Herbstadt

BioRest-Anlage in Herbstadt: Baufortschritt mit Hindernissen

Die Abfall-Biogasanlage in Herbstadt nimmt Formen an, der Baufortschritt leidet allerdings auch unter den Beschränkungen durch die Corona-Krise. Foto: Regina Vossenkaul

Im Juli 2019 erfolgte der symbolische erste Spatenstich an der Abfall-Biogasanlage der BioRest GmbH in Herbstadt, inzwischen sind große Baufortschritte zu verzeichnen. Die fast fertiggestellten großen Behälter, die Fermenter, zeigen, welche Ausmaße die fertige Anlage ungefähr haben wird. Es fehlen noch die Aufbereitungshalle und die Halle für die Blockheizkraftwerke (BHKW), wo aus Methangas Strom und Wärme entsteht.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Müll-Umladestation des Landkreises befindet sich die Baustelle für das 9,5 Miollionen Euro-Projekt, das aus Abfällen Energie erzeugen wird. Mathias Klöffel und  Leonhard Unterberg (Geschäftsführer der BioRest GmbH) sind mit dem Baufortschritt nicht ganz zufrieden. Der Grund: Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Montage-Mitarbeiter des österreichischen Generalunternehmens Thöni, zuständig für die schlüsselfertige Übergabe des Anlagenteils, nicht nach Deutschland reisen.

Das sind die Macher

Den Rohrleitungsbau und die Hallen übernehmen deutsche Firmen aus der Region. Die Fertigstellung der Biogasanlage war eigentlich für Juni 2020 geplant, nun wird sie sich auf den Herbst verschieben, meint Klöffel. "Das ist höhere Gewalt", sagt der Geschäftsführer, mit einer Virus-Pandemie konnte niemand rechnen. Er hofft, dass in Kürze die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können.

Rund elf Jahre sind vergangen, seit die ersten Ideen in der Agrokraft GmbH in Bad Neustadt, bekannt als Projektentwickler und Dienstleister im Ländlichen Raum, entstanden. Abfälle sinnvoll verwenden, Energie daraus gewinnen und das Endsubstrat wieder als Dünger auf die Felder ausbringen, für diesen Kreislauf konnten viele Mitstreiter gewonnen werden.

Wie bereits berichtet, steht hinter der BioRest GmbH eine komplexe und einzigartige Gesellschafterstruktur mit 20 Gemeinden aus Rhön-Grabfeld, die Anteile erworben haben, der Agrokraft Streutal GmbH & Co.KG, der Bayerischen Rhöngas GmbH,  der Bioenergie Bad Königshofen GmbH & Co.KG, dem Kommunalunternehmen Rhön-Grabfeld AdöR, dem Überlandwerk Rhön GmbH, der BioRest Agrar GbR mit 75 Landwirten, dem Maschinen- und Betriebshilfsring Rhön-Grabfeld e.V., der Agrokraft Großbardorf GmbH & Co.KG, der BioRest Invest GbR sowie drei Privatinvestoren. Die Finanzierung läuft über die österreichische Oberbank mit Sitz in Schweinfurt.

Innovative Techniken

Die Energiegewinnung aus Abfällen ist ein Beitrag zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und damit zum Umwelt- und Klimaschutz. Wichtig ist dabei, dass die Inhalte der braunen Tonnen, die in die Anlage wandern, möglichst frei sind von Fremdstoffen wie Plastik oder sonstigen Dingen, die nicht hineingehören.

Innovative Techniken kommen zum Einsatz, um verbliebene Fremdstoffe zu eliminieren, damit das Gärsubstrat, das am Ende als Dünger verwendet wird, schadstofffrei ist. Wie Klöffel berichtet, sind in den großen Fermentern die Rührwerke schon eingebaut, es fehlen noch die Außenverkleidungen der Behälter. Sie werden übrigens eine graue Abdeckung haben und keine grüne, wie beispielsweise in Bad Königshofen.