Kreis Rhön-Grabfeld

Rhön-Grabfeld: Straub siegt hauchdünn, Anja Seufert abgewählt

In elf Gemeinden im Landkreis traten jeweils zwei Kandidaten im Kampf um das Bürgermeisteramt an. Wer hatte in welchen Gemeinden die Nase vorne? Foto: Philipp Schröders (Symbolbild)

Mit Spannung wurde in den Gemeinden des Landkreises Rhön-Grabfeld der Ausgang der Bürgermeisterwahlen erwartet. Wo bestimmt das bisherige Ortsoberhaupt weiter die Geschicke der Kommune und wo übernimmt ein neuer Bürgermeister das Ruder? In einer Stadt, in Fladungen, traten vier Kandidaten an, in Bad Neustadt und Mellrichstadt drei, in elf Kommunen zwei Kandidaten und in 20 Städten und Gemeinden gab es nur einen Bewerber. Wie lief die Wahl in den Gemeinden mit zwei Kandidaten ab? Hier ein Überblick:

Bastheim:

Die spaßige Bemerkung: "Bei uns wird auf jeden Fall Seufert die Wahl gewinnen" bekam man in Bastheim häufig vor der Wahl zu hören. Und dies trifft natürlich auch nach der Wahl immer noch zu. Doch die Spannung war spür- und fast greifbar. Die beiden Bewerber um den Bürgermeistersessel im Bastheimer Rathaus, die bisherige Amtsinhaberin Anja Seufert (43) und ihr Herausforderer Tobias Seufert (36), liefern sich bis zum Ende ein Kopf-an Kopf-Rennen. Dachte man zumindest. Am Ende hatte dann aber Tobias Seufert mit 850 Stimmen (68,22 Prozent) eindeutig die Nase vorne. Am Ende konnte die bisherige Bürgermeisterin 396 Stimmen (31,78 Prozent) der insgesamt 1260 Wählerstimmen auf sich vereinigen. Bei fast 50 Prozent Briefwählern hatte der Briefwahlvorstand allein über 800 Wahlbriefe zu öffnen und auszuwerten. Insgesamt gaben 69 Prozent der Wahlberechtigten in Bastheim ihre Stimme ab. (PA)

Großeibstadt:

Gerhard Jäger (49) heißt der neue Bürgermeister der Gemeinde Großeibstadt. Mit 54,96 Prozent wurde der Kandidat der Wählervereinigung Kleineibstadt gewählt. Er tritt die Nachfolge von Bürgermeister Emil Sebald (Kleineibstadt) an. Sein Gegenkandidat, Sebastian Neugebauer (Großeibstadt) von der Wählervereinigung Großeibstadt, erreichte 45,04 Prozent. Die Wahlbeteiligung pendelte sich bei 85,7 Prozent ein. Gerhard Jäger, ein gebürtiger Kleineibstädter, ist Bankkaufmann und führt mit seiner Frau in Kleineibstadt eine Landwirtschaft. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit zwölf Jahren gehört er dem Gemeinderat von Großeibstadt an. Sein Augenmerk will er in seinem neuen Amt auf die Jugend und die Senioren seiner Gemeinde richten. Wichtig ist ihm die Fortsetzung der Dorferneuerung, aktuell in Großeibstadt. Ein Thema in der Zukunft wird die Wasserversorgung sein. Gerhard Jäger will außerdem dem Leerstand entgegenwirken. (HF)

Hendungen:

Der alte und neue Bürgermeister von Hendungen heißt Florian Liening-Ewert. Er wurde mit einem eindeutigen Votum wiedergewählt und freute sich nicht nur über den klaren Wahlausgang zu seinen Gunsten, sondern auch über die hohe Wahlbeteiligung, die bei knapp achtzig Prozent lag. Gemeindewahlleiter Reinhold Seifert verkündete eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale das Endergebnis der Bürgermeisterwahl. Insgesamt 400 Stimmen entfielen auf Liening-Ewert und 142 auf seinen Gegenkandidaten Matthias Seifert. Somit wurde das bisherige Gemeindeoberhaupt mit 73,8 Prozent der gültigen Stimmen (542) eindrucksvoll bestätigt. (ILL)

Hohenroth:

