OBERWEIßENBRUNN

Der "Unschlagbare" wird 80

Eine Sportlegende wird 80. Helmut Simon aus Oberweißenbrunn, noch immer als Läufer, Skifahrer und Mountainbiker aktiv, feiert am Montag Geburtstag. Foto: Marion Eckert

Die 80 Jahre sieht man Helmut Simon nicht an. Fit und unermüdlich ist er mit dem Mountainbike den Kreuzberg hinauf unterwegs. „Ich brauche kein E-Bike, das geht alles ohne“, sagt er schmunzelnd. Dass es nun wieder auf die kalte Jahreszeit zugeht, das stört Helmut Simon nicht, er freut sich schon auf gespurte Loipen. Denn auf den Langlaufski ist er genauso fit wie auf dem Mountainbike. Und sollte er mal auf das Bike oder die Ski keine recht Lust haben, dann werden die Laufschuhe geschnürt und lange Spaziergänge unternommen. „Mein ganzes Leben gehörte der Arbeit und dem Sport“, blickt Simon zurück. Am Montag feiert er seinen 80. Geburtstag.

Helmut Simon wurde in Oberweißenbrunn geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er in Bischofsheim bei der Firma Halbig eine Lehre als Maurer. Diese Ausbildung war das Sprungbrett für den späteren beruflichen Werdegang bei der US-Army in Wildflecken. Von 1962 bis zur Auflösung der US-Kaserne im Jahr 1994 war Helmut Simon für die Amerikaner tätig. Geheiratet hat Simon im Jahr 1960 seine Frau Helene, mit der er zwei Kinder hat. Seit 1991 ist er verwitwet.

Ein Blick auf seine sportliche Karriere zeigt beachtliche Erfolge. Über Jahrzehnte hinweg dominierte er den Skisport in der Rhön. Die Schlagzeilen der unzähligen gesammelten Zeitungsartikel berichten über einen „unschlagbaren Helmut Simon“, der Maßstäbe setzte. Helmut Simon wird da auch als „Langlauf-Legende“ bezeichnet.

Begonnen hat Helmut Simon als 15-Jähriger mit dem aktiven Skisport. Skifahren konnte er natürlich schon vorher. „Wir sind halt so rumgerutscht, im Rhöner Landstil“. Doch mit der Gründung des Skigaus ging es in der Rhön und mit Helmut Simons sportlicher Karriere so richtig los. Das erste Skilanglaufrennen fand 1952 statt. Simon war der Langlauf aber eigentlich viel zu anstrengend und so wandte er sich dem alpinen Skisport zu.

Dann entdeckte er 1956/57 die Faszination des Skispringens. Die Schachenbergschanze war der Ort, an dem sich damals die Oberweißenbrunner Jugend tummelte. „Außer Wintersport gab es bei uns keinen anderen Sport“, erinnert er sich. Simon wurde Skispringer.

Zum Langlauf kam er dann im Winter 1957/58. Der Oberweißenbrunner Mannschaft fehlte für die Staffel ein Läufer, Simon sprang ein – und er fand Gefallen daran. „Plötzlich war es mir nicht mehr zu schwer.“ Was lag da näher als Skispringen und Skilanglauf in der Nordischen Kombination zu vereinen. Hier war Simon bald unschlagbar.

Bereits 1958 holte er sich den hessischen Meistertitel. Damit war der Durchbruch erzielt und Simon dominierte fortan diesen Sport in der bayerischen und hessischen Rhön. Ein Titelgewinn reihte sich an den anderen. Bis weit in die 1970er Jahre hinein war Simon aktiver Skispringer und Kombinierer, später verlegte er sich ganz auf den Langlauf. An unzähligen Meisterschaften hat er im Laufe der Jahrzehnte teilgenommen. Von den sportlichen Erfolgen zeugen die vielen Pokale, Plaketten und Urkunden. Bis zur Gründung des WSV Oberweißenbrunn im Jahr 1982 lief das alles unter Skiabteilung des Rhönklub Oberweißenbrunn.

Nahtlos nahm Simon seine Erfolge in den 1980er Jahren mit in die Seniorenklassen, wo er bis zum vorigen Winter noch an der Spitze mitmischte. Er nahm an Seniorenweltmeisterschaften teil und 1988 wurde er gleich dreifacher bayerischer Meister über 15 und 20 Kilometer sowie mit der Vereinsstaffel. Neben dem Skiwettbewerben, nahm er auch an Mountainbike- und Inliner-Rennen teil, wo er ebenfalls eine Vielzahl an ersten Plätzen in der Region und auf Bundesebene erzielte. Seine sportlichen Aktivitäten erstrecken sich aber auch auf Trainer-, Übungsleiter- und Sportwart-Tätigkeiten zunächst im Rhönklub, später im WSV und im Skigau. Simon war der erste Trainer der nordischen Stützpunktmannschaft.

Doch nicht nur der Sport hat es ihm angetan, auch die handwerkliche Betätigung. „Ich bin ein Handwerker durch und durch.“ Vor allem sein Kenntnisse der Steinmetzarbeiten konnte er bei den Brunnenfreunden Oberweißenbrunn einsetzen Von 2001 bis 2016 schuf er mit seinen Kollegen 15 Brunnen beziehungsweise fasste Quellen ein, vorwiegend im Bereich Oberweißenbrunn, Gersfeld, Bischofsheim und am Kreuzberg.

An seinem Geburtstag wird Simon nicht zu Hause anzutreffen sein. Der Tag gehört ihm und seiner Lebensgefährtin Mechthild Will. Am Sonntag, 15. Oktober wird der Geburtstag mit einem Dankgottesdienst am Kreuzberg und einem anschließenden Brunch im Elisäus mit der Familie gebührend gefeiert.