Bad Königshofen

Frisch gefallene Bäume hat der Borkenkäfer zum Fressen gerne

Erst kürzlich durch den Sturm Sabine gefällte Fichten, wie hier am Sambachshof, sind eine ideale Beute für den Borkenkäfer. Forstdirektor Wilhelm Schmalen (von links), Revierleiter Herbert Gessner und FBG-Geschäftsführer Jörg Mäckler bitten die privaten Waldbesitzer eindringlich,... Foto: Michael Petzold

Es gibt auch noch schlechte Nachrichten, auch ohne dass von der Corona-Krise die Rede ist, oder doch zumindest nur am Rande. Forstdirektor Wilhelm Schmalen, der städtische Revierleiter und Jörg Mäckler, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld, schlagen Alarm. Wenn die Tage demnächst wärmer werden, nach dem kurzen Kälteeinbruch über das Wochenende, wird der Borkenkäfer wieder aktiv.

Typische Fraßgänge unter der Rinde. Foto: Michael Petzold

Vor allem geht es den drei Forstleuten darum, die privaten Waldbesitzer soweit zu sensiblilsieren, dass sie auf ihren Flächen die erst jüngst durch den Sturm Sabine gefallenen Fichten so schnell wie möglich aus dem Wald schaffen. Auf diese Bäume stürzen sich die Schädlinge nämlich zuerst. Dort entstehen dann die Nester, von denen eine Massenverbreitung ausgeht. Dabei handelt es sich nicht um große Windwürfe, sondern um viele vereinzelte Fichten, die entweder entwurzelt wurden oder deren Kronen gebrochen sind. Bäume, die bereits im vergangenen Jahr Opfer der Fichtenkiller geworden sind, könnten dagegen noch stehen bleiben. "Dort hält sich kein Käfer mehr auf", sagt Mäckler, der für ein über 19 000 Hektar großes Gebiet zuständig ist.   

Private Waldbesitzer sind verpflichtet, Käferholz aus dem Wald zu schaffen  

Um so dringlicher ist aber die Aufarbeitung der erst kürzlich gefallenen Stämme, wie Schmalen in einer Pressemitteilung hinweist, zumal private Waldbesitzer dazu verpflichtet sind, um nicht in der Nachbarschaft gesunde Bestände in Gefahr zu bringen. Es bestehtv die Pflicht, von April bis Ende Oktober die Waldstücke mindestens einmal im Monat zu kontrollieren. Das aufgearbeitete Holz muss schnellstmöglich aus den Beständen abgefahren oder in 500 Meter Entfernung zum nächsten Fichtenbestand zwischengelagert werden. Kronenholz wird verarbeitet oder verbrannt.

Ein bereits im vergangenen Jahr vom Borkenkäfer befallener Baum. Von ihm geht keine Gefahr mehr aus, weil die Käfer längst weitergezogen sind.  Foto: Schmalen AELF

Forstdirektor Schmalen und Revierleiter Gessner ist klar, dass der Holzmarkt mehr als übersättigt ist. Es sei durchaus möglich, dass sich die Corona-Pandemie auch hier negativ auswirke und die Preise, die ehedem schon im Keller sind, noch weiter abstürzen lasse. Nach wie vor warten laut Gessner die bereits im vergangenen Jahr geschlagenen rund 3000 Festmeter Käferholz auf ihren Abtransport in Sägewerke. Zusätzlich stehen noch rund 4000 Festmeter von dem Schädling befallene Bäume in den Wäldern bei Ipthausen, Eyershausen, Sulzfeld und Merkershausen. Ein Harvester-Einsatz kam bislang wegen des durch den vielen Regen aufgeweichten Waldboden nicht in Frage. Jetzt sollen die Arbeiten im April nachgeholt werden. 

Feuchter Boden bringt ideale Bedingungen für Wiederaufforstung 

Die Feuchtigkeit wiederum bringt natürlich ideale Voraussetzungen für die Wiederaufforstung von borkenkäfergeschädigten Flächen, den Waldumbau und für die Nachpflanzung der im Sommer vorigen Jahres vetrockneten Pflanzen. Ein Forstunternehmer ist derzeit dabei, 150 000 Pflanzen zu setzen. Die feuchte Witterung im Winter ist laut Schmalen zwar den oberen Bodenschichten und damit auch Bäumen mit flachen Wurzeln, wie der Fichte, zugute gekommen, Bäume mit tiefer gehenden Wurzeln, wie Eiche, Buche oder Kiefer hätten aber nach wie vor große Probleme. Hier käme ein verregneter Sommer wie 2017 gerade recht.    

Staatliche Förderung für Aufarbeitung von Käferholz

Noch einmal zurück zum Borkenkäfer: Waldbesitzer erhalten für die sogenannte "insektizidfreie Aufarbeitung" des Holzes eine Förderung in Höhe von bis zu zwölf Euro per Festmeter, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Dies gelte ab einer Mindestmenge von rund 40 Festmetern, wobei mehrere Waldbesitzer auch einen Sammelantrag stellen können. Einzelmengen bis fünf Festmeter würden keine Förderung erhalten, wohl aber, wenn sie zu den Sammelplätzen gebracht werden.  

Die  Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt beraten die Waldbesizer, bei der  Vermarktung und der Vermittlung von Forstunternehmern hilft die Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w.V, Telefon: (09771) 97 770 oder fbg-fraenkische-rhoen@t-online.de