Unsleben

Unsleben: Zukunft der Apotheke steht in den Sternen

Wie geht es weiter mit der alten Apotheke von Unsleben? Am Gebäude müssen jedenfalls einige Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Foto: Eckhard Heise

In dieser Form hatten sich die scheidenden Gemeinderäte von Unsleben ihre letzte Sitzung wahrscheinlich nicht vorgestellt. Mit dem gebührenden Abstand trafen sich die Mandatsträger zu ihrer Zusammenkunft, bei der eigentlich eine große Verabschiedung vorgesehen war. Die reduzierte sich auf Grund der aktuellen Situation jedoch auf eine kurze Würdigung und den Hinweis auf eine offizielle Feier zu einem späteren Zeitpunkt.

Gremium wird fast komplett ausgewechselt

Ganz ohne Abschiedsworte wollte Bürgermeister Michael Gottwald seine langjährigen Ratskollegen aber nicht ziehen lassen. Er würdigte jeden Einzelnen mit persönlichen Worten. Das Gremium wird nahezu komplett ausgewechselt, nur zwei Mandatsträger bleiben im Amt. Ausscheiden wird Alexander Machon nach sechs Jahren; nach zwölf Jahren gibt Thomas Gensler sein Mandat ab; Michael Diestel wird nach zwölf Jahren nicht mehr dem Gremium angehören; Alfred Euring kommt auf 15 Jahre; Isolde Niemetz nimmt nach 18 Jahren Abschied aus dem Gremium. Der dienstälteste Rat und zuletzt stellvertretender Bürgermeister ist Wolfgang Geisler. Er scheidet nach 24 Jahren aus dem Amt.

Gottwald ging aber auch auf die aktuelle, durch die Pandemie verursachte lokale Situation ein. Dabei stellte er fest, dass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet sei. Im Kindergarten sind vier Kinder in der sogenannten Notversorgung, die Verwaltung befinde sich in erster Linie im Homeoffice.

Der Bürgermeister nutzte die Zusammenkunft aber auch zu einer Bilanz der vergangenen Legislaturperiode. Froh ist er, dass die Dorfsanierung so weit gediehen ist, denn die finanzielle Situation für Kommunen werde durch die Krise nicht gerade verbessert, befürchtet Gottwald. Trotzdem stehe auch noch das Alte Pfarrhaus auf dem Tableau. Weitergeführt wird auch die Konzeptionierung des Entwicklungsgebiets "Unsleben Nord". Im anschließenden nichtöffentlichen Teil bestellte das Gremium einen Planer für den Kernweg zur Biogasanlage, der ebenfalls weit oben auf der To-do-Liste rangiere.

Die Vorarbeiten für den Radweg nach Wechterswinkel seien so weit fortgeschritten, dass das Vorhaben nun bald umgesetzt werde. Auch beim Wohnprojekt Jahnstraße will die Gemeinde dran bleiben. Ebenso muss über das Schicksal des alten Schulgebäudes mit der Ausweisung von Krippenplätzen beschieden werden. Auf dem Plan steht noch die Renaturierung des Elsbaches. Schließlich soll das Städtebauentwicklungsprogramm im Bereich der Innenentwicklung weiter in Anspruch genommen werden. Entscheidungen müssen dann auch zur künftigen Nutzung des Rathauses getroffen werden.

Was passiert mit der Apotheke?

In den Sternen steht die Zukunft der Apotheke, deutete Gottwald außerdem an. Die derzeitige provisorische Unterkunft im Rathaus muss diesen Monat beendet werden , doch die Betreiberin habe sich noch nicht zur weiteren Vorgehensweise geäußert. Im eigentlichen Standort müssen aber noch Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Am historischen Gebäude seien einige Mängel aufgetreten, die auf jeden Fall beseitigt werden müssen, wie Gottwald befand. Wolfgang Geisler klagte in diesem Zusammenhang über "Pfusch" bei der Sanierung vor 15 Jahren. So vergaben die Mandatsträger einige Aufträge an dem Gebäude. Holzbauarbeiten übernimmt Stefan Hein für 1500 Euro. Aufwendiger sind jedoch die Arbeiten am Fachwerk sowie an den Gauben. Insgesamt fallen mit Aufstellen eines Gerüsts rund 15 000 Euro an.

Ferner segnete das Gremium einen Bauantrag für einen Anbau an einem Wohnhaus in der Wechterswinkler Straße ab. Der Bürgermeister gab zudem bekannt, dass im Vorjahr knapp 4500 Euro an Spenden bei der Gemeinde eingegangen seien. Der Hauptanteil davon besteht aus den Sitzungsgeldern der Gemeinderäte.