SCHÖNAU

Jede Menge Ideen für die Ortsmitte

Zufrieden zeigten sich die Planer der Architektenbüros Perleth, Schweinfurt und „arc grün“, Kitzingen mit dem Ergebnis einer zweitägigen offenen Planerwerkstatt zur Erarbeitung einer Innerortsrahmenplanung in Schönau (von links): Christiane Wichmann, Susen Kolitsch, Lorenz Rothma... Foto: Manfred Zirkelbach

Es wird immer augenscheinlicher. In den Ortszentren unserer Rhön-Grabfeldgemeinden stehen immer mehr Gebäude leer, ungenutzte Grundstücke und Baulücken werden wegen ihrer Unattraktivität nicht ausreichend genutzt. Die Folge ist eine drohende Verödung der Ortskerne.

Um dem entgegenzusteuern, haben sich die Gemeinden in der NES-Allianz schon vor längerem damit beschäftigt, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe und in Workshops Fakten zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Dörfern zu sammeln. Hierzu sind die Gemeinden aber zusehends auf die Mitarbeit und Unterstützung der Bürger angewiesen, weshalb sie sich im Rahmen der Städtebauförderung auf die Erstellung eines „Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK)“ festgelegt haben.

Ziel ist es, unter Berücksichtigung der demografischen und strukturellen Entwicklung nach Möglichkeit die Innenentwicklung vor die Außenentwicklung zu stellen und so die weitere Zersiedelung möglichst zu vermindern. Dabei geht es um Leerstände, Art der Nutzung, künftige Nutzungsmöglichkeiten, Gestaltung wie auch um öffentliche Nutzungen und Erschließung. Die Gemeinde Schönau lässt dazu derzeit eine Rahmenplanung für ihren Ortskern in Zusammenarbeit mit der NES-Allianz und der Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken erstellen.

Verantwortlich hierfür ist die Planergemeinschaft „Perleth, Schweinfurt“ und „arc grün Kitzingen“.

Zwei Tage hatten sich die Planer nun Zeit genommen, haben sich das Planungsgebiet intensiv angesehen und sind mit Bürgern und beteiligten Grundstückseigentümern ins Gespräch gekommen. Dabei konnten wertvolle Ideen und Vorschläge gesammelt werden, um diese dann in einer offenen Planerwerkstatt zusammenzufassen. Viele Bürger sind dieser Einladung zur Mitarbeit gerne gefolgt, konnten den Planern bei ihrer Arbeit buchstäblich über die Schulter schauen, mitarbeiten und mitdiskutieren. Die Erwartung der Planer auf zahlreiche Beteiligung interessierter Bürger und Gemeinderäte wurde bei weitem übertroffen. Eine Ortsbegehung fand genauso großen Zuspruch wie auch die abschließende Präsentation der erarbeiteten Vorschläge in der DJK-Sporthalle.

Dies freute vor allem die verantwortlichen Architekten Joachim Perleth und Thomas Wirth vom Büro Perleth und Christiane Wichman von „arc grün“ mit ihren Mitarbeitern. Den großen Zuspruch seitens der Bevölkerung wertete Bürgermeister Rudi Zehe dann auch als einen richtigen und verantwortungsvollen Schritt, welchen Gemeinderat, Verwaltung und Bürger gemeinsam gehen wollen.

Für das zu überplanende Gebiet hat die Gemeinde die Grundstücke an der südlichen Rhönstraße, der vorderen Markbergstraße und der Sonnenstraße mit einigen Leerständen und Baulücken ausgesucht. Vor allem kristallisierte sich bei den Vorschlägen heraus, wie man den Ortskern mit dem seit einigen Jahren leerstehenden Gebäude des ehemaligen Gasthauses „Weißes Ross“ wieder einer optimalen Nutzung zuführen könnte. Aber auch die Notwendigkeit eines Kindergartenneubaus wurde in die Überlegungen mitaufgenommen. Mit der Ideensammlung an der Hand gingen die Planer dann an die Arbeit.

Konzeptvorschläge wurden erarbeitet. Sie stellten dann auch zunächst den Bestand der Grundstücke und Gebäude den Wünschen und Anregungen gegenüber. „Altes vor allem wenn möglich erhalten, Neues und Notwendiges aber hinzufügen“, stellte Joachim Perleth in den Vordergrund aller künftigen Überlegungen. Vor allem die Gestaltung der Ortsmitte zu einem echten Kommunikationszentrum wurde immer wieder genannt.

Gefallen hat den Teilnehmern der abschließenden Präsentation unter anderem die Idee der Planer für ein Rhönrad-Infozentrum und weiteren Räumen zusammen mit einer parkähnlichen Grünfläche und unter Einbeziehung des Mühlbaches: „Ein Alleinstellungsmerkmal für Schönau“, wie es Thomas Wirth in Beziehung auf den Geburtsort des Sportgerätes bezeichnete. Aber auch ein Funktionsgebäude mit Arzträumen, einen Raum für Seniorenbetreuung, Platz für ein Archiv und für eine Bücherei könnte dort seinen Platz finden.

In den verschiedenen Varianten wurde auch ein geeigneter Platz für den benötigten Kindergarten ausgewiesen, genauso wie Wohngebäudegrundstücke auf kleineren Baugrundstücken mit dem Begriff „Junges Wohnen“ oder auch die Anlage einer kleinen Feriensiedlung.

„Es ist vieles möglich“, stellte Christiane Wichmann fest, nun werde man mit den vielen Ideen in den beiden Büros an die Arbeit gehen und diese in ein Konzept grafisch und textlich einfügen. Eine Präsentation findet noch in diesem Herbst bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung statt, versprach der Bürgermeister.