BISCHOFSHEIM

Abschied nach 20 Jahren

Gleich drei besondere Ereignisse wurden in Verbindung mit dem Tag der offenen Tür in der Berufsfachschule für Holzbildhauer gefeiert: Die Verabschiedung des langjährigen Schulleiters Rudolf Schwarzer, die Vergabe des Philipp-Mendler-Preises und die Vergabe des Preises der Stadt Bischