Aubstadt

Warum der Aubstädter Wald momentan Minus macht

Wetter und Käferbefall haben direkten Einfluss auf die Waldwirtschaft genommen. Das mussten auch die Gemeinderatsmitglieder in Aubstadt erkennen. Foto: Michael Petzold

Nur 30 Festmeter Holz - ein Vielfaches weniger, als die im Zuge der Forsteinrichtung festgelegten Menge von 450 Festmetern  - wurde 2019 dem Wald entnommen. Das soll sich im kommenden Jahr wieder ändern, wo etwa 650 Festmeter auf dem Plan vorgesehen sind. Zuvor blickte Kühnel bei der Gemeinderatssitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner aus forstwirtschaftlicher Sicht auf das Jahr 2019 zurück. Er erklärte, wie das Wetter und der Käferbefall direkte Auswirkungen auf die Waldwirtschaft genommen hätten. Die geplanten Ausgaben im Bereich der Forstwirtschaft liegen mit 52.840 Euro deutlich höher als die mit 38.867 Euro veranschlagten Einnahmen. Aus dieser Gegenüberstellung bleibt ein Minus von ca. 14.000 Euro. Das sind zwei der wichtigsten Eckdaten des Jahresforstbetriebsplanes 2020, die Revierleiter Bernhard Kühnel und Forstdirektor Wilhelm Schmalen in der Sitzung des Gemeinderates am Montag vorstellte.

Wald nicht nur Wirtschaftsfaktor

Schon seit Jahren befinden sich die Holzpreise im Keller. Dies wird sich wohl auch in der nächsten Zeit wohl kaum ändern. Mit diesen Gegebenheiten muss die Forstwirtschaft klar kommen. Den Wald an den Staat zu verkaufen, so wie es ein Gemeinderat angedacht hat, ist wohl auch keine Lösung. Man dürfe den Wald nicht nur als reinen Wirtschaftsfaktor sehen, sondern auch den Naturschutz im Auge behalten. Dabei dürfe man die Pflege des Waldes nicht außer acht lassen. Die Aspekte natürliche Waldentwicklung, Förderung der Artenvielfalt und Klimaanpassung müssen zukünftig deutlich mehr betont werden. Käferholz raus und gesundes Holz stehenlassen, bis man dem Ganzen wieder mehr Positives - sprich Gewinn - abverlangen kann.  Der zur Abstimmung vorgelegte Jahresforstbetriebsplan 2020 fand trotzdem die einhellige Zustimmung des Gremiums.

Alexander Menninger vom Ingenieurbüro Gemmer, Dittelbrunn, macht noch die letzten Ergänzungen bei dem projektbezogenen Vorhaben Kanalerneuerung. Foto: Rudolf Merz

Zum nächsten Tagesordnungspunkt gab Alexander Menninger vom Ingenieurbüro Gemmer Erläuterungen ab. Im Großen und Ganzen wurde das Projekt Kanal - aufgeteilt in drei Bauanschnitten - im Rahmen der Dorferneuerung schon mehrfach besprochen, so dass nur noch durch diverse Änderungen ergänzt wurden und Aufträge ausgeschrieben werden. Neu hinzu kam die Verlängerung des Gehweges vom ehemaligen Bankgebäude bis hin zum Trafohaus. Das zieht natürlich Mehrausgaben von etwa 400.000 Euro nach sich, die aber gefördert werden können.

Zwei Jahre Bauzeit

Der erste Bauabschnitt wird sich von der Dorfmitte bis zum Trafohaus Richtung Bad Königshofen bewegen. Es wird mit einer Bauzeit von ca. zwei Jahren gerechnet. In diesem Bereich sollen auch die Wasserleitungsrohre erneuert werden. Kostenschätzung des Projektes 1,5 Millionen Euro. Genaueres wird die Ausschreibung ergeben. Leerrohre für eventuelle Nutzung durch Glasfaserkabel und elektrische Ladesäulen  für E-Autos sollen gleich mitberücksichtigt werden. Erstmals sind am Rathaus und den neu entstehenden Parkplatz (Hausnummer 10) doppelte Anschlüsse vorgesehen. Kosten würden nach Abzug der Förderung von ca. 13.000 Euro pro doppelten Anschluss entstehen. Ein Förderantrag "Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern" wurde gestellt und einstimmig beschlossen.

Der Gemeinde lag ein Antrag des Gesangvereines "Eintracht Aubstadt" vor, der auf Grund von diversen Ausgaben auf eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Höhe von 1000 Euro hoffte. Der Gemeinderat machte darauf aufmerksam, dass jedem Verein ein Zuschuss in Höhe von 500 Euro pro Jahr zusteht. Dazu müssten aber Investitionen nachgewiesen werden, die eine darüber hinaus gehende Summe rechtfertigen. Dies wurde in dem Fall aber nicht nachgewiesen, so dass sich der Verein jetzt auf 500 Euro freuen kann.

Turnhallen-Küche soll neu ausgestattet werden 

Am Ende des öffentlichen Teiles wurden von Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner noch einige Anfragen aus dem Gremium beantwortet. So lag der Antrag auf Einbau einer Wohnung auf dem Grundstück Fl. Nr. 178 vor.  Über einen Anbau am Wohnhaus an der Grundstücksfläche Fl. Nr. 1187/0 wurde ebenfalls informiert. Wesentlich umfangreicher wurde die Küchenneuausstattung in der Turnhalle besprochen. Dabei soll auf die Qualität für Küchengroßgeräte besonderer Wert gelegt werden. Die derzeitig geschätzten Kosten liegen bei 15.700 Euro. Auf Vordermann müsste dann die vorhandene Strominstallation gebracht werden, um die Geräte auch sorglos betreiben zu können. Eventuell gibt es dafür einen Zuschuss von der Grabfeld-Allianz. Weitere Angebote sollen eingeholt werden.

Am Spielplatz am Wolfgangsee möchte die Gemeinde in Absprache mit einigen Eltern weitere Spielgeräte platzieren. Bekannt wurde auch, dass das Anwesen ehemals "Fränkischer Hof" zwischenzeitlich in den Besitz der Gemeinde übergegangen ist. Da soll vor allem auch der Bevölkerung ein Mitspracherecht eingeräumt werden, was man aus dem Gebäude machen könnte. Am 1. März findet die Bürgerversammlung im Sportheim statt.