GARTENSTADT

Tolle Tanz-Revue verzaubert Narren

Mit Rotkäppchen tanzten die allerliebsten Sterntaler durch den Wald. Foto: Fotos (3): Karin Nerche-Wolf

„Helau, Halex, Alaaf“ – so vielsprachig führten Franzi Kneuer und „Schmitti“ Marco Schmitt durch die erste Prunksitzung des Karnevalsvereins Stadtgarde Bad Neustadt, die dem Auge eine tolle Tanz-Revue bot und mit allerlei Narretei fröhliches Lachen auf die Gesichter zauberte.

So richtig ging die Post ab, als Nico Rossmann mit seinem Sturmschritt – er hatte ihn noch von „Friederike“ drauf – in den Stadtsaal rauschte. Kein Zug hatte den RTL-Mann aus dem Kölner Alaaf-Land in die Heimat bringen wollen, da musste er mit seinem Koffer laufen. Genial, was er danach noch für eine Energie versprühen konnte!

 

Zielsicher sauste er ins Publikum, griff sich drei Mitmach-Kandidaten und zeigte ihnen ruck, zuck, wie sie mit ulkigen Bewegungen zu Komikern werden. Ja, und dann schlug die Stunde der Schüler-Revanche an der Mathe-Lehrerin. Stadträtin Petra Bieber huschte als Elfe auf die Bühne und war in Sekundenschnelle mit einer Maske und geliehener Kreisch-Stimme in einen energischen „Drachen“ verwandelt, der mit jeder Silbe die nächste Lachsalve auslöste. Als Wiedergutmachung durfte sich die wehrlose Närrin dann darin sonnen, dass sie Nico Rossmann in einer Nicolas-Rossini-Schlagersänger-Parodie anhimmelte und die Gartenstadt ihre ganz individuelle Faschingsnote genoss.

Die Mordsgaudi teilten natürlich auch alle illustren Gäste, die mit Prinz und Prinzessin aus Schweinfurt, Hammelburg und Böschema angereist waren und sich mit dem größten Vergnügen von einer Putzfrau belehren ließen, wie denn eine Toilette so benutzen ist, dass auch der Nachfolger noch gerne dort hingeht. Mit todernster Miene und drollig anzuschauendem Lockenwickler-Köpfchen gab die gerade noch vierjährige Elisa präzise Anweisungen von höchster Narrenqualität.

Hinreißenden Nachwuchs aus den eigenen Reihen konnte das Sitzungspräsidenten-Duo auch mit Solotänzerin Emily Gerlach präsentieren, die sich im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt hat, und mit der ganz entzückenden kleinsten Garde, den Sterntalern, die in allerliebsten Kostümen mit Rotkäppchen und dem Wolf einen schönen Wald durchstreiften.

Mit schwungvollen Gardetänzen und fantasievollen Showtänzen in farbenfrohen Kostümen und mit ausgefeilter Choreografie begeisterten die weiteren Garde-Generationen des total bewegten Karnevalsvereins. So begaben sich die Sternschnuppen mit Peter Pan in ein Wohlfühl-Nimmerland und suchten die Mini Starlights auch in luftiger Hebeposition nach flotten Wegen, wie sie Millionär werden könnten.

Einfach mal den hübschen Clown raushängen ließen die Milkyways, die sich Konfetti in die Flugbahn schossen und ohne Zugabe nicht von der Bühne durften. Lädierte Knie führten dazu, dass Allround-Tänzerin und Trainerin Jessica Kiesel auch noch im Männerballett mit einsprang und dem Pechvogel half, einen Glückspilz zu finden. Der Lohn für die adrette Truppe: Duschgel vom Elferrat.

Als köstlich streitsüchtiges Ehepaar wollten Hermann und Mathilde (Birgit Schreiber und Klaus Bollwein aus Oberthulba) irgendwie zurück zu den magischen Worten „Ich liebe dich“. Aber erst verstottert sie Hermann, dann ist es für ihn reizvoller, in der Küche eine Scheibe Presssack abzuschneiden. Wo sich Mathilde doch so gesehnt hat…

Faustdick hinter den Ohren hatten es die vier Schwarzen Witwen, die einen 33.000 Euro teuren Gedenkstein in gefasster Ringform am Finger tragen, jeden Mittwoch zu einem anderen Leichenschmaus gehen und sich auf flotter Sohle nach dem nächsten Ehemann umschauen. Bei diesem Sketch bewiesen Franzi Kneuer und Jessi Kiesel ihr Multi-Faschingstalent, zu ihnen gesellten sich Renate Elbert und Natascha Maskus.

Seiner Tochter Elisa folgte Papa Marcel Dolag in die Bütt nach. Er deckte als Harry, der rasende Reporter, veränderte Methoden der Kindererziehung auf. Als Paul Panzer schaute sich Tobias Happel bei den Esoterikern um und hielt dem Amethyst fürs Selbstbewusstsein spontan eine 15er-Mutter entgegen: „Die scheint dir zu fehlen.“ Seine tollen Englischkenntnisse machen Schikoree aus der Security. Hauptsache, sie lässt uns rein zum Fasching.

Das tat sie zum Glück, denn im Stadtsaal gab?s noch mehr zu erleben: einen äußerst sportlichen Gardetanz der Eskage aus Schweinfurt, die Hammelburger Schlossgarde, die die Chancen des Lebens zu elegantem Tanz nutzte, und die Tanzsportgarde Hollstadt, die mit ihrem Gardetanz und einem tollen Super Mario gefiel. Und nach der Musik von Kai geriet die Narrenschar im Saal in ausgelassene Bewegung.

Putzfrau Elisa gab originelle Regieanweisungen für die Toilettenbenutzung und wird dafür von Franzi Kneuer gelobt.
In Zusammenarbeit mit Narren aus dem Publikum, hier Petra Bieber, heizte Nico Rossmann die Stimmung im Stadtsaal mächtig an.