Bad Königshofen

Bad Königshofen: Bunte Blumen für Betreuer und Heimbewohner

Daniela Thiel (links) und Judith Schubert nahmen beim Elisabethaspital die Blumen des Frauenbundes entgegen. Foto: Regina Vossenkaul

Der FC Bayern München beliefert 80 Altenheime mit Sachertorten, andere klatschen täglich auf ihrem Balkon in die Hände, um ihre Dankbarkeit zu zeigen: Das Pflegepersonal wird in der Corona-Krise wieder hochgeschätzt. Der Frauenbund Bad Königshofen hat sich was Besonderes ausgedacht und jedem Bewohner der Altenheime und jedem Mitarbeiter eine Blume spendiert.

"Wir haben in der Vorstandschaft überlegt, wie wir unsere Hochachtung zeigen können. Zuerst wollten wir Mundschutze nähen, aber das machen schon so viele. Dann kamen wir auf die Idee mit den Blumen", sagt Frauenbund-Vorsitzende Dora Horn. Sie konnte die Blumen nicht selbst übergeben, weil sie zur Risikogruppe gehört. Blumen lieferte die Firma Eschenbach an das Julius- und Elisabethaspital, das Geschäft "Orchidee" an das "Franken Care" und die Firma Müller an das Pflegeheim "Curata". Ungefähr 1000 Euro gaben die Frauen dafür aus. Das ist es ihnen Wert. An jede der insgesamt 600 Blumen war ein Zettel angebunden mit der Aufschrift "Haltet durch! Wir sind stolz auf euch!".

Schwere Zeit für die Bewohner von Seniorenheimen

"Die Bewohner haben eine schwere Zeit, sie werden nicht besucht und können nicht raus. Für sie ist es ganz schwierig", kommentiert Dora Horn. Bis zum 20. September gibt es seitens des Frauenbundes keine Veranstaltungen, deshalb müssen die Ausflüge, die Frauen des Frauenbundes mit den Rollstuhlfahrern machen und Gratulationen zum Geburtstag entfallen.

Daniela Thiel und Judith Schubert nahmen beim Elisabethaspital die mit etwas Grün verzierten Gerbera entgegen. 40 Bewohner gibt es hier, dazu 38 Mitarbeiter. "Wir alle freuen uns über die Wertschätzung, die mit der Aktion verbunden ist", sagt Judith Schubert. Früher gab es kaum Dankbarkeitsbezeugungen, jetzt kommen manchmal Dankeskarten oder eine Aufmerksamkeit von den Angehörigen. "Die Anerkennung unserer Arbeit insgesamt hat sich gesteigert. Schön, dass der Frauenbund an uns gedacht hat."

Große Freude über die Aktion des Frauenbundes

Im Franken Care hat die Leitung drum gebeten, dass es für die Bewohner Sträuße für die Tische gibt, das Personal bekommt die Blumen wie vorgesehen. Die Durchhalteparole und die kleinen Geschenke sind auch hier gut angekommen. "Wir sind dankbar für jede Ablenkung. Sogar die Demenz-Kranken haben diese Geste verstanden und sich gefreut", sagt Junior-Chefin Nadja Schubert. "Viele hatten früher selbst einen Garten, die Blumen waren ein Anlass, darüber zu sprechen."

Wie steht es mit dem Personal, haben sie schon ihre versprochene Anerkennung vom Bayerischen Staat in Höhe von 500 Euro bekommen? Und ist ihnen das Finanzielle lieber als Klatschen vom Balkon? "Zu Geld sagt niemand nein", beantwortet Nadja Schubert diese Fragen. Alle hätten gleich Anträge gestellt. Wer weniger als 25 Sunden pro Woche arbeitet, bekommt 300 Euro, wer darüber ist, erhält die volle Summe. "Sie haben alle viel geleistet, aber es gibt auch andere, die man hier bedenken müsste. Bei uns ist jetzt eine relativ ruhige Zeit", sagt Nada Schubert. Es gibt keine Besucher und keine Unruhe. "Wir haben uns alle sehr gefreut über die Aktion des Frauenbundes."