Bad Königshofen

Mist von drei Kühen reicht für den Strom eines Haushalts

Wie groß die Motoren sind, die mit Biogas angetrieben werden und Strom erzeugen, zeigte Mathias Klöffel. Foto: Hanns Friedrich

Die Biogasanlage in Bad Königshofen nahmen die Kinder im Rahmen des Ferienprogramms unter die Lupe. Sabine Rhein und Monika Leu übernahmen die Betreuung der Gäste und dankten Matthias Klöffel, Geschäftsführer der Bioenergie Bad Königshofen GmbH & Co. KG.  Er berichtete, dass 37 Landwirte 2006 als ein Gemeinschaftsprojekt die Anlage initiierten.

Heute versorgt sie nicht nur den Heilwassersee und die Frankentherme, sondern auch das Schulviertel und weitere Haushalte im Stadtbereich sowie das Rathaus mit Wärme. Die Kinder erfuhren auch, dass drei Kühe so viel Mist erzeugen, dass dies nach der Verarbeitung in der Biogasanlage ausreicht, um einen Haushalt mit Strom zu versorgen.

Wie funktioniert die Anlage?

Wie die Anlage funktioniert, erfuhren die Kinder von Matthias Klöffel. Der sagte, dass in der Biogasanlage nachwachsende Rohstoffe und tierische Nebenprodukte, zum Beispiel Gülle und Mist, zu Biogas vergoren werden. Die Rohstoffe kommen aus der Landwirtschaft. Dazu gehörte in diesem Jahr auch die Wintergerste, die aufgrund der Fröste im April keine Ähren ausbildete und damit nutzlos war.

Über den Tag verteilt wird der Fermenter  mit Substrat beschickt. Dort wird das Biogas, überwiegend Methangas, produziert und zwar von Milliarden von Bakterien. "Sie pupsen und rülpsen wie die Tiere und dadurch entsteht Biogas", erklärte Mathias Klöffel. Das sammelt sich dann in den Kuppeln, die sich entsprechend aufblasen. Überschüssiges Gas wird in den Gasspeichern gesammelt, um eine kontinuierliche Gaszufuhr zu sichern, und anschließend den Gasmotoren zugeführt.

Das sind zwei 800 PS und zwei 1200 PS starke Motoren, die einen Generator antreiben, der Strom erzeugt. Pro Jahr werden in der Biogasanlage Bad Königshofen rund 12 Millionen Kilowatt Strom erzeugt. Dieser würde für rund 4000 Haushalte, also eigentlich für alle Häuser in Bad Königshofen ausreichen.

Frankentherme als größter Abnehmer

Die Kinder erfuhren, dass Kühlwaser mit einer Temperatur von 90 Grad sowie das Abgas mit über 400 Grad für das Nahwärmenetz der Biomasse-Wärmeversorgung Bad Königshofen genutzt wird. Der größte Abnehmer ist die nahe gelegene Frankentherme.

Schnell beantwortet hat Mathias Klöffel die Frage, was es denn mit einer Flamme auf sich habe, die man ab und zu an der Biogasanlage entdeckt. "Das ist ganz, ganz selten, denn wenn die Notgasfackel brennt, haben wir zu viel Gas, das dann verbrannt wird." Damit entweicht das Gas nicht in die Luft, sondern kann kontrolliert verbrannt werden.

Interessant für die Kinder der Rundgang. Über Bullaugen konnten sie in den Fermenter sehen und erlebte, wie die Bakterien arbeiteten. Laut wurde es im Motorenraum, denn die vier großen Motoren erzeugen nicht nur Wärme, sondern sind vor allem recht laut. Schließlich besuchten sie den Bereich, in dem Computer stehen und man die Anlage überwachen kann. 

Interessantes erfuhren die Kinder beim Ferienprogramm der Energieinitiative Rhön-Grabfeld. Diese hatte zu einem Nachmittag in die Biogasanlage nach Bad Königshofen eingeladen. Matthias Klöffel, Geschäftsführer der Bioenergie Bad Königshofen GmbH & Co. KG. Er berichtete, dass 37 Landwirte 2006 als ein Gemeinschaftsprojekt die Anlage initiierten. Unser Bild zeigt ihn (rechts) gemeinsam mit Sabine Rhein und Monika Leu. Foto: Hanns Friedrich
Im Arbeitsbereich der Biogasanlage Bad Königshofen. Hier kann man am Bildschirm genau die einzelnen Bereiche abrufen. Foto: Hanns Friedrich
Von hier aus gehen die Wärmeleitungen in Richtung FrankenTherme Foto: Hanns Friedrich