Unsleben

Die "Krone" in Unsleben geht wieder in Betrieb

Anna Stele und Petyo Petrov sind die neuen Pächter der "Krone" in Unsleben, die nach fast einem halben Jahr Pause am 7. März wieder ihre Türen öffnet. Foto: Eckhard Heise

Die Wartezeit neigt sich ihrem Ende entgegen: Am 7. März öffnet in Unsleben das "Gasthaus zur Krone" wieder seine Türen. Seit Oktober war das genossenschaftliche Wirtshaus geschlossen, doch nun geht es mit neuer Kraft und vor allem mit einer neuen Pächterin wieder weiter.

Anna Stele und ihr Partner Petyo Petrov betreiben künftig das Lokal und bringen dazu reichlich Erfahrung mit. Zuletzt hat die gelernte Köchin ein Restaurant direkt am Kurgarten von Bad Kissingen betrieben, nachdem sie 13 Jahre stellvertretende Küchenchefin der Klinik Heiligenfeld gewesen war. "Die Krone war Liebe auf den ersten Blick", erklärt sie ihren Wechsel, "in dem Gasthaus steckt so viel Herzblut, das hat mir imponiert".

Davon kann Michael Diestel ein Lied singen. Das Aufsichtsratsmitglied der "Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Dorfleben-Genossenschaft" ist maßgeblich am Aufbau der Gaststätte beteiligt und kennt die jüngste Vergangenheit bestens.

Genossenschaft leistete zahlreiche ehrenamtliche Stunden

"Es begann mit dem Kauf des seit langem leerstehenden Gebäudes im Jahre 2012", erzählt Diestel. Besitzer war Graf Waldburg-Wolfegg. Für den Erwerb war die Genossenschaft aus der Taufe gehoben worden, die daraufhin die Sanierung in Angriff nahm. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden oder Arbeitszeit, die in genossenschaftliche Anteile umgerechnet wurde – natürlich auch unter Zuhilfenahme von Fachfirmen – wurde erst das aus dem 19. Jahrhundert stammende Anwesen wieder aufgerichtet, dann der Biergarten hergerichtet und die historische Kegelbahn auf Vordermann gebracht. Schon im November 2013 konnte das Haus in Betrieb genommen werden.

"Seitdem gab es im Betrieb Höhen und Tiefen", schildert Diestel weiter. Die Gaststätte wurde stets gut angenommen: Die Ortsbevölkerung traf sich und Gäste auch von weiter außerhalb kehrten ein. Die Lage am Radweg sei ideal, und die Musikveranstaltungen im Biergarten zogen regelmäßig Gäste aus allen Teilen des Landkreises an.

Doch das hatte auch seinen Preis, denn um wirtschaftlich zu sein, musste weiterhin viel ehrenamtliche Arbeit eingebracht werden. Dann hatte man auch noch einmal Pech mit einem Koch, so dass der Aufsichtsrat nach der Kündigung des letzten Kochs die Reißleine zog und feststellte, dass auf Dauer das Haus unter genossenschaftlicher Regie nicht betrieben werden kann. So sei der Entschluss gefallen, die Einrichtung komplett an einen Pächter zu übergeben, der allein verantwortlich für das Haus sein soll.

Für Unsleben entschieden

Damit begann auch schon das nächste Problem. "Jeder weiß, wie es in der gastronomischen Branche aussieht - der Markt an geeigneten Interessenten ist komplett leergefegt". Durch einen Tipp sei er dann auf das Restaurant in Bad Kissingen aufmerksam gemacht worden, schildert Diestel. Zunächst ohne sich zu "outen" testete eine kleine Gruppe das Essen und war "begeistert", wie Diestel versichert. Dann kam der erste Kontakt zustande, Anna Stele schaute sich die "Krone" und noch zwei weitere Restaurants an und entschied sich für Unsleben.

"Wir lieben das Landleben und das historische Ambiente des Gasthauses", schwärmt die neue Pächterin. Und um den Wechsel vollständig zu machen, bezog sie mit ihrem Lebensgefährten auch noch eine Wohnung über der Apotheke.

"Ich hab schon Respekt vor der Aufgabe in einem solch großen Betrieb", räumt Anna Stele ein. Aber sie habe ein gutes Gefühl und viel Unterstützung aus der Genossenschaft. Außerdem will sie nicht allein mit ihrem Lebensgefährten den Betrieb führen, sondern noch einen Koch und Bedienungen anstellen.

Auch das kulinarische Angebot stehe in groben Zügen schon fest. Wert lege sie auf eine regionale Küche aus regionalen Produkten, Fisch soll auf der Speisekarte stehen und vegetarische Gerichte. Das Haus ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Im Sommer wird es auch wieder die regelmäßigen Musikevents im Biergarten geben "und da ist die Genossenschaft als Unterstützung natürlich mit von der Partie", versichert Diestel.