Bad Neustadt

Neues Gemeindehaus in Bad Neustadt: Eine ganz besondere Ernte

Zahlreiche Gläubige waren zur Einweihung des neuen Gemeindehauses neben der Christuskirche gekommen. Foto: Stefan Kritzer

Im feierlichen Rahmen eines Festgottesdienstes wurde das neue Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und damit des Dekanatsbezirks Bad Neustadt eingeweiht. Regionalbischöfin Gisela Bornowski forderte die Gemeindemitglieder dazu auf, das Haus nun, vor allem nach dem hoffentlich baldigen Ende der Coronazeit, mit Leben zu füllen. Ein großes Lob ging an die Architekten, die es geschafft haben, großzügige Räumlichkeiten in direkter Nachbarschaft zur Christuskirche zu errichten, die sich dennoch bescheiden vor dem Gotteshaus zurücknehmen.

Neben dem Segen, gesprochen von der Regionalbischöfin und Dekan Dr. Matthias Büttner, war ein verbindendes Orgelspiel des Kantorenehepaars Karin und Thomas Riegler der Höhepunkt des Gottesdienstes in der Christuskirche mit abstandsnotwendig bedingt wenigen Dutzend Teilnehmern. Mit einer kleinen mobilen Orgel spielte Karin Riegler im Durchgang zum neuen Gemeindehaus, Thomas Riegler spielte indes die große Hey-Orgel in der Kirche. Das gemeinsame Spiel hob die enge Verbundenheit des neuen Gemeindehauses zur Christuskirche hervor, die kennzeichnend für einen Profan- wie Sakralbau, für Gottesdienst und Alltag stehen soll.

Es ist genug für alle da

Im Gottesdienst vor dem Hintergrund des Erntedankfestes und dem Festtag "30 Jahre Deutsche Einheit" sprach Gisela Bornowski von "einer ganz besonderen Ernte". Das Evangelium um die "Speisung der Viertausend" nahm die Regionalbischöfin in ihrer Predigt zum Anlass, an die Hamsterkäufe zu Beginn der Corona-Pandemie zu erinnern und zu betonen, dass genug für alle da sei, wie das Evangelium lehrt. "Es ist genug für alle da, und deshalb kann auch ein Projekt wie dieses Gemeindehaus glücken", sagte Bornowski. "Jetzt braucht es Menschen, die das Gemeindehaus mit Leben füllen", so die Regionalbischöfin. Dekan Dr. Matthias Büttner richtete ein großes Dankeschön an die Evangelische Landeskirche, die einen Großteil der Baukosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro beigesteuert hat. Ebenfalls an den Kosten beteiligt haben sich Stadt und Landkreis sowie eine große Zahl an Einzelspendern, die auf einer Tafel im Foyer des Gemeindehauses aufgeführt sind.

Schritten gemeinsam von der Christuskirche durch den neuen Zugang ins neue Gemeindehaus: Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Dekan Dr. Matthias Büttner. Foto: Stefan Kritzer

Der stellvertretende Landrat Bruno Altrichter bezeichnete das neue Gemeindehaus als im Erscheinungsbild gelungen. "Es ist modern, attraktiv, aber gegenüber der Kirche in seiner Form zurückgenommen", so Altrichter. Bürgermeister Michael Werner hob die moderne Architektur des Gemeindehauses hervor, die in Verbindung zum historischen Kirchenbau geglückt sei. Der Festgottesdienst wurde musikalisch vom Kantorenehepaar Riegler gemeinsam mit Mitgliedern der Kantorei sowie Sopranistin Radka Loudova-Remmler und Tenor Gerhard Göbel aus Meiningen umrahmt.

Architekt stellte Gemeindehaus vor

Nach dem Gottesdienst stellte Architekt Rainer Kriebel vom Büro Grellmann, Kriebel und Teichmann aus Würzburg das Projekt Gemeindehaus im Rahmen des gesamten "Campus" rund um die Christuskirche vor. "Es sind zwei Architekturen, die sich nun zu einem Ganzen verbinden", sagte Kriebel in Bezug auf Kirche und Gemeindehaus. Letzteres punktet mit einem pavillonartigen Charakter, viel Glas an den Fassaden sowie im Innern mit Holz und Sichtbeton. Vor dem Gemeindehaus sprach Vertrauensfrau Ariana Hoch von einem neuen Kapitel für die Gemeinde. "Menschen finden hier zusammen", so Hoch. "Das Wir-Gefühl wird in Zeiten des Abstands gestärkt."