Bad Neustadt

Corona-Fälle: Home-Schooling für Schüler der Bad Neustädter Wirtschaftsschule

Der Kindergarten Mühlbach, die 4. Klasse der Grundschule Herschfeld, eine 10. Klasse der Realschule Bad Königshofen sowie zwei 7. und eine 8. Klasse der Wirtschaftsschule Bad Neustadt befinden sich derzeit nach positiven Corona-Fällen in Quarantäne. Als erste Schule im Landkreis Rhön-Grabfeld hat deshalb nun die Bad Neustädter Wirtschaftsschule komplett vom Präsenzunterricht vor Ort auf Home-Schooling umgestellt. Das bestätigte Schulleiter Ralf Kaminski am Donnerstagmorgen auf Nachfrage dieser Redaktion.

Bestätigung für Home-Schooling über Facebook

Am Mittwochnachmittag hatte das Landratsamt in seinem Status-Update lediglich davon gesprochen, dass sich nun auch eine 8. Klasse der Schule in Quarantäne befinde. Nachdem ein Nutzer auf der Facebookseite des Landkreises kommentierte, dass die komplette Schule geschlossen habe, bestätigte der Landkreis via Facebook kurz darauf am späteren Mittwochnachmittag den Unterricht per Home-Schooling an der Wirtschaftsschule bis einschließlich 11. Dezember (siehe Screenshot). Am Donnerstagnachmittag erfolgte dann für die gesamte Öffentlichkeit die Bestätigung im täglichen Status-Update.

Auf den Kommentar eines Nutzers reagierte das Social-Media-Team des Landkreises Rhön-Grabfeld am späteren Mittwochnachmittag und bestätigte die Umstellung auf Homeschooling an der Bad Neustädter Wirtschaftsschule.  Foto: Screenshot: Facebookseite Landkreis Rhön-Grabfeld

Für Ralf Kaminski ist die Entscheidung, die er sich am Mittwoch bei der Schulaufsicht der Regierung von Unterfranken und dem hiesigen Gesundheitsamt genehmigen lassen musste, eine Vorsichtsmaßnahme. Da es sich bei den positiven Corona-Fällen um Lehrkräfte handele, erschwere dies die Situation, um Vertretungen für die Klassen zu bekommen.

Geordneter Unterricht so noch möglich

Er stellt jedoch hinsichtlich des Nutzerkommentars auf Facebook klar, dass seine Schule nicht geschlossen sei. Der Unterricht gehe für alle Schüler, die sich nicht krank gemeldet haben, nun eben nicht mehr im gewohnten Klassenzimmer, sondern über eine digitale Plattform in den heimischen vier Wänden weiter - mit allen verbindlichen Inhalten und möglichen Abgabefristen für Hausaufgaben. "So ist ein geordneter Unterricht möglich und wir gewinnen Zeit, um die Infektionslage in den Griff zu bekommen", so Kaminski.

Die Schüler der Klassen, die wegen der Corona-Fälle in Quarantäne geschickt worden sind, können derzeit am digitalen Unterricht teilnehmen, gelten aber laut des Schulleiters alle als Kontaktpersonen 1. Grades und werden nun zeitnah vom Gesundheitsamt zu einem Test aufgefordert.

Der Unterricht an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule laufe dagegen laut Ralf Kaminski momentan wie gewohnt weiter, da dort aktuell keine Lehrkräfte infiziert seien. "Corona überlagert momentan alles", gibt er auf Nachfrage zu, "eine Aufgabe, die sich über alles legt." 

19 neue Corona-Fälle zum Donnerstag in Rhön-Grabfeld

In Bezug auf die allgemeine Corona-Infektionslage in Rhön-Grabfeld schreibt das Landratsamt in seinem Status-Update, dass am Donnerstag ein weiterer Patient in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sei, damit sind nun insgesamt 15 Sterbefälle im Landkreis bestätigt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises hat dem Robert Koch-Institut (RKI) von Mittwoch auf Donnerstag erneut 19 neue Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen in Rhön und Grabfeld seit März ist damit auf 929 (Stand: Donnerstag, 0 Uhr) angestiegen. Dass sich die Zahlen momentan auf einem geringeren Niveau einpendeln, zeigt ein Blick auf den Donnerstag vor einer Woche. Hier wurden 22 neue Fälle registriert. Das hat auch zur Folge, dass der Abwärtstrend beim 7-Tage-Inzidenzwert weitergeht, wenngleich auch geringer, als die Tage zuvor. Er liegt nun bei 119,3 (Mittwoch: 125,6). Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche betrug er noch 205,9.

Am meisten Infizierte weiterhin im Raum Bad Neustadt

Aktuell (Stand: Donnerstag, 3. Dezember, 14 Uhr) gelten 235 Menschen in Rhön und Grabfeld als infiziert (Mittwoch: 228), davon befinden sich 16 in stationärer Behandlung (Mittwoch: 17). Diese Fälle verteilen sich momentan folgendermaßen auf die Altlandkreise: Raum Bad Neustadt 135, Raum Mellrichstadt 58 und Raum Bad Königshofen 42. Das Durchschnittsalter der Infizierten liegt bei 43,2.  

Von dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel angepeilten bundesweiten Wert von 50 ist jedoch der Landkreis noch weit entfernt. Das gilt auch für die Nachbarlandkreise von Rhön-Grabfeld. Im Landkreis Bad Kissingen liegt der Inzidenzwert am Donnerstag laut RKI bei 107,5 (31 neue Fälle, Gesamt: 846), im Landkreis Haßberge bei 183,7 (25 neue Fälle, Gesamt: 1117), im Landkreis Fulda bei 128,2 (71 neue Fälle, Gesamt: 2452), im Landkreis Schmalkalden-Meiningen bei 123,3 (15 neue Fälle, Gesamt: 1164) und im Landkreis Hildburghausen bei 409,8 (41 neue Fälle, Gesamt: 1241).