Höchheim

Die Situation im Wald von Höchheim ist trostlos

Höchheim und Gollmuthhausen sind offiziell in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden. Es gibt viel zu tun, wie hier an der "Burg" in Höchheim. Foto: Regina Vossenkaul

Mit der Situation im Gemeindewald befasste sich der Gemeinderat. Revierförster Rupert Wolf blickte auf 2019 zurück und stellte den Jahresforstbetriebsplan vor. Als "trostlos" bezeichnete er die Lage, wobei Höchheim noch Glück hat, weil von den rund 300 Hektar Wald rund die Hälfte mit Eichen bewachsen ist. Hier ist der Holzpreis weniger eingebrochen als bei der Fichte. Kiefer und Fichte machen zusammen 18 Prozent des Waldes aus, der jährliche Hiebsatz liegt bei 1400 Festmetern (fm).

Wie der Förster berichtete, wurden 1420 fm Käferholz aus dem Wald entfernt,  sogenanntes ZE-Holz, das momentan kaum oder gar nicht die Erntekosten deckt. Kein Wunder, dass man 2019 mit einem Minus von 32749 Euro abschloss. Im Jahr 2020 soll die Jungbestandspflege, die Alt- und Jungdurchforstung nachgeholt werden, mit einem zwangsbedingten Einschlag von ungefähr 400 fm wird gerechnet.

Auch dieses Jahr ein Defizit

Es kann alles noch ganz anders kommen, denn die Baumschädlinge und -krankheiten nehmen zu. Der Borkenkäfer profitiert vom warmen Wetter, es gibt aber noch Eschentriebsterben und Trockenschäden. Der Schwammspinner kommt nur vereinzelt in den Höchheimer Wäldern vor, die Rußrindenkrankheit beim Ahorn ist noch nicht angekommen. In diesem Jahr wird erneut mit einem Defizit von rund 32450 Euro gerechnet. Einige Wege müssen Instand gesetzt werden, es gibt keinen Frost und das Käferholz muss trotzdem abtransportiert werden. Diskutiert wurde über die Jagd, sie sollte ihre Abschusszahlen erfüllen, damit die Naturverjüngung und die Neupflanzungen ohne Zaun gelingen können. Die Gemeinderäte stimmten dem Jahresbetriebsplan zu.

Für den weiteren Breitbandausbau müssen alle Grundstücke, die bebaubar sind, eine Hausnummer und eine Straßenbezeichnung bekommen, darum wird sich der Gemeinderat demnächst kümmern.

Bürgerbeteiligung geplant

Die Gemeinde hat jetzt die Zusage bekommen, dass sie mit den Ortsteilen Höchheim und Gollmuthhausen im Dorferneuerungsprogramm angenommen ist. Der Verband für Ländliche Entwicklung hat einen Vertrag mit dem Planungsbüro arc.grün abgeschlossen. Es geht dabei um das Erarbeiten eines umfassenden Rahmenkonzeptes für die nachhaltige Entwicklung der Ortsteile. Eine Bürgerbeteiligung konnte wegen der Corona-Krise noch nicht stattfinden. Der Kostenanteil der Gemeinde Höchheim beträgt rund 27000 Euro.

Innerhalb des Programms "Innen statt Außen" sollen Abrissarbeiten vorgenommen werden. Diskutiert wurde, ob die Einzelprojekte oder ein Gesamtpaket vergeben werden sollen. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu erkunden, wie die Preisgestaltung und -bindung (für zwei Jahre) bei den Firmen aussehen könnte.

Vermessungsleistungen bezüglich der Rekultivierung der Deponie Rothausen wurden vergeben an den Diplomingebieur André Schneider zum Angebotspreis von 987 Euro brutto. In der Irmelshäuser Straße  in Höchheim soll eine Solarleuchte die Lichtverhältnisse verbessern. Das Angebot mit Aufstellung durch das Bayernwerk beläuft sich auf 2844 Euro.

Kosten für die Feuerwehr

Innerhalb des Programms "Regionalbudget" für Kleinprojekte, das über die Grabfeld-Allianz und dem Amt für Ländliche Entwicklung abgewickelt wird, hat der Jugendraum eine neue, barrierefreie WC-Anlage erhalten. Weil man schnell reagieren musste, wurde der Beschluss dazu jetzt nachgeholt. Die Rechnung beträgt 5267 Euro.

Festgelegt wurden die Feuerwehrgebühren, dabei kostet das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W in Höchheim 102,34 Euro pro Stunde und das Löschgruppenfahrzeug LF 8 in Irmelshausen 12,38 Euro. Die Tragkraftspritze in Rothausen kostet 23 Euro pro Betriebsstunde. Das gilt für alle Einsätze, die nicht zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Feuerwehren gehören.

Will die Gemeinde eine Photovoltaik-Freiflächenanlage errichten lassen? Über drei Hektar in Rothausen gibt es die Anfrage eines Investors, informierte der Bürgermeister. 1,2 Hektar sind im Eigentum der Gemeinde, aber verpachtet, ein Nachbargrundstück (1,8 Hektar) wäre ebenfalls betroffen, der Besitzer hat Zustimmung signalisiert, wenn die Pacht stimmt. Man will genauere Informationen einholen.