BISCHOFSHEIM/BIBRA

"Geschenk für die Autobahnkirche"

Der neue Schriftenstand in der Autobahnkirche an der A 71 am Parkplatz Thüringer Tor ist ein Geschenk der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Es wurde vom Bildhauer Herwig Kemmerich (links) und seinem Schüler Michael Stenzel aufgestellt. Viel Lob gab es von Rhön-G... Foto: Hanns Friedrich

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Holzschnitzschule Empfertshausen vor einem Jahr an der Autobahnkirche an der A 71 Sitzgelegenheiten mit Motiven der Brücken spendiert hatte, hat nun die Berufsfachschule für Holzbildhauer Bischofsheim ihr Versprechen ebenfalls wahr gemacht und einen Schriftenstand gefertigt. „Das ist ein Geschenk unserer Schule für die Autobahnkirche“, sagte Bildhauer Herwig Kemmerich, Dozent in Bischofsheim. Ralf Luther, Vorsitzender des Vereins Autobahnkirche A 71 e.V. aus dem thüringischen Rosa, sagte ein ganz herzliches Dankeschön für dieses besondere Geschenk. „Kunst am Bau in der Autobahnkirche, das hat doch was“, fügte Rhön-Grabfelds stellvertretender Landrat Peter Suckfüll an. Beiden sah man es an, dass sie mächtig stolz und glücklich über das weitere Kunstwerk heimischer Kunstschaffender in der kleinen Kirche sind.

Der neue Schriftenstand ist eine Art großes Lesepult mit eingearbeiteten Fächern für Bücher und Schriften. Darüber angebracht ist ein großes Brett mit verschiedenen Möglichkeiten für die Broschüren, die in der Kirche ausliegen. „Nun hat das Ganze ein professionelles Gesicht und ist etwas ganz Besonderes für dieses kleine Gotteshaus," schwärmte Suckfüll. Er und Kreiskulturreferent Hanns Friedrich hatten sich dafür stark gemacht, dass sich die Holzbildhauer-Schüler aus Bischofsheim an der Innenausstattung der Autobahnkirche beteiligen.

Auch Luther war begeistert: „Es passt hervorragend in die moderne Innenausstattung und auch zu den bereits vorhandenen Sitzgelegenheiten.“

Zum neuen Kunstwerk selbst. Aus dem Stamm einer etwa 120 Jahre alten Linde ist der künstlerisch gestaltete Schriftenstand gefertigt. Die Form wurde mit einer Kettensäge herausgearbeitet und dann die Oberflächen geschliffen. Die Besonderheiten sind die kleinen Feinheiten. Man kann unter anderem anhand der Jahresringe das Alter der Linde nachvollziehen. Dies sieht Kemmerich auch als Verbindung zu den Kreisen, die den Boden der Autobahnkirche bilden.

Was das Kunstwerk noch ausmacht, sind Teile der Rinde, die zu erkennen ist. Und auch das Brett, an dem die verschiedenen Auslegemöglichkeiten für Flyer angebracht sind, ist ein Teil der einstigen Linde. „Sie müssen sich vorstellen, dass ich dieses Brett im vorderen Bereich abgeschnitten habe und somit ist alles aus einem Stamm gefertigt“, erklärte der Künstler.

Offiziell wird das neue Kunstwerk am kommenden Sonntag – gleichzeitig auch Tag der Autobahnkirchen – um 14 Uhr im Gottesdienst vorgestellt. Zudem können an diesem Tag zwischen 13 und 18 Uhr die Offenen Werkstätten mit den Abschlussarbeiten in der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim besucht werden.