Bad Neustadt

Jetzt schon zehn Corona-Infizierte in Rhön und Grabfeld

Am Rhön-Klinikum Campus in Bad Neustadt wurden sechs Container aufgestellt, die bei Überlastung von Bereitschaftspraxis und der Notaufnahme aktiviert werden. Foto: Thomas Pfeuffer

Update: Wie der Landkreis am Freitagmorgen (8 Uhr) mitteilte, ist die Anzahl der bestätigten, mit dem Corona-Virus infizierten Personen in Rhön-Grabfeld auf zehn gestiegen (neun in häuslicher Quarantäne, eine Person in stationärer Behandlung)

Die Verbreitung des Corona-Virus beschleunigt sich nun auch im Landkreis recht heftig. Waren am Mittwoch noch drei mit dem Virus infizierte Personen gemeldet, sind es am Donnerstagmittag schon acht Personen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. "Seit heute Vormittag: rasanter und dynamischer Verlauf", heißt es dazu in einer Mitteilung des Landratsamts zur aktuellen Situation in Rhön-Grabfeld. Damit ist nun wohl davon auszugehen, dass in nächster Zeit auch im Landkreis die Zahlen der Infizierten weiter ansteigen werden.

Einen etwas beruhigenden Aspekt gibt es allerdings auch. Von den acht bestätigten Fällen befinden sich sieben in häuslicher Quarantäne, da sie offensichtlich nur leichte oder keine Symptome zeigen. Ein Betroffener befindet sich allerdings weiter in stationärer Behandlung.

Dringender Appell: Nicht in Gruppen aufhalten

Aufgrund dieser Entwicklung bittet Landrat Thomas Habermann dringendst darum, Sozialkontakte auf das absolute Mindestmaß zu begrenzen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Er appelliert vor allem an Jugendliche, Eltern und Kinder, Treffen zu vermeiden und sich nicht in Gruppen zusammenzufinden. Gemeinsame Aufenthalte von mehreren Personen auf öffentlichen Plätzen - genannt werden als Beispiele Marktplätze, Spielplätze, und ähnliches - seien unbedingt zu vermeiden.

"Der weltweite Verlauf zeigt, dass die Erkrankungen bei einem Großteil der Bevölkerung harmlos verlaufen. Dazu gehören wir alle, soweit wir nicht vorerkrankt oder speziell immunsupprimiert sind. Gemeinsam schützen müssen wir aber vor allem die gefährdeten Personengruppen. Daher bitte ich Sie eindringlich: Vermeiden Sie alle unnötigen Sozialkontakte!", betont Landrat Habermann.

Auch wenn derzeit nicht nur im Internet verschiedenste Gerüchte kursieren, in welchen Orten und unter welchen Umständen es zu Corona-Infektionen gekommen sein soll, weist eine Sprecherin des Landratsamtes darauf hin, dass darüber aus Datenschutzgründen keinerlei Informationen erteilt werden könnten.

Soforthilfeprogramm für Betriebe und Freiberufler

Weiter wird in der Mitteilung auf eine Bitte des Schulamt an alle Eltern in systemrelevanten Berufen hingewiesen: Sollte in den kommenden Tagen Betreuungsbedarf für Kinder entstehen, die bisher noch nicht in den Notbetreuungen der Schulen gemeldet sind, soll die jeweilige Schule frühzeitig informiert werden.

Das Landratsamt weist zudem daraum hin, dass die Bayerische Staatsregierung ein Soforthilfeprogramm für Betriebe und Freiberufler, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind, eingerichtet hat. Demnach sind für Betroffene aus Rhön-Grabfeld Soforthilfen, in Höhe von 5000 bis 30 000 Euro bei der Regierung von Unterfranken abrufbar.  Informationen und das Antragsformular gibt es im Internet unter https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona

Auch am Rhön-Klinikum Campus hat man sich auf den Krisenfall vorbereitet. Im Bereich der Notaufnahme wurden sechs Container aufgestellt, die im Notfall aktiviert werden können, "wenn die Bereitschaftspraxis und die Notaufnahme den hohen Andrang an fußläufigen Patienten nicht mehr in den Räumlichkeiten der Klinik stemmen können", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Bürger-Telefonhotline (0 97 71) 94 800 ist an sieben Tagen pro Woche von 8 bis 18 Uhr für alle Bürger erreichbar.