Merkershausen

"Schule fürs Leben": Bäuerinnen und Experten stehen bereit

Kreisbäuerin Margit Ziegler ist startklar: Mit ihr bieten mehr als 1000 Bäuerinnen und Bauern in Bayern Vorträge und Exkursionen an, um die Projektwochen "Schule fürs Leben" mit Inhalten zu füllen, zum Beispiel mit Themen aus dem Lebensmittelbereich. Foto: Regina Vossenkaul

"Schule fürs Leben" sollen die Projektwochen heißen, die in diesem Schuljahr verpflichtend eingeführt wurden. Einmal in der Grundschule und einmal in der Sekundarstufe sollen Schüler mit Themen konfrontiert werden, die im normalen Schulunterricht gar nicht oder zu wenig beachtet werden.

Die Forderung nach mehr Vermittlung von Alltagswissen war ein Teil des Volksbegehrens "Artenvielfalt - rettet die Bienen". Dabei wurde vor allem an das Wissen über Natur und Landwirtschaft, Klimaschutz und Praktisches für den Alltag gedacht. Schon 2013 hatte eine Unterschriftenaktion der Landfrauen im BBV gezeigt, dass der Bedarf riesig ist. 94 000 Menschen hatten das Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Angedacht war zunächst ein neues Unterrichtsfach "Alltagskompetenz und Lebensökonomie", das viele Themenbereiche abdecken könnte und dessen Einführung Ministerpräsident Markus Söder für alle Schularten bis zur 10. Klasse angekündigt hatte. Von den Plänen übrig geblieben ist eine mindestens fünftägige Projektwoche, die von den Schulen gestaltet werden soll.

Mehr als 1000 Höfe in ganz Bayern haben sich gemeldet

Die Landfrauen, die sich seit sieben Jahren dafür einsetzen, bieten ihre Unterstützung an, denn es ist klar, dass die Schulen in Zeiten von Corona viele Zusatzaufgaben zu erledigen haben. Mehr als 1000 Höfe sowie land- und hauswirtschaftliche Fachexperten in ganz Bayern haben sich gemeldet und schulen lassen, um Kindern und Jugendlichen Wissen zu vermitteln. Dabei können Bauernhöfe besucht und Vorträge in den Schulen gehalten werden. Fertig ausgearbeitete Projektwochen liegen bereit, zum Beispiel zu den Themen "Essen - wo es herkommt und was wir damit machen", "Klimaschutz geht alle an", "Biodiversität vom Acker bis zum Teller" und "Grüne Energie – von der Kraft der Natur".

Margit Ziegler, Kreisbäuerin Rhön-Grabfeld verweist auf neun Bäuerinnen, die im Landkreis den Schulen als Partner für Vorträge und Exkursionen zur Verfügung stehen. Sie liegen in Bad Königshofen, Merkershausen, Großbardorf, Nordheim, Fladungen, Weisbach und Oberelsbach. Natürlich können auch Bauernhöfe, die sowieso schon dauernde Beziehungen zu den einzelnen Schulen haben, einbezogen werden. Ziel ist, die Schüler in der Praxis handlungsfähiger zu machen und dabei Themen zu bearbeiten, die aktuell und lebenswichtig sind.

Es geht um Themen, die jeden betreffen

Es geht um ganz praktische Alltagsthemen: Wie kann ich mich gesund und lecker ernähren? Wie bewahre ich Lebensmittel auf und wie lange sind sie haltbar? Welche Bedeutung haben der Boden fürs Pflanzenwachstum oder die Wälder für den Klimaschutz? Wo kommt grüne Energie her? Was leistet die bayerische Land- und Forstwirtschaft für unsere heimische Kulturlandschaft und unsere Gesellschaft? Wie teile ich mein Geld ein? Auf all diese Fragen geben Bäuerinnen und Bauern gerne eine Antwort und können den Unterricht mit ausgearbeiteten Projektthemen unterstützen.

Der Einsatz von außerschulischen Experten ist freiwillig, deshalb könnte es sein, dass die Schulen ihre Projektwochen selbst gestalten, soweit sie kompetente Lehrkräfte dafür haben. "Das wäre schade, denn viele Bäuerinnen haben sich auf die Themen Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten und Umweltverhalten vorbereitet", sagt Margit Ziegler. Sie persönlich steht für Vorträge in den Schulen zur Verfügung. Im Internet sind unter www.BayrischerBauernVerband.de/schule-fuers-Leben alle teilnehmenden Bauerhöfe zu finden.