserem Schutz macht und dass das gut für uns ist." Diesen Hinweis habe Amandine regelmäßig bei Autofahrten wiederholt. Bald darauf sei das Mädchen dann auf den Gedanken gekommen, sich bei den Polizisten auf besondere Art zu bedanken. Und die Eltern halfen dabei gerne mit.

Als die beiden Polizisten Beetz und Bittorf dann plötzlich vor der Tür standen, seien sie zunächst etwas erschrocken gewesen, erinnert sich die Mutter. Aber die zwei seien sehr einfühlsam gewesen, sodass das Eis schnell gebrochen war. Zum Abschied hätten die Beamten - zur Begeisterung von Amandine - sogar kurz das Blaulicht eingeschaltet.

Die Dreijährige darf Streifenwagen und Zellen erkunden

Die Besichtigung der Polizeiinspektion selbst musste pandemiebedingt allerdings noch etwas warten, in der Zwischenzeit habe man sich aber Briefe geschrieben, sagt Bittorf. Im Gegenzug habe sie immer mal wieder ein gemaltes Bild der Dreijährigen erhalten.

Nach über einem Jahr war es nun endlich so weit. Amandine durfte gemeinsam mit ihrer Mutter und zwei Freundinnen die Arbeit der Bad Neustädter Polizei unter die Lupe nehmen. Im Innenhof der Polizeiinspektion wurden die Gäste von Miriam Bittorf, Verkehrserzieherin Katharina Emmerling und vom ehemaligen Dienststellenleiter Florian Aut in Empfang genommen. 

Ein Dankeschön für das Dankeschön: Unter den wachen Augen von Verkehrserzieherin Katharina Emmerling und Freundin Nora durfte sich Amandine bei der Bad Neustädter Polizei hinter das Steuer eines Gokarts setzen und im Innenhof ein paar Runden drehen.  Foto: Polizei Bad Neustadt

Die Kinder durften Streifenwagen, Zellen und die Inspektion erkunden, sich Fingerabdrücke abnehmen lassen und sie erhielten Kinderpolizeiausweise mit einem persönlichen Foto als Erinnerung. Auch eine Fahrt mit einem Polizei-Gokart durch den Innenhof durfte nicht fehlen. Dessen Blaulicht hatte es der Dreijährigen besonderes angetan. "Die Polizisten sind meine Freunde", habe sie nach dem Besuch erklärt, berichtet ihre Mutter mit einem Schmunzeln.

"Wir werden das Kunstwerk in Ehren halten"

Jan Schubert, Nachfolger von Dienststellenleiter Florian Aut, empfand die "liebevolle und putzige" Geste von Amandine als große Bereicherung. "Wir wollen für die Menschen da sein und sie schützen. Es ist für uns nicht immer angenehm, Maßnahmen zur Überwachung durchzuführen." Da tue so ein Dank sehr gut. "Wir werden das Kunstwerk in Ehren halten", versprachen er und Miriam Bittorf.