Bad Königshofen

Therapiebecken für FrankenTherme: Geduldsprobe bis Frühjahr 2021

Blick auf die Frankentherme mit ihrem neuen Rutschenturm. Östlich des Bestands könnte einmal ein neues Therapiebecken entstehen. Foto: Lea Neu

Nach dem weitgehenden Herunterfahren des Betriebs infolge des Corona-Lockdowns ist in der Frankentherme in Bad Königshofen eine gespenstische Ruhe eingekehrt. Auch der Wohnmobilstellplatz ist seit gut einer Woche verwaist - und das wird mindestens bis Ende des Monats auch noch so bleiben.

Werner Angermüller spricht von einer deprimierenden Situation. Bis auf die Physiotherapie habe man praktisch alles andere einstellen müssen. „Der Großteil unserer Mitarbeiter befindet sich in Kurzarbeit“, so der Kurdirektor, der hofft, dass der Bade- und Saunabetrieb im Dezember wieder aufgenommen werden kann.

Bewerbung fristgerecht eingereicht

Zuversichtlich ist Werner Angermüller, was die Verwirklichung eines Bauprojektes betrifft und für das sich der Stadtrat von Bad Königshofen Anfang Oktober mehrheitlich ausgesprochen hatte: die Erweiterung der Frankentherme um ein neues Therapiebecken sowie umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der in die Jahre gekommenen Haustechnik. Hintergrund ist ein Projektaufruf des Bundes an die Stadt, sich um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zu bewerben. Dafür waren in einem Nachtrag zum Bundeshaushalt vor kurzem erneut Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Nach der ersten Hürde mit dem Stadtratsbeschluss folgte nun der zweite wichtige Schritt: Nach Auskunft von Stadt-Geschäftsstellenleiterin Elisa Sperl wurde der Projektvorschlag fristgerecht zum 30. Oktober beim Projektträger, dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, eingereicht. Im Frühjahr kommenden Jahres wird dann Klarheit darüber herrschen, ob die Bewerbung der Stadt Bad Königshofen erfolgreich war und sie in den Genuss eines Zuschusses kommt, der sich auf bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten belaufen könnte.

Drei Millionen Euro Investitionskosten

Dass die Stadt Bad Königshofen so schnell einen  Projektvorschlag zur Hand hatte, lag daran, dass die Entwürfe dafür quasi schon in der Schublade lagen. Denn die Erweiterung der Frankentherme um ein neues Therapiebecken ist Bestandteil eines Gesamt-Konzeptes für die Frankentherme.

So könnte es einmal aussehen: das neue Therapiebecken an der Frankentherme. Im Frühjahr kommenden Jahres fällt die Entscheidung darüber, ob es über ein neu ausgelegtes Bundesprogramm gefördert werden kann. Foto: Entwurf Architektengemeinschaft Ress

Entsprechend zügig konnte die Bad Königshöfer Architektengemeinschaft Ress alle erforderlichen Unterlagen für die Bewerbung zusammenstellen. Dazu gehört neben den Entwurfszeichnungen auch eine Kostenschätzung, die von Investitionen von insgesamt rund drei Millionen Euro netto ausgeht.

Angermüller: „Nachfrage ist da“

Das ist auch der Höchstbetrag, der gefördert wird. Die Kosten gliedern sich auf in das neue, rund 350 Quadratmeter große Bauwerk für das Therapiebecken einschließlich Übergang zur Therme  (rund eine Millionen Euro), die Technik für das neue Therapiebecken (rund 600 000 Euro), Sanierungen im Bestand (rund 900 000 Euro) und die Baunebenkosten (rund 500 000 Euro).

Im Projektaufruf wird betont, dass nur Baumaßnahmen gefördert werden, die von besonderer regionaler Bedeutung sind und positiv auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration hinwirken. Außerdem sollen die Projekte einen Beitrag zum Klimaschutz aufweisen. Nach Einschätzung von Kurdirektor Werner Angermüller werden diese Kriterien erfüllt, entsprechen optimistisch sieht er der weiteren Entwicklung entgegen. „Ein neues multifunktionelles Therapiebecken könnte für alle Altersgruppen viele gesellschaftliche Aufgabe erfüllen“, meint Angermüller.

Kinderschwimmkurse oder Wassergymnastik

Konkret nennt er Schwimmkurse für Kinder, verschiedene Therapien zur Prävention oder Wassergymnastik für Senioren. „Nachfrage wäre auf jeden Fall da“, so der Kurdirektor. Zudem böte sich bei einem positiven Bescheid die Möglichkeit für die Erneuerung der bestehenden Haustechnik. Die letzte große Sanierung in diesem Bereich liege  schon über 20 Jahre zurück. Sollte die Stadt im Frühjahr kommenden Jahres tatsächlich einen positiven Bescheid bekommen, müsste der Stadtrat erneut darüber beraten, ob das Projekt in die Tat umgesetzt werden soll. Bei einer Zustimmung könnte mit den Bauarbeiten dann eventuell schon im Frühjahr 2022 begonnen werden.