Sandberg

Walddörfer: Solidarität in Zeiten von Corona

Feuerwehr-Einsatz der besonderen Art: Der Vorsitzende Dominik Gebauer (links) und sein Stellvertreter Sven Pfeuffer gehen einkaufen. Telefonisch wird abgeklärt, was die Bürger, die sich bei ihnen melden, benötigen. Foto: Marion Eckert

Die Jugend ist in den Walddörfern in Zeiten der Corona-Pandemie sehr aktiv, um den älteren Mitbürgern bei Einkäufen und Besorgungen zur Seite zu stehen. Die Freiwillige Feuerwehr Sandberg, der Club '74 Schmalwasser und die DJK Waldberg bieten Einkaufsdienste an. "Wir lassen keinen im Regen stehen und bieten unsere Unterstützung an", heißt es auf dem Flyer des Club '74, und auch die Waldberger Fußballer möchte für ihre Mitbürger da sein. Ob Feuerwehr, Club oder DJK: Alle bieten den Einkaufsdienst ohne Kosten an.

Um vor allem die Risikogruppen, Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Leute, zu schützen, haben die Verantwortlichen der Feuerwehr Sandberg eine besonders pfiffige Methode entwickelt, um eine "keimfreie Geldübergabe" zu ermöglichen. Die Bestellungen können telefonisch oder per Whatsapp aufgegeben werden. Nach dem Einkauf wird der "Kunde" angerufen und der Betrag genannt. Das Geld kann dann in einem Kuvert, einer Schachtel oder Dose an einem vorher vereinbarten Platz am Haus hinterlegt werden. Die Einkäufer stellen die Waren vor die Türe oder in die Garage, der Platz kann flexibel vereinbart werden. Sollte der "Käufer" das Geld nicht passend haben, kein Problem: Die Feuerwehr hat eine Wechselgeldkasse angelegt.

Viele Freiwillige gemeldet

"Unsere Idee ist sehr gut angekommen. Wir haben in der ersten Woche viele Anrufe bekommen von Freiwilligen, die für andere einkaufen gehen würden." Auch Nicht-Feuerwehrler haben sich bei Dominik Gebauer und Sven Pfeuffer gemeldet. "Die telefonischen Absprachen machen wir natürlich nur, wenn die Leute damit auch einverstanden sind", betonten beide. Kunden werden auch zurück gerufen, wenn bestimmte Waren beispielsweise nicht zu bekommen sind. Dann können Alternativen direkt besprochen werden.

Allerdings werde der Einkaufsservice derzeit noch nicht gut angenommen. "Die Leute fahren häufig noch selbst einkaufen. Viele haben aber auch Angehörige, die sie versorgen und Einkäufe mitbringen", sagte Gebauer. Die Feuerwehr Sandberg werde das Angebot dennoch aufrecht erhalten, auch über den 19. April hinaus.

Auch Märkte und Gastronomie bieten Lieferservice

Aber nicht die Feuerwehr, DJK und der Club bieten für Ältere, Risikogruppen, Quarantänepatienten und alle, die aufgrund von Corona das Haus nicht verlassen können und auf Unterstützung angewiesen sind, ihren Service an. Auch der Frischemarkt Metz Thomas in Langenleiten und Sandberg bietet einen Lieferservice.

An alle Bürger richtet sich das Angebot des Gasthaus zum Hirschen in Schmalwasser und des Döner-Imbiss "Ali Baba". Sie bieten Abholservice und Straßenverkauf an. Die Bäckerei Degetsmühle aus Bischofsheim fährt mit dem Bäckermobil Waldberg, Schmalwasser und Kilianshof an.

Die Tage, Uhrzeiten und Kontakdaten finden sich auf der Homepage der Gemeinde  Sandberg. Dort ist ein Übersichtsplan zu Versorgungs- und Liefermöglichkeiten abzurufen (www.sandberg-rhoen.de).

Sabine Nasner, Fachkraft für die Walddörfer Senioren, bedauert, dass bislang die angebotenen Dienste von der älteren Bevölkerung kaum in Anspruch genommen werden. Die Info-Flyer seien an alle Haushalte verteilt worden.  "Gerade ältere Personen mit vorgeschädigter Lunge oder anderen chronischen Grunderkrankungen sollen geschützt werden. Da hilft aktuell leider nur die Kontaktvermeidung." Nasner wünscht sich, dass die Betroffenen die Angebote der Jugend und Vereine auch annehmen und ihr solidarisches Handeln unterstützen.

Sie selbst gibt Hilfestellung für alle anfallenden Fragen und wird sich ab dieser Woche bei den Senioren auch telefonisch melden, und nachfragen, bei was und welche Unterstützung benötigt werde. Sie ist  im Sandberger Rathaus zu erreichen unter: Tel.: (09701) 910015.