Großbardorf

Magda Schüler erhält eine besondere Auszeichnung vom Gartenbauverein

Bei der Neuwahl des Vorstands des Obst- und Gartenbauvereins Großbardorf gab es keine Überraschungen. Erster Vorsitzender ist weiterhin Ralf Behr, sein Stellvertreter Claus Lurz, zum Kassier wurde erneut Rüdiger Seufert gewählt und zum Schriftführer Peter Zeilbehr. Als Beisitzer unterstützen Theresia Gabold und Reinhold Breitinger die Vorstandschaft. Für Magda Schüler, die nicht mehr kandidierte, kam Heidi Pötzl als Beisitzerin dazu.

In seinem Rückblick auf das Jahr 2019 erwähnte Vorsitzender Ralf Behr vier Vorstandssitzungen und das Nachpflanzen von zwölf Obstbäumen, die auf einer Ausgleichsfläche eingegangen waren. Beim Festzug des Kreismusikfestes ist der Verein mit gelaufen und hat das Festzelt geschmückt. Zuletzt war der Verein Ausrichter der Jahresversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege.

Großbardorfer Fichten litten unter dem Borkenkäfer

In diesem Jahr werde man wieder Obstbäume schneiden und am 13. September ein Streuobstfest veranstalten, berichtete Behr. Denkbar seien auch Arbeitseinsätze in der Gemeinde wie Unkraut beseitigen und Ähnliches. 130 Mitglieder gehören zum Obst- und Gartenbauverein. Den Kassenbericht erstattete Rüdiger Seufert, es erfolgte die einstimmige Entlastung.

Als besonderer Gast konnte Revierförster Herbert Geßner begrüßt werden, der auf die statistischen Daten bezüglich der letzten Wärme- und Trockenjahre einging und die Folgen für die Waldwirtschaft. Ein Trockenjahr könnten die Bäume verkraften, aber zwei hintereinander würden massive Probleme bringen, dazu ideale Bedingungen für Schädlinge. Laut Wetteraufzeichnungen beträgt die Klimaerwärmung in Unterfranken inzwischen durchschnittlich zwei Grad, 2019 gab es außer im Mai "krasse Überschreitungen der Durchschnittstemperaturen in allen Monaten", wie Geßner berichtete. Auch die Fichten in Großbardorf haben wegen des Borkenkäfers gelitten und viele mussten beseitigt werden. Auch die Kiefer, die wegen ihrer Pfahlwurzel als relativ hitzebeständig galt, gibt langsam auf.

Kiefern aus dem Mittelmeerraum für die Rhön?

Was ist besser fürs Klima, Wälder sich selbst überlassen oder bewirtschaften? Auch dieser Frage ging Geßner nach. Die Speicherung von Kohlenstoff sei in einem genutzten Wald-Ökosystem wesentlich höher, als wenn der Wald sich selbst überlassen bleibt und sich beim Verrotten der gespeicherte Kohlenstoff löst. Möbel und Häuser aus Holz bewahren den Kohlenstoff über Jahrzehnte und Jahrhunderte.

Wäre es sinnvoll, Kiefern aus dem Mittelmeerraum, die Hitze gewöhnt sind, hierher zu verpflanzen? Das sei nur bedingt möglich, weil es dort mildere Winter und keine Spätfröste gebe, antwortete Geßner. Die Forstleute sammeln derzeit Erfahrungen mit Bäumen, die wie "Trittsteine" zwischen die ursprünglich hier heimischen Buchen gepflanzt werden, wie zum Beispiel Esskastanie und Douglasie. Viele Fragen seien noch offen, so Geßner. "Wir sind die wärmste Region und können nicht auf Erfahrungen anderer zurückgreifen." Die Politik sei auch gefordert, sie könnte die niedrigen Holzpreise durch Subventionen abfangen und das Forstpersonal aufstocken. Die zusätzliche Arbeit sei durch Überstunden nicht mehr aufzufangen, sagte Geßner.

Neuer Vertikutierer wird angeschafft

Beschlossen wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung, den Jahresbeitrag ab 2021 von bisher sieben Euro auf neun Euro anzuheben. 3,50 Euro davon gehen an den Kreis-, den Bezirks- und den Landesverband. Die Mitglieder stimmten dafür, dass ein neuer Vertikutierer angeschafft wird, der rund 1000 Euro kostet. Der jetzige ist schon mehr als 20 Jahre alt und die Leihgebühren bringen das Geld wieder in die Kasse.

Bürgermeister Josef Demar sprach dem Verein Lob und Anerkennung aus und bedankte sich für dessen Mitwirken im Gemeindeleben. Geehrt wurde Magda Schüler, die 20 Jahre in der Vorstandschaft aktiv war, sich jetzt aber mehr zurückziehen will. Sie wird den Verein aber weiterhin unterstützen und als "Jubiläumsbetreuerin" fungieren.


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