BISCHOFSHEIM

"Cittaslow hat Potenzial für die Stadt"

Die Stadt Bischofsheim spielt mit dem Gedanken, eine Skulptur aufzustellen, die die Mitgliedschaft in der internationalen Vereinigung Cittaslow nach außen hin dokumentiert. Vier Modelle können derzeit im Foyer des Bischofsheimer Rathauses besichtigt werden. Foto: Marion Eckert

„Bischofsheim ist eine lebenswerte Stadt“, darüber waren sich die Stadträte einig. Seit 2012 ist Bischofsheim Mitglied bei Cittaslow, der internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte. Nun möchte Bürgermeister Georg Seiffert das Prädikat stärker in den Fokus rücken und intensiver bewerben. Eine Möglichkeit wäre das Aufstellen einer Skulptur, die in Zusammenarbeit mit der Holzbildhauerschule erstellt werden könnte. Entsprechende Modelle wurden bereits angefertigt und eine Auswahl ist im Foyer des Bischofsheimer Rathauses zu sehen.

Der einzige Tagesordnungspunkt in der öffentlichen Sitzung des Bischofsheimer Stadtrates behandelte dieses Thema. Tourismusreferent Gerhard Nägler gab einen Überblick zu Cittaslow, den Zielen und Potenzialen und den bereits ins Auge gefassten Ideen, um die Mitgliedschaft Bischofsheim stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen.

Ihren Ursprung habe die Cittaslow-Vereinigung in der Slowfood-Bewegung in Italien. Cittaslow setze sich zusammen aus den Begriffen „Citta“ für Stadt und „Slow“ für langsam. Dabei habe der Begriff langsam eine positive Bedeutung im Sinne von Entschleunigung, zur Ruhe kommen. 230 Mitglieder habe Cittaslow in über 30 Ländern, in Deutschland sind es 17 Städte. Bischofsheim ist unterfrankenweit die einzige Stadt und auch in Hessen und Thüringen gebe es keine Cittaslow-Kommune.

Cittaslow stehe für Lebensqualität durch ein intaktes Vereinsleben, sozialem Zusammenhalt, eine charakteristische Stadtstruktur, Naturraum und biologische Vielfalt, eine typische Kulturlandschaft, Gastfreundschaft, eine nachhaltige Umwelt- und Stadtpolitik sowie die Pflege von Brauchtum und Tradition. „Wir haben das alles und können sehr viel bieten“, erklärte Nägler.

Das Cittaslow-Prädikat werde bei der Tourismuswerbung eingesetzt, um Interesse zu wecken und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Nägler sprach von Gästen, die eigens wegen der Cittaslow-Mitgliedschaft nach Bischofsheim kommen. Dies bedeute einen Imagegewinn für die Stadt und sei ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Anregung, dass Bischofsheim Cittaslow-Kommune wurde, wurde damals aus der Gastromonie an die Stadt und Tourismusreferent Nägler herangetragen. Seit 2012 fanden beinahe jährlich Aktionen statt, die die Idee von Cittaslow Rechnung trugen. Nägler erinnerte an die kulinarischen Aktionswochen, den Genuss- und Erlebnistag (2013) und die Aktion „köstlich und kostbar“ (2014) in Kooperation mit der Hauswirtschaftsschule Bischofsheim, die Veranstaltung „wild und vielfältig“ mit der Jägerschaft (2015) und das regionale Picknick (2016) am Wasserspielplatz.

In 2018 wurde an den Begrüßungsschildern an den Stadteinfahrten das Logo von Cittaslow angebracht, am 21. Oktober ist in Kooperation mit der Hauswirtschaft die Aktion „Herbstliche Genüsse“ geplant.

Beschlossen werden müsse noch die Idee der Cittaslow-Skulptur, die den bereits bestehenden Altstadt- und Holzskulpturenrundgang ergänzen könnte, vorausgesetzt, die Stadträte geben ihre Zustimmung. Die Idee trug Gerhard Nägler schon 2016 an die Holzbildhauerschule heran. Im Rahmen des Unterrichts wurden in Form eines Klassenwettbewerbs elf Modelle erstellt. Eine Jury, bestehend aus Bürgermeister, Tourismusreferent, Schulleiter und dem künstlerischen Leiter der Schule sowie einem Gastronom wählten die vier Modelle aus, die nun im Foyer des Rathauses bestaunt werden können.

In einer der nächsten Sitzungen des Bischofsheimer Stadtrates werden die jeweiligen Schüler ihre Modelle inklusive einer Kostenauflistung vorstellen. Nägler und Seiffert dankten der Holzbildhauerschule, die diese Idee aufgriff und umsetzte. „Cittaslow hat Potenzial für die Stadt und den Tourismus“, betonte Seiffert seine Beweggründe.

Benjamin Lenhardt schlug vor, den Bischofsheimer Entwurf der Cittaslow-Bewegung als überarbeitetes und frisches Logo vorzustellen, die bisherige Schnecke müsse seiner Ansicht nach reformiert werden.

Die Idee, Cittaslow stärker zu vermarkten, stieß bei den Stadträten auf Zustimmung. Christian Enders schlug vor, auch die Vereine für das Thema zu gewinnen.

Alfred Thalheimer wollte von Gerhard Nägler wissen, inwieweit Bischofsheim vom Erfahrungsaustausch mit anderen Cittaslow-Städten profitieren könne. Nägler verwies auf den bisherigen Ideenaustausch, daraus sei beispielsweise die Idee zur Skulptur erwachsen.