Bad Neustadt

Coronavirus legt nun auch Vereinsflugplätze lahm

Am Flugplatz Himmelreich in Bad Königshofen sitzt man zurzeit noch zusammen, allerdings nur im Freien und mit dem entsprechenden Abstand. Am Eingang zum Fluggelände wird auf die notwendige Hygienemaßnahmen verwiesen mit der Bitte, sich die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Foto: Hanns Friedrich

Alfred Hoffmann, Vorsitzender im Aero Club Bad Königshofen sitzt am Clubheim "Am Himmelreich" bei Merkershausen. Sein Blick und der einiger Fliegerkameraden geht nach oben. "Da kommen einem jeden Segelflieger die Tränen, das ist genau die Zeit, in der wir eigentlich unsere Flugzeuge aus der Halle holen und unsere Heimat aus der Vogelperspektive betrachten", sagt er. Natürlich sitzt man mit dem entsprechenden Abstand am Tisch und hat zuvor die Regeln befolgt, die der Clubvorsitzende am Eingang zum Clubheim angezeigt hat. "Gründlich Hände waschen" steht an einem Wasserhahn zu lesen, an dem es auch die Flüssigseife dazu gibt. Eigentlich sind ja die Vereinsheime geschlossen. Das aber sieht Alfred Hoffmann als Empfehlung und verweist auf die Terrasse, auf der man sich befindet, also im Freien. Ansonsten werden alle vorgegebenen Regeln eingehalten.

Am Dienstagmorgen haben die beiden Luftämter Nord- und Südbayern die Anweisung ausgegeben, dass Modellflug-, Hängegleiter-, Ultraleicht-, Außenstart- und Segelfluggelände sowie Flugschulen als "Einrichtungen, die nicht notwendigen Verrichtungen des täglichen Lebens dienen" geschlossen werden. Dem schließt sich auch der Deutsche Aero Club an. Das bedeutet, dass auch der gesamte Luftsportbetrieb in allen Disziplinen durch die Luftsportvereine vorerst einzustellen ist. "Als Luftsport-Verband Bayern bitten wir daher alle Vereinsverantwortlichen, aber auch alle Luftsportler entsprechend konsequent zu verfahren." Die Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April gelten. Danach  will man nach der aktuellen Lage-Einschätzung insbesondere des Robert-Koch-Instituts über das weitere Vorgehen entscheiden.

Flugbetrieb ist bis auf weiteres eingestellt

Diese Informationen haben am Dienstag die Flugsportvereine im Landkreis Rhön-Grabfeld erhalten und sofort an ihre Mitglieder weiter geleitet. So auch beim Flugsportverein Grabfeld in Saal an der Saale. Die Vorstandschaft verweist darauf, dass im Rahmen der Corona-Pandemie der Katastrophenfall für Bayern ausgerufen wurde. Das betrifft eben auch Vereinsheime und Sportgelände  und damit die Flugsportvereine. Vorsitzender Christian Schön und Fluglehrer Peter Volz verweisen darauf, dass der Flugbetrieb bis auf Weiteres einzustellen ist, Besuche am Fluggelände auf das absolut nötige, unvermeidbare Maß zu beschränken sind und das Vereinsheim geschlossen bleibt. Dies entspricht den Vorgaben der Luftämter, des Bayerischen Luftsportverbandes und des Deutschen Aero Clubs. Das bedeutet auch eine vorübergehende Stilllegung des Vereinslebens.

Hände gründlich waschen ist das Gebot der Stunde. Auch am Eingang zum Fluggelände ist Seife aufgestellt.  Foto: Hanns Friedrich

Peter Volz findet, dass die Maßnahmen nachvollziehbar und richtig sind, um die weitere Verbreitung des Virus zu minimieren. Bei allen Einschränkungen haben der Schutz und die Gesundheit unserer Mitglieder oberste Priorität. "Bitte passt auf euch und eure Mitmenschen auf und bleibt gesund!", heißt es in dem Schreiben. Dem schließt sich auch Alexander Vonderau, Vorsitzender des Aero Clubs Bad Neustadt, an. Er verweist allerdings darauf, dass man Starts und Landungen am Flugplatz Grasberg von Rettungs- oder Versorgungsflüge natürlich erlauben wird. Ansonsten ruht der Flugbetrieb und auch das Vereinsleben ist zum Wohl der Mitglieder still gelegt. Alexander Vonderau ist es ein persönliches Anliegen, sich an die Richtlinien zu halten und damit beizutragen, dass das Virus eingeschränkt und bekämpft werden kann. Man unterstütze die Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung voll und ganz.

Flugzeuge bleiben in der Halle

Matthias Schulze Dieckhof, Vorsitzender der Flugsportvereinigung Mellrichstadt e.V. unterstreicht diese Aussage. Auch er habe sofort veranlasst den Platz zu schließen. "Unsere Segelflug- und Ultraleichtflugzeuge bleiben in der Halle. Nicht so gravierend trifft es die Segelfluggemeinschaft Ostheim, sagt Vorsitzender Heinz Braungart. Man sei nur ein kleiner Verein, habe kein großes Vereinsheim und pro Jahr etwa 360 Starts, vor allem von Privatpiloten. Natürlich halte man sich an die Vorgaben und warte ab was nach dem 18. April geschieht.  Keine Bedenken hat Alfred Hoffmann vom Aero Club Bad Königshofen, wenn ein Flugkamerad alleine "in die Luft geht" und nach einem Rundflug wieder landet. Dies sieht er auch bei Modellfliegern, wenn diese genügend Abstand halten und nicht in Gruppen auftreten. Autofahren dürfe man ja auch mit mehr Leuten. Der Vorsitzende des Aero Club Bad Königshofen verweist in diesem Zusammenhang auf die vom Deutschen Aero Club ausgesprochenen Empfehlungen an die Luftsportvereine in Bad Königshofen, die dazu führen, dass zwei Großveranstaltungen im Modell- und Segelflug am Flugplatz abgesagt werden müssen. Die Flieger im Landkreis Rhön-Grabfeld hoffen, dass die Maßnahmen rasch und erfolgreich greifen und man möglichst bald zum Sport-Alltag zurückkehren kann. Bei allem gehe die Gesundheit vor.