Denkbar knapp fiel die Wahl in Hohenroth aus. Gerade einmal sechs Stimmen waren es, die dem amtierenden Bürgermeister Georg Straub dazu verhalfen, das Amt des Ortsoberhauptes weiterzuführen. Straub erhielt von den 1922 gültigen Stimmen 964. Das sind 50,16 Prozent. Sein Gegenkandidat Christof Herbert kam auf 958 Stimmen (49,84 Prozent). Dass es knapp wird, war beiden Kandidaten vorher bewusst. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,20 Prozent. Georg Straub erhielt vor allem in Hohenroth selbst viele Stimmen und in Leutershausen und Windshausen konnte Herbert punkten. (CHE)

Hollstadt:

Es kam, wie es die meisten erwartet haben: In Hollstadt hat wieder Georg Menninger (CSU) das Rennen gemacht. 514 Personen (55,39 Prozent) kreuzten den Namen des 55-jährigen Angestellten, der seit 1996 die Geschicke von Hollstadt lenkt, auf dem Wahlzettel an. Die aus Wargolshausen stammende Herausforderin Elsbeth Warmuth (52) war trotz ihrer Wahlkampagne "mit Herz" unterlegen, sie erhielt 414 und damit 44,61 Prozent der Stimmen. Um etwa 19 Uhr stand fest, dass Menninger mit einem Vorsprung von 100 Stimmen seine fünfte Amtszeit angehen kann. Seine Konkurrentin, die als selbständige Versicherungsfachfrau arbeitet, ist nach eigenen Angaben mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden, da es ihr gelungen ist, auch eine ganze Reihe Stimmen aus Hollstadt für sich zu gewinnen. Insgesamt gingen in Hollstadt 78,33 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl. (EH)

Oberstreu:

Um 19 Uhr war es bekannt. Mit 62,44 Prozent wurde Stefan Kießner, Kandidat von CSU/CBO, zum Bürgermeister von Ober- und Mittelstreu gewählt. Sein Mitbewerber auf dieses Amt, Christian Zirk aus Mittelstreu von der Bürgerliste Ober-/Mittelstreu (BLOM), erhielt 37,56 Prozent der Stimmen. Von den insgesamt 1247 Wahlberechtigten gaben 71,61 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Der 32-jährige Berufssoldat bekam die Nachricht zu Hause persönlich vom ehemaligen Bürgermeister und Wahlvorsitzenden Matthias Liebst überbracht. Gegenüber dieser Zeitung sagte Kießner, dass er sich auf die neue Aufgabe freue. Sein Ziel sei die Einigkeit der beiden Ortschaften. Er machte deutlich, dass keine Rivalität mit dem Gegenkandidaten bestanden habe. In den kommenden Wochen und Monaten werde der neugewählte Gemeinderat zunächst einen Formungsprozess durchlaufen. (GEL)

Saal:

Die neue Bürgermeisterin für die Marktgemeinde Saal heißt Cornelia Dahinten. Sie war von der CSU und der Bürgergemeinschaft Saal/Waltershausen nominiert worden und hatte mit Dieter Umhöfer einen Mitbewerber um das Amt an der Spitze der Gemeinde. Dahinten siegte mit 617 Stimmen (70,11 Prozent), auf Umhöfer entfielen 263 Stimmen (29,89 Prozent). Wie bereits berichtet, hatte der bisherige Bürgermeister Norbert Bauer aus familiären Gründen nach einer Amtsperiode nicht mehr kandidiert. Als großes Plus hatte die selbständige Friseurmeisterin Dahinten ihre zahlreichen Ehrenämter und ihre 18-jährige Erfahrung im Gemeinderat in die Waagschale geworfen. Umhöfer, 57-jähriger, selbständiger Kfz-Meister, ist hauptsächlich in Vereinen aktiv und wurde von "Neue Liste Markt Saal" und "Freie Wählergemeinschaft Saal" nominiert. Von 1226 Wahlberechtigten gingen in Saal 915 (74,63 Prozent) zur Wahl, 35 Stimmen waren ungültig. (REGI)

Schönau:

Sonja Rahm ist in Schönau zur 1. Bürgermeisterin gewählt worden. Damit ist sie in der Geschichte der Gemeinde die erste Frau, welche dieses Amt in den nächsten sechs Jahren bekleiden wird. Von den 780 gültigen Stimmen erhielt sie 441 Stimmen (56,54 Prozent). Ihr Gegenkandidat Ewald Johannes erhielt 339 Stimmen und 43,46 Prozent. Erster Gratulant war Bürgermeister Rudi Zehe, welcher der neuen Bürgermeisterin viel Erfolg wünschte. Sonja Rahm bedankte sich für das in sie gesetzte Vertrauen mit dem Versprechen, mit allen Bürgern ein vertrauensvolles Verhältnis zu pflegen und ihre volle Kraft für das Wohl der Gemeinde einzusetzen. Das Ergebnis nannte sie in einer ersten Reaktion als doch überraschend. Sie hatte wohl mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Ewald Johannes gratulierte der Wahlsiegerin und fügte an, dass er die Bürgermeisterin uneingeschränkt unterstützen wolle, sollte er für eine dritte Wahlperiode in den Gemeinderat gewählt werden. Von den insgesamt 1021 Stimmberechtigten in Schönau und Burgwallbach gaben 786 Bürger ihre Stimme ab, das sind 76,98 Prozent. Nur 6 Stimmen waren bei der Wahl ungültig. (ZIR)

Stockheim:

Martin Link bleibt erster Bürgermeister der Gemeinde Stockheim. Die Wahl am Sonntag brachte ein eindeutiges Ergebnis. Der 48-Jährige, der wieder als gemeinsamer Kandidat der Wählergemeinschaft Stockheim und der Bürgerlichen Wählergemeinschaft Stockheim in das Rennen um das höchste politische Amt der Gemeinde geschickt worden war, konnte sich klar gegen seine Mitbewerberin Karmen Wille von den Freien Wählern durchsetzen und tritt damit am 1. Mai seine dritte Amtszeit an. Von den 870 Stimmberechtigten hatten 73,68 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. 636 gültige Wahlscheine wurden abgegeben. Link konnte 443 der Stimmen auf sich vereinigen (69,65 Prozent), seine Gemeinderatskollegin Wille 193 (30,35 Prozent). Hoch war der Anteil der Briefwähler. 364 Bürger hatten diese Möglichkeit genutzt, um ihr Votum abzugeben. (EWIE)

Willmars:

In Willmars wurde der langjährige Bürgermeister Reimund Voß in seinem Amt bestätigt. Er wurde mit 207 Stimmen wiedergewählt. Das sind 57,50 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Elmar Hofmann bekam 153 Stimmen. Damit erhielt der Leiter der Polizeiinspektion Mellrichstadt 42,50 Prozent aller Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit 81,47 Prozent recht hoch. Reimund Voß leitet seit 2002 die Geschicke der Gemeinde Willmars. Der 56-Jährige ist Volljurist und arbeitet als Staatsanwalt im benachbarten Thüringen. Seit 20 Jahren ist er als Fußball-Schiedsrichter aktiv. Ein wichtiges Thema im Vorfeld der Wahl war bei beiden Kandidaten die Wiedereröffnung des Dorfladens in Willmars. (BGB)

Wülfershausen:

Um 18.30 Uhr stand das Ergebnis der Bürgermeisterwahl für Wülfershausen fest: Wolfgang Seifert bleibt im Amt. Mit 521 Stimmen (53,55 Prozent) siegte er gegen Mitbewerber Bernhard Kießner, der 452 Stimmen (46,45 Prozent) erhielt. Seit zwei Jahren ist Seifert Bürgermeister. Während Seifert in Eichenhausen wohnt, hat Kießner den Vorteil, sein Domizil in Wülfershausen zu haben, was bei den Bürgermeisterwahlen erfahrungsgemäß eine Rolle spielt. Der 63-jährige Finanzkaufmann Wolfgang Seifert ist seit über 30 Jahren Vorsitzender des CSU-Ortsvereins und wurde auch von der CSU nominiert. Bernhard Kießner war von den Freien Wählern nominiert worden, der 54-jährige Straßenwärter ist seit zwölf Jahren im Gemeinderat. Von 1.219 Wahlberechtigten in Wülfershausen gingen 991 zur Wahl, das ist eine hohe Wahlbeteiligung von 81,21 Prozent (990 Wähler). (REGI)