OBERELSBACH

Nofretete und die Kettensäge

Ausstellungseröffnung mit Schülern der Holzbildhauerschule Bischofsheim im „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach: Schülerin Kerstin Spork gab Erklärungen zu den Exponaten. Foto: Marion Eckert

Vier Wochen lang wird im „Haus der Langen Rhön“ die Sonderausstellung mit Werken aus der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer Bischofsheim zu sehen sein. Zur Vernissage waren neben den Schülern und Lehrkräften unter anderem auch stellvertretender Landrat Josef Demar und der ehemalige Schulleiter Rudolf Schwarzer erschienen.

Michael Dohrmann, Fachbetreuer für Umweltbildung im „Haus der Langen Rhön“, freute sich, dass der lang gehegte Wunsch, eine Ausstellung mit Holzbildhauerschule zu realisieren, endlich gelungen ist. Die Ausstellung geht zurück auf die Pflanzaktion, die im Oktober auf einer Sturmwurffläche zwischen Bischofsheim und Weisbach vorgenommen wurde. Die angehenden jungen Holzbildhauer haben im Sinne von Nachhaltigkeit junge Bäume gepflanzt und sich mit Themen der Forstwirtschaft befasst.

Stellvertretender Landrat Josef Demar hob die Bedeutung der Holzbildhauerschule für Rhön-Grabfeld hervor. Dass der Landkreis vorhabe, die Schule neu zu bauen, zeige, welcher Stellenwert der Einrichtung zukomme. „Wir stehen zum Standort und zur Schule“, sagte Demar.

„Diese Schule gehört in die Rhön“, sagte der Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates, Michael Geier. Zwar habe sie heute nichts mehr mit der Zeit der Entstehung zu tun, als sie gegründet wurde, um der Armut im Lande entgegenzuwirken. Heute sei sie eine Schule, die zeige, wie lebendig die Rhön durch Einheimische und Gäste sei. Den jungen Künstlern wünschte er, dass sie ihrem Beruf treu bleiben und auch davon werden leben können.

Durch die Ausstellung führte Kerstin Sporck, die sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr befindet. Gezeigt werden Werke aus den aktuellen Schulklassen. Es sind Arbeiten aus dem Schulalltag, die die unterschiedlichen Entwicklungsstadien in der Ausbildung aufzeigen. Ein Erstprojekt ist der Kerbschnitt in einem Kubus aus Lindenholz, erklärte Sporck. Dann folgten freiere Objekte aus der Unterwasserwelt, wo es auch schon um verschiedene Möglichkeiten der Aufstellung und Präsentation ging.

Im zweiten Ausbildungsjahr befassten sich die Schüler mit einer Büste der Nofretete im kubistischen Stil. Kettensäge und Bandsäge kamen neben hier auch zum Einsatz. Ganz unterschiedlich sind die Schüler an die Ausprägung der Nofretete heran gegangen, wie diversen ausgestellten Werke zeigen. Weiter ging es mir Reliefarbeiten zu organischen Formen. Zeichnung, Tonmodell, Gipsmodelle gehören zur Ausbildung dazu. Auch hierzu gibt die Ausstellung einen Einblick.

Ein weiteres Projekt war die Anfertigung einer Sitzgelegenheit. Dabei wurden ganz unterschiedliche Materialien verwendet wie Papier, Plexiglas und Stahl. Auch Kopierarbeiten gehörten in das zweite Ausbildungsjahr. Gezeigt wird, wie Kopierarbeiten angefertigt werden – anhand einer „Frau mit Tuch“. Schließlich gibt es auch noch kleinere Exponate, die sich mit der Darstellung von Köpfen befassen.

Die Ausstellung ist bis 19. März täglich von 10 bis 16 Uhr, außer Dienstag, zu sehen.