Höchheim

Forstbetriebsleiter Rupert Wolf: Dem Wald eine Zukunft geben

Derartige Feuchtbiotope, wie hier im Wald zwischen Bad Königshofen und Herbstadt wird man künftig des Öfteren finden. Solche Wasservorräte sind wichtig für den Wald und können auch als Löschwasser bei einem Waldbrand dienen Foto: Hanns Friedrich

Der Walderhalt muss in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen, man muss Baumarten finden, die dem Klimawandel standhalten, außerdem muss das Regenwasser im Wald gehalten werden. Das sagte Forstbetriebsleiter Rupert Wolf, der im Gemeinderat Höchheim über die Zukunft der Waldbestände sprach.

Konkret nannte der Forstbetriebsleiter das Schutzgebiet Poppenholz mit 212 Hektar, wobei 145 Hektar im Bereich von Irmelshausen liegen. „Es ist ein besonderes Fleckchen, denn es gibt über 500 verschiedene Pflanzenarten, die bayernweit bedroht sind.“

Rupert Wolf sagte, dass der Gemeindewald zertifiziert ist. Das sei notwendig, um das Holz zu vermarkten. Im vergangenen Jahr gab es Zwangs-bedingte Einschläge und eine Altdurchforstung. Der vorgegebene Hiebsatz liegt bei 2400 Festmeter pro Jahr. 2017 wurde dies nicht erreicht, da es große Lagervorräte an Brennholz gab.

5000 Festmeter Fichte verloren

Erschreckend nannte der Forstbetriebsleiter das Jahr 2020. „Hier haben wir den Hiebsatz um mehr als das Dreifache überzogen.“ Insgesamt hatte man im Gemeindegebiet rund 8000 Festmeter Fichte, in den vergangenen drei Jahren gingen rund 5000 Festmeter verloren. Ein Verlust von rund einer Viertelmillion Euro. Wichtig sei, in diesem Jahr die Kahlflächen wieder aufzuforsten. In Rothausen waren verschiedene Flächen teils so feucht, dass Schwarzerlen gepflanzt wurden. Im Höchheimer Holz wurde eine Fläche mit Eichen aufgeforstet.

In diesem Jahr versuche man, unter dem Hiebsatz zu bleiben. Die geplanten Einnahmen liegen bei 150.000 Euro, dem stehen Ausgaben von 188.000 Euro gegenüber. 40.000 Euro sind dabei für den Wegeunterhalt und 60.000 für die Wiederaufforstung vorgesehen.

Kann man den Wegebau verschieben?

Bürgermeister Michael Hey schlug vor, den Wegebau zu verschieben. Das sei nur zum Teil möglich, da die Wege teils im schlechten Zustand sind, erfuhr das Ortsoberhaupt. „In Rothausen und Irmelshausen sind die Wege grenzwertig und restaurierungsbedürftig.“

Zur Witterung sagte Rupert Wolf, dass die Monate März und April trocken, aber kühl waren, der Monat Mai brachte Niederschlag, jedoch nicht ausreichend für den Wasserhaushalt. Sorgen bereiten Kiefer- und Eichenbestände. Die Bäume leiden unter Trockenheitsstress, womit sie anfällig für Schädlinge wurden. Vor allem der Blattkäfer sei für den Todesstoß der Eichen verantwortlich. 

Das Problem für die Zukunft des Waldes seien die Temperatur und der Wasserhaushalt. Zur Temperatur im Grabfeld legte er Daten der Wetterstation Bildhausen vor. Notwendig sei es, das Wasser im Wald zu halten, vor allem, weil davon auszugehen ist, dass extreme Niederschläge kommen. Letztendlich habe man für den Ernstfall dann auch Löschwasser zur Verfügung. Bislang würde sich das Anlegen von Feuchtgräben schwierig gestalten. Grund sind die Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes. Keinesfalls dürfe man den „Kopf in den Sand stecken“. Zeit zum Experimentieren habe man nicht. Überlegungen gehen dahin, Baumarten, wie die Tanne, wieder heimisch zu machen. Die habe es im Grabfeld schon früher gegeben.