BAD NEUSTADT

Ungewöhnliches Landkreis-Relief

Landrat Thomas Habermann (von links) bewunderte das Landkreis-Relief, das die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim für das Landratsamt anfertigte. An der Entwicklung beteiligt waren Lehrer Michael Kühnert, Jörg Geier (Stabsstelle Kreisentwicklung), Schulleiter Kurt ... Foto: Karin Nerche-Wolf

„Das ist ja mal was ganz Besonderes“, zeigte sich Landrat Thomas Habermann total begeistert von der ungewöhnlichen Landkreis-Darstellung, die jetzt im Landratsamt einen Ehrenplatz einnimmt. Wegen des beachtlichen Gewichts war das Aufhängen gar nicht so einfach und passte damit zum Herstellungsprozess, der ebenfalls großen Einsatz erforderte.

Vor rund zwei Jahren kam Dr. Jörg Geier, Leiter der Stabsstelle für Kreisentwicklung, auf die Idee, dass die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim hervorragende Arbeit an der Jugend leistet, aber eigentlich nirgendwo abgebildet ist. So nahm er Kontakt mit den Holzbildhauern auf, ob sie einen Wegweiser durch den Landkreis nach Bischofsheim anfertigen und damit zugleich eine Visitenkarte ihrer Schule anfertigen möchten.

Natürlich wollten sie. Einen ersten Entwurf für ein Landkreis-Relief erstellte Lehrer Michael Kühnert aus 20.000 Nägeln. Weil mit ihnen die Höhenunterschiede nicht zu modellieren waren, stieg er gemeinsam mit seinem Kollegen Herbert Holzheimer auf kleine Stelen um, die zunächst im Styropor-Modell genau durchgerechnet und dann mit der Kettensäge aus Rhöner Eiche gefertigt wurden. Die größeren Ortschaften setzen sich farblich mit leichter Verdunklung ab, gut nachvollziehen lassen sich die Flussläufe. Aus rund 2.000 „Pixeln“ wuchs ein echter Blickfang, ein überhöhtes 3D-Relief.

Gestaltet hat es im Wesentlichen die Abschlussklasse 2015/2016 unter Leitung von Herbert Holzheimer, auch der nächste Abschlussjahrgang legte noch Hand an. Das ergänzende Landkreis-Wappen aus Holz wurde in der Werkstatt von Kreishandwerksmeister Bruno Werner gelasert.

Angesichts dieser hervorragenden Arbeit betonte Landrat Thomas Habermann, dass der Landkreis die Berufsfachschule für Holzbildhauer nach Kräften baulich und inhaltlich weiterentwickeln möchte. So werde derzeit gemeinsam mit der Regierung geprüft, wie ein Neubau zu realisieren sei. Außerdem werde sich die Schule nach den Worten von Schulleiter Kurt Haßfurter breiter aufstellen und sich neben dem Werkstoff Holz auch für andere Materialien öffnen mit Kurs auf eine Bildhauerschule.