Irmelshausen

Kirche glänzt bald mit neuem ocker-gold-gelben Anstrich

Das Gerüst ist bald Vergangenheit: Der Turm der Irmelshäuser Kirche wird in wenigen Wochen ausgerüstet sein. Die Turmhaube steht bereits wieder frei. Foto: Alfred Kordwig

Sie ist eine der markantesten Baustellen im Grabfeld und schon von weitem an dem hohen Baugerüst zu erkennen: die Sanierung von Turm und Langhaus der Irmelshäuser St. Jakobuskirche. Der Hauptgrund für die auf insgesamt 1,2 Millionen Euro veranschlagten Bauarbeiten liegt weit in der Vergangenheit. Als dem Kirchturm vor 300 Jahren eine neue Haube aufgesetzt wurde, kam es zu einem Konstruktionsfehler. Folge: Es bildeten sich nicht nur tiefe Risse im Mauerwerk, sondern die Wände neigten sich immer mehr zur Seite - an manchen Stellen bis zu 26 Zentimeter.

Letzter Akt der Turmsanierung: Die Fassaden bekommen einen neuen Anstrich in einem ocker-gold-gelb-Ton. Dafür sorgen unter den Augen von Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf (zweite von rechts), Maler- und Verputzermeister Uwe Hochbrückner (rechts) und seine beiden Mitarbeiter Imran Shirzad und Andreas König. Foto: Alfred Kordwig

Nach längerer Vorplanung und der Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes mit dem Schweinfurter Architekten Dag Schröder war es Anfang 2018 soweit: Nachdem auch die Finanzierung des Millionen-Projektes stand, konnte der Turm eingerüstet und mit den Bauarbeiten begonnen werden. Um den Turm zu stabilisieren, wurden zunächst Löcher in das Mauerwerk gebohrt, durch die Stahlträger geschoben werden, wodurch eine Art Korsett entsteht. Anschließend wurden die Öffnungen wieder verpresst.

Noch einiges zu tun: Nach der Turmsanierung muss das Langhaus der Irmelshäuser Kirche fertig saniert und angestrichen werden. Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf hofft, dass diese Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sind. Foto: Alfred Kordwig

Damit war es aber längst nicht getan. Der Zahn der Zeit hatte auch am Dachstuhl der großen Turmhaube genagt, so dass etliche morsche Balken ausgetauscht werden mussten. Zudem wurden am Turm in den vergangenen Monaten die steinerne Balustrade und andere Bauteile aus Sandstein fachmännisch überarbeitet. Auch die im vergangenen Jahr heruntergenommene Turmkugel, das Kreuz und die Wetterfahne erstrahlen mittlerweile wieder in neuem Glanz.

September 2018: In luftiger Höhe waren Fachleute damals mit Sanierungsarbeiten an der Turmhaube beschäftigt. Foto: Hanns Friedrich

Gut ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten ist jetzt ein Ende der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten abzusehen. Im Bereich der Turmhaube wurde das Gerüst bereits entfernt. Momentan sorgen der Bad Königshöfer Maler- und Verputzermeister Uwe Hochbrückner und seine Mitarbeiter dafür, dass der Kirchturm einen neuen, rein mineralischen Anstrich in einem ocker-gold-gelb-Ton bekommt.  „Wir wollen die Turmsanierung in wenigen Wochen abschließen“, so Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf. Sie ist optimistisch, dass die dann noch am Langhaus durchzuführenden Arbeiten spätestens bis zum Jahresende beendet sein werden.

Sanierungsfall: Auch das Dachgebäck der Turmhaube musste zum Teil erneuert werden. Foto: Hanns Friedrich

Schon vor Beendigung der Renovierung von Turm und Langhaus der Irmelshäuser St. Jakobuskirche macht sich Beate Hofmann-Landgraf Gedanken darüber, wie der Abschluss der Arbeiten gebührend gefeiert werden könnte. „Wir planen zur Wiedereinweihung unserer Kirche im kommenden Jahr ein großes Fest“, so die Pfarrerin, die sich über eine weitere Zuschuss-Zusage freuen kann: Vor wenigen Tagen erreichte sie die Nachricht, dass sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erneut mit einem Betrag von 20 000 Euro an den Sanierungskosten beteiligen wird.

Wie wird die Kirchensanierung finanziert?
Rund 1,2 Millionen Euro kosten die Sanierungsarbeiten in und an der Irmelshäuser Kirche - für die Kirchengemeinde ein finanzieller Kraftakt, der nur mit Hilfe vieler Geldgeber gestemmt werden konnte.
Neben der politischen Gemeinde Höchheim, dem Landkreis, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beteiligten sich die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, das Evangelisch-Lutherische Dekanat Bad Neustadt und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern an den Kosten. Zudem gab es eine Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV des Bundes. Dazu kommen Eigenmittel der Kirchengemeinde in Höhe von 100 000 Euro.