Bad Neustadt

Corona: Maskenpflicht und Intensivbetten - So ist die Lage in Rhön-Grabfeld

Vor seinem Eingang weist Kaufland in Bad Neustadt darauf hin, dass aufgrund der geltenden bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung derzeit die Maskenpflicht auch auf den Parkplätzen und im Parkhaus gilt. Foto: Björn Hein

Nach einer "Nullerrunde" am Dienstag in Sachen Corona-Neuinfektionen in Rhön-Grabfeld sind dem Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch (Stand: 0 Uhr) 19 neue Corona-Fälle aus dem Landkreis gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Fälle ist damit von 891 auf 910 angestiegen.

Dennoch ist der 7-Tage-Inzidenzwert, der die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohnern im Landkreis angibt, erwartungsgemäß gesunken. Betrug er am Dienstag noch 167, lag er am Mittwoch bei 125,6. Das erklärt sich- wie berichtet - aufgrund der 52 gemeldeten Corona-Fälle vom 24. November, die nun nicht mehr in der Statistik berücksichtigt werden. Für den Donnerstagswert sind dann 24 Fälle nicht mehr relevant.

228 Fälle aktuell

Am Mittwoch (2. Dezember, 14 Uhr) meldete das Landratsamt in seinem täglichen Status-Update 228 Covid-19-Infektionen von Rhön-Grabfelder Bürgern (Dienstag: 227). Davon befinden sich 17 (Dienstag: 18) in stationärer Behandlung. Diese können in verschiedenen, umliegenden Krankenhäusern liegen.

Wie es weiter im Update heißt, hat sich die Liste der Schulklassen erweitert, die sich derzeit in Quarantäne befinden. Wegen eines positiven Coronafalls steht mit der 8. Klasse der Wirtschaftsschule in Bad Neustadt neben der 7a nun eine weitere Klasse dieser Schule unter Quarantäne. 

Viele Infizierte waren bereits zuvor in Quarantäne

Dass es in den vergangenen Tagen in Sachen Neuinfektionen etwas ruhiger zuging, liegt laut Julia Weber vom Presseteam des Landkreises unter anderem daran, dass man die Nachverfolgung von Kontaktpersonen gut im Griff habe. Bis auf wenige Ausnahmen habe es sich beispielsweise bei den 52 gemeldeten Corona-Fällen vom 24. November fast ausschließlich um Personen gehandelt, die zuvor vom Gesundheitsamt bereits als Kontaktpersonen 1. Grades eingestuft worden waren und sich deshalb schon vor ihrem positiven Testergebnis in Quarantäne befanden. Eine weitere Ansteckungsgefahr sei deshalb von diesen Infizierten nicht ausgegangen, so Weber.

Aufgrund der derzeitigen Stabilisierung des Inzidenzwertes und der Tatsache, dass es in Rhön-Grabfeld keine größeren Corona-Hotspots gebe, sieht das Landratsamt momentan im Gegensatz zum Landkreis Bad Kissingen keinen Anlass, beispielsweise die Maskenpflicht auf belebte, öffentliche Plätze oder Fußgängerzonen auszuweiten.

Maskenpflicht auch auf Lebensmittelparkplätzen

Bezüglich der Maskenpflicht vor Geschäften und Supermärkten verweist Julia Weber auf die aktuell geltende Fassung der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die vorerst bis einschließlich 20. Dezember gilt. In dieser heißt es, dass für das Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen Maskenpflicht in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und auf Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen gilt.

Etwas Verwirrung könnte zuletzt entstanden sein, was die Anzahl der Corona-Patienten angeht, die sich auf der Intensivstation befinden. So gab das Landratsamt am Dienstag in seinem Status-Update bekannt, dass sich am Bad Neustädter Rhön-Klinikum Campus aktuell kein Covid-19 Patient mehr auf der Intensivstation befinde. Im DIVI-Intensivregister, welches die freien und belegten Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern angibt, ist zum Stand Mittwoch, 2. Dezember, 14.19 Uhr, jedoch von 25 Covid-Fällen die Rede, die sich momentan am Campus in intensivmedizinischer Behandlung befinden.

25 Covid-Fälle liegen auf der Wachstation

Diese Information des Landratsamtes bestätigt Dr. Michael Schneider, der auch im Krisenstab des Landkreises sitzt, am Mittwoch auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Campus erklärt, dass das Intensivregister für den normalen Nutzer nicht zwischen den sogenannten "Low Care"- und "High Care"-Betten unterscheidet. Bei den erwähnten 25 Covid-Fällen handele es sich um Patienten, die sich derzeit in einem "Low-Care"-Bett auf der Wachstation befinden.

Die Wachstation ist laut Schneider per Definition keine Intensivstation, sondern eine Station, die sich als Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalstation versteht. Dort kann die normale Beatmung der Patienten bei Bedarf über eine Gesichtsmaske unterstützt werden, zudem erfolgt eine Überwachung über Monitore. Bei einem "High-Care"-Beatmungsplatz befinde sich der Patient dagegen im Koma, werde intubiert und ausschließlich über eine Maschine beatmet. Einen solchen Platz habe auch am Mittwoch kein Patient am Campus benötigt, so Schneider abschließend.