Bad Königshofen

Bad Königshofen: Betrieb plant Bürogebäude im Überschwemmungsgebiet

Das neue Bad Königshöfer Gesundheitszentrum aus der Vogelperspektive. Für den Frühsommer ist ein Tag der offenen Tür geplant. Foto: Georg Leupold

Bis auf den Antrag für die Genehmigung zur Verwendung des Stadtwappens für eine neue Fahne am Märchenwald Sambachshof, die übrigens erteilt wurde, beschäftigte sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag in der Frankentherme ausschließlich mit Bauangelegenheiten. Mit dieser Feststellung forderte Stadträtin Angelika Wilimsky, wieder regelmäßige Bauausschusssitzungen anzuberaumen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass diese Themen oft viel Zeit beanspruchen würden, die dann anderswo fehlen würde. Bürgermeister Thomas Helbling stimmte zu, meinte aber, dass er die beiden Anträge im Rahmen von aktuellen Wohnbauprojekten in der Sparkassenstraße für so interessant eingeschätzt habe, dass er gerne den gesamten Stadtrat damit befassen wollte.      

Tatsächlich gab es noch mehr Bausachen. Wie etwa der Antrag eines örtlichen Gewerbebetriebs, auf einer Fläche "Am alten Schwimmbad" ein Bürogebäude mit Stellplätzen zu errichten. Nachdem der Stadtrat bereits im Mai vorigen Jahres sein Einverständnis erklärt hatte, machte das Landratsamt deutlich, dass eine Genehmigung nur dann erfolgen kann, wenn ein Bebauungsplan aufgestellt wird.

Auch damit zeigte sich der Stadtrat einverstanden, auch wenn er im Anschluss noch seine Bereitschaft  zur Änderung des Flächennutzungsplans geben musste, in dem die betreffende Fläche als Überschwemmungsgebiet vorgesehen ist. "Ob das Vorhaben möglich ist, werden wir im Verfahren sehen", erklärte der Bürgermeister und betonte, dass sämtliche Kosten vom Antragssteller getragen werden müssten. Helbling erinnerte sich zudem daran, dass dort vor einigen Jahren schon einmal ein Bauvorhaben gescheitert sei, weil Behörden vom Antragsteller gefordert hatten, das gesamte Areal um einen Meter aufzuschütten.             

Noch keine Entscheidung über die neue Sanierungsberatung 

Weiterhin standen drei Anträge auf Baugenehmigung auf der Tagesordnung, zu denen der Stadtrat jeweils sein gemeindliches Einvernehmen erteilte. Dabei ging es um einen Wohnhausneubau in Merkershausen, einen Wohnhausumbau in Bad Königshofen sowie um den Neubau einer Maschinen-und Holzlagerhalle in Gabolshausen. Der Antrag auf Vorbescheid zum Bau eines Wohnhauses sowie einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Untereßfeld erregte ebenfalls keinen Widerspruch.  

Noch keine Entscheidung getroffen hat der Stadtrat, wer die Nachfolge des Büros Schlicht Lamprecht Architekten aus Schweinfurt antreten soll, das kein Interesse an der Fortführung der Sanierungsberatung hat, wie die Verwaltung ermittelt hat. Vier andere Büros wurden daher gebeten, Angebote abzugeben. Zwei standen jetzt zur Auswahl. Der Stadtrat möchte beide zunächst kennenlernen.        

Stadt soll sich an der Aktion Denkort beteiligen

Stadträtin Petra Friedl war aufgefallen, dass die Stadt im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden in der unmittelbaren Nachbarschaft sich nicht an der Aktion DenkOrt zu den Deportationen der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit beteiligt. Weil die Stadt ja auch betroffen sei, regte sie an, hier doch auch tätig zu werden – entweder finanziell oder mit einem Gepäckstück. Bürgermeister Helbling zeigte sich aufgeschlossen, erklärte aber auch, das sich der Stadtrat bereits zweimal damit befasst habe und entscheiden hatte, sich nicht zu beteiligen. Trotzdem sei eine Beteiligung möglich.    

"Das MVZ wird gut angenommen", freute sich Helbling. Eine echte Eröffnung sei zwar wegen der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen, dafür plane man aber für den Frühsommer einen Tag der offenen Tür. Eventuell will sich auch die Frankentherme mit der Präsentation der neuen Therapieräume beteiligen.