Gollmuthhausen

200-Jahrfeier der Kirche in Gollmuthhausen

Gedenkort: Am Leuchter sind die Namen der Gefallenen festgehalten. Foto: Regina Vossenkaul

Am kommenden Sonntag, 12. Mai, feiert Gollmuthhausen das 200-jährige Bestehen der Kirche mit der ganzen Gemeinde sowie Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Dekan Matthias Büttner. Die Kirchengemeinde gehört gemeinsam mit Rappershausen und Hendungen zur Evang.-Luth. Kirchengemeinde Aubstadt. Dort arbeitet zurzeit das Pfarrerehepaar Julia und Florian Mucha.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es auch schon viel früher Kirchen in Gollmuthhausen gab. Erstmals erwähnt wurde 1194 eine "capella", von der sich bis in die heutigen Tage eine anno 1492 angeschaffte Glocke erhalten hat. Sie dürfte somit eine der ältesten Kirchenglocken in weitem Umkreis sein. 1556 wurde in einem Kirchenvisitationsprotokoll die Verbindung von Gollmuthhausen zur Pfarrei in Behrungen festgehalten. Vier Jahre später wurde Gollmuthhausen mit der Pfarrei Rothausen vereinigt.

Überliefert ist, dass 1608 eine neue Kirche errichtet wurde, die jedoch schon 1635 im Verlauf des Schwedenkriegs bis auf die Grundmauern niederbrannte und 1658, zehn Jahre nach dem Kriegsende, wieder aufgebaut wurde. Der Neubau von 1819 ersetzte die Vorgängerkirche, sie wurde im neoklassizistischen Stil erbaut und ist deshalb eine von nur drei Kirchen dieser Art in Unterfranken. Die Architektur zeigt eine klare Abgrenzung zu den üppigen Dekorationen von Barock und Rokoko, beschränkt sich auf Einfachheit, geometrische Exaktheit und gestalterische Bescheidenheit.

Die Kirche in Gollmuthhausen besteht seit 200 Jahren, der Geburtstag wird mit einem Kirchenfest gefeiert. Foto: Regina Vossenkaul

Im Jahr 2015 wurde das Gotteshaus renoviert und statisch gesichert, nachdem 2011 eine Notsicherung vorgenommen werden musste. Grund: Das Tonnengewölbe drückte auf die Außenwände, die besonders dort, wo sich viele Fenster befinden, überfordert waren. Die Außenwände wiesen damals große Risse auf, die Fensterstürze drohten abzusacken, sie wurden dann mit Winkeln zusammengehalten. 240 000 Euro wurden investiert, gemeinsam finanziert durch die evangelische Landeskirche, das Landesamt für Denkmalpflege, den Landkreis Rhön-Grabfeld, die Unterfränkische Kulturstiftung, die Bayerische Landesstiftung, die Gemeinde Höchheim und die Kirchengemeinde.

Dazu kamen viele ehrenamtlich geleistete Stunden der Helfer. Kirchenvorstand und Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf, die vertretungsweise Gollmuthhausen betreute, waren froh, als während eines Festgottesdienstes die liturgischen Utensilien - Bibel, Osterkerze, Abendmahlskelch und Taufschale - wieder an ihre Plätze gestellt werden konnten. 

(Mit Infos aus dem Rhönlexikon, Reinhold Albert, Heimat- und Archivpfleger des Landkreises Rhön-Grabfeld).

Die Gollmuthhäuser Kirche ist eine von drei Gotteshäusern im neoklassizistischen Stil in Unterfranken, auf üppige Ornamente wird verzichtet zugunsten klarer Linien. Foto: Regina Vossenkaul

Am 12. Mai wird nun das 200-jährige Bestehen der Kirche gefeiert, um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst, anschließend gibt es vor der Kirche einen Sektempfang, danach wird zum Mittagessen, Kaffee und Kuchen im Schützenhaus eingeladen. Uli Kiesel aus Waldberg wird gegen 14 Uhr auftreten.