Sulzfeld

2019 rückten die Feuerwehren im Landkreis 1177-mal aus

Beim Kreisfeuerwehrtag in Sulzfeld wurde Landrat Thomas Habermann mit der Bayerischen Verdienstmedaille des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Dazu gratulierten (von links) die Kreisbrandinspektoren Thomas Graumann, Michael Weber und Michael Omert sowie der Vorsitzende des u... Foto: Hanns Friedrich

1177-mal mussten die Feuerwehren im Landkreis Rhön-Grabfeld im vergangenen Jahr zu Einsätzen ausrücken. Kreisbrandrat Stefan Schmöger listete bei der Kommandantenversammlung in Sulzfeld 223 Brandeinsätze und  459 Technische Hilfeleistungen auf. Hinzu kamen 84 Sicherheitswachen und 329 sonstige Tätigkeiten, 82-mal handelte es sich um einen Fehlalarm. Damit wurden die Feuerwehren in Rhön-Grabfeld durchschnittlich im vergangenen Jahr zu 3,22 Einsätzen am Tag alarmiert. Gegenüber 2018 ist dies eine Steigerung um zwei Prozent.

11 Feuerwehr-Frauen fehlen noch auf der Liste

361 (352 im Jahr 2018) Feuerwehrfrauen gibt es im Landkreis und 3513 (3574) Feuerwehrmänner. Von 799 auf 825 ist die Zahl der Atemschutzträger gestiegen. Mehr Frauen wünscht sich die Kreisfrauenbeauftragte Katharina Hanke. Aktuell gibt es 361 Feuerwehrfrauen im Landkreis, angepeilt wird die Zahl von 372. Der Anteil der Frauen in der Gesamtfeuerwehr Rhön-Grabfeld liegt bei neun Prozent. Das sei der bayerische Durchschnitt.

Zufrieden ist der stellvertretende Kreisjugendwart André Sandmann mit den 70 Jungfeuerwehren in Rhön-Grabfeld. 400 Jugendliche nahmen am Wissenstest teil, das Zeltlager war mit 192 Teilnehmern gut besucht. 132-mal wurde das Abzeichen Stufe I vergeben, 32-mal die "Jugendflamme" und 46 Teilnehmer absolvierten das Bayerische Jugendleistungsabzeichen. Erfreulich seien laut Sandmann die 147 Übernahmen in die aktive Wehren. Die Atemschutzübungsstrecke, in der 2000 Atemschutzflaschen gefüllt wurden, nutzten 512 Feuerwehrleute (+ 20 Prozent).

Demar lobt Leistung und Engagement der Wehren

48 CSA-Träger gibt es in den Rhön-Grabfelder Feuerwehren, allerdings bemängelte Kreisbrandmeister Wolfgang Sporck die Teilnahme an CSA-Übungen. Da seien es gerade mal 15 Interessierte. 2019 gab es zwei "scharfe Einsätze" in Oberelsbach und bei Schönau. Dank sagte er an den Landkreis für den neuen Gerätewagen Gefahrgut (GWG) und an seinen Stellvertreter Christoph Wohlfart. Stellvertretender Landrat Josef Demar stellte die großartige Leistung und das Engagement der Wehrleute heraus. Sein Dank galt den Kommunen, die für die Ausrüstung der Wehren zuständig sind. Sie hätten damit auch die Sicherheit der Bevölkerung im Blick. Wertvoll nannte Josef Demar die Zusammenarbeit innerhalb der "Blaulichtfamilie" mit BRK, Malteser, Polizei und Technischem Hilfswerk. Der Landkreis sei mit Recht stolz auf die Leistungsbereitschaft seiner Wehrleute.

Kreisbrandrat Benno Metz aus Bad Kissingen sprach die gute Zusammenarbeit mit dem Nachbarlandkreis an. Die von beiden Landkreisen getätigte Beschaffung des neuen Gefahrgutfahrzeugs mache dies deutlich. Steffen Hohmann vom Kreisfeuerwehrverband Fulda sprach die länderübergreifende Alarmierung an, die sehr gut funktioniert. Joachim Höpfert, stellvertretender Leiter der Polizeistation Bad Königshofen, sagte im Namen des Rotes Kreuz, der Malteser und des Technisches Hilfswerk Dank für das gute Miteinander. Gemeinsam sei man da, wenn andere Menschen Hilfe brauchen.

Acht Prozent mehr Leistungsprüfungen in vergangenen Jahr

In seinem Jahresbericht lobte Kreisbrandrat Stefan Schmöger den Anstieg bei den Leistungsprüfungen. Gab es vor einem Jahr dort noch ein Minus von 20 Prozent, so steht dieses Mal ein sattes Plus von acht Prozent. Die Leistungsprüfung Löschgruppe wurde von 48 Gruppen und 335 Teilnehmern, die Leistungsprüfung Technisch Hilfeleistung von 19 (7) Gruppen mit 158 (55) Teilnehmern durchgeführt. Dafür gab es ein dickes Lob vom Kreisbrandrat. Für dieses Jahr ist die Ersatzbeschaffung  für das Fahrzeug der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und überörtlich eingesetzter Fahrzeuge mit insgesamt 850 000 Euro durch den Landkreis geplant. Die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld unterhalten gemeinsam ein Team "Stress Bewältigung nach belastenden Einsätzen". Ansprechpartner ist Lothar Nöth aus Burglauer.

16 Feuerwehren nutzten 2019 das Angebot der modularen Truppausbildung "Schaumtrainer". Den Motorkettenlehrgang sprach der Kreisbrandrat an und dankte der Firma Hodermann aus Ostheim für die Unterstützung. Neun Lehrgänge mit 82 Teilnehmern wurden bislang abgehalten, 2019 waren es zwei mit 24 Teilnehmern. Gut angenommen wurde das Fahrsicherheitstraining in Schlüsselfeld mit 28 Teilnehmern. Besondere Erwähnung fanden Landrat Habermann, seine beiden Stellvertreter, die Kreistagsmitglieder sowie Gerald Söder, Susanne Schmittzeh und Stefan Helfrich "für die außerordentlich gute Zusammenarbeit" - ebenso wie Thomas Schlereth, Leiter der Integrierten Leitstelle Schweinfurt.

Besonders geehrt wurde Landrat Thomas Habermann. Der Landesfeuerwehrverband zeichnete ihn mit der Bayerischen Verdienstmedaille aus. Kreisbrandrat Stefan Schmöger und Bezirksfeuerwehrverbands-Vorsitzender Benno Metz beschrieben das Engagement des Landkreischefs, das oft im Hintergrund geschieht. Seinem persönlichen Einsatz sei unter anderem die Umsetzung der neuen Atemschutzstrecke in Salz zu verdanken. Habermann, der von der Ehrung überrascht wurde: "Die Feuerwehren sind mir ein Herzensanliegen. Schließlich stehen sie für die Sicherheit der Rhön-Grabfelder." Die Auszeichnung nehme er nicht für sich alleine in Anspruch, sondern für alle Kommunen, die sich für die Feuerwehren ebenso engagieren und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.