Bad Königshofen

Bad Königshofen: So viele Reisemobilisten wie noch nie

Beim Rundgang durch die Baustelle des neuen Gesundheits-, Therapie- und Wellnesszentrums zeigen sich die Ausmaße des neuen Anbaues. Damit reagiert die Kurbetriebs GmbH auf die steigenden Anforderungen im Gesundheits- Therapie- und Wellnessbereich, erläuterte Kurdirektor Werner An... Foto: Hanns Friedrich

Das strahlende Gesicht von Kurdirektor Werner Angermüller sagte schon vorab alles. "Bereits jetzt können die ersten Früchte der Investition geerntet werden", sagte er und nannte hier vor allem die Entwicklung des Reisemobiltourismus, wo man mit 36 136 Übernachtungen eine Rekordzahl erreichte. Nach oben schnellten auch die allgemeinen Übernachtungszahlen. Eine Durststrecke sei allerdings noch im Bereich der Therapie, der Sauna und der Therme zu überwinden. Hier sind seit September die Zahlen leicht eingebrochen.

Bei einem Rundgang über die Baustelle des neuen Gesundheits-, Therapie- und Wellnesszentrums sowie der im Bau befindlichen Riesenwasserrutsche wurde schnell klar, dass die Baustellen die Besucherzahlen nach unten drücken: "Es ist aber eine überschaubare Zeit, denn spätestens in der zweiten Jahreshälfte können die Arbeiter durch Erholungssuchende ersetzt werden", stellt Angermüller in Aussicht.

Aus der Eisstockschießbahn wurde der Wohnmobilstellplatz

Es wurde der Neubau in Stahlbetonbauweise an den Bestand angebaut, außerdem die bestehende Kurmittelabteilung komplett entkernt und neu gegliedert. Die Rohbauarbeiten am Gebäude und die Dachdeckerarbeiten wurden abgeschlossen. Aktuell ist der Innenausbau an der Reihe. Es ist ein großzügig gestalteter Bereich mit viel Tageslicht. Die neuen Behandlungsräume erhalten, wie der Bestand auch, eine Fensterfront auf der gesamten Raumhöhe. Im hinteren Bereich befindet sich der neue Bereich für das Personal. Der Abbruch des alten Rutschenturms am Schwimmbad ist bereits erfolgt, der Neubau befindet sich in der Endphase.

Die Kostenberechnung liegt bei 1,7 Millionen Euro. Beim Rundgang zeigt Angermüller auf den Heilwassersee, der 2005 eröffnet wurde, erinnerte an die einstige Eisstockschießbahn - den Beginn des heutigen Wohnmobilstellplatzes. In den vergangenen Jahren wurde ein verwilderter Gartenbereich umgestaltet und ist heute beliebter Treffpunkt für die Kurenden in den Sommermonaten. Aber auch Einheimische nutzen die kleine Anlage.

Erinnerung an ein unvergessliches Erlebnis

In diesem Zusammenhang verweist der Kurdirektor auf ein kleines Jubiläum: Am 29. Dezember 1999 wurde die Frankentherme ihrer Bestimmung übergeben. Bei einer Livesendung des Bayerischen Fernsehens sprang damals Werner Angermüller gemeinsam mit der BR-Moderatorin Karin Schubert in das Wasser des neuen Hallenbades.

"Es war ein unvergessliches Erlebnis", schwärmt er noch heute und erinnert daran, dass durch den damaligen BR-orrespondenten Hanns Friedrich die Livesendung zustande kam, allerdings unter der Voraussetzung, dass das Bad auch wirklich fertig ist. "Und wir waren fertig" sagt Werner Angermüller rückblickend und lacht.

Mehr Besucher für das Schwimmbad

Bereits zuvor, am Nikolaustag 1999, wurde die neue Therapieabteilung eröffnet, im Jahr 2000 kamen dann Saunadorf, weitere Räumlichkeiten, später Rutschenturm und Dampfbad dazu. Nicht mit Süßwasser, sondern mit Bad Königshofener Heilwasser wurde das Schwimmbecken gespeist und immer wieder aufgewertet. Eine Unterwasserbeleuchtung kam dazu, Unterwassermusik und das Außenbecken wurde mit einbezogen.

Enorm gesteigert wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Besucherzahlen im Schwimmbadbereich: "Ein Viertel mehr als in den Anfangsjahren." Positiv hereingespielt habe die Grenzöffnung 1989. Pendelte sich die Besucherzahl im Schwimmbad bis dahin bei rund 76 000 ein, so stieg sie kurzfristig auf 86 102 an. Im vergangenen Jahr waren es 110 226 Besucher, was einem Plus von 28 Prozent entspricht.

Attraktives Freizeitangebot

Heute verfügt Bad Königshofen über ein attraktives Freizeitangebot, das auch von Einheimischen und Gruppen, wie Rheumaliga, Osteoporose, sowie Gymnastikgruppen angenommen wird. Aufgrund dessen könne man mit gesundem Optimismus in die Zukunft blicken. Zu Therme und Saunabereich sagte der Kurdirektor, dass die Zahlen sich vor der Sanierung bei durchschnittlich 96 350 Besuchern einpendelten. Zum Jahresende 2019 waren es 147 024 (plus 52,6 Prozent).

Angesprochen auf den Abriss der Trink- und Wandelhalle erklärte Werner Angermüller, dass diese notwendig wird, um die darunter liegende Heilquelle zu sanieren. Als 1969 die Trink- und Wandelhalle gebaut wurde, hatte man die Heilquelle überbaut, sodass man von der Trinkhalle eventuelle Reparaturen vornehmen konnte.

Trink- und Wandelhalle muss saniert werden

Hier handelt es sich um die Urbaniquelle, die 1896 entdeckt wurde. Im Rahmen der weiteren Sicherung des Prädikates "Bad" fand nun eine Überprüfung statt, bei der eine dringende Sanierung angemahnt wurde. Dies geschieht in den kommenden Monaten, was auch den Abriss der bisherigen Trink- und Wandelhalle in diesem Jahr mit sich bringt.

Dann wird die Quelle nach außen verlagert und der Neubau, dessen Baubeginn 2021 vorgesehen ist, entsteht versetzt in Richtung Kurpark. Fertigstellung wird wohl Ende 2021 oder Anfang 2022 sein. Die neue Trinkhalle, die kürzlich im Stadtrat vorgestellt wurde, entspricht dann allen heutigen Anforderungen. Mehr über aktuelle Zahlen im Jahresbericht des Kurdirektors in unserer morgigen Ausgabe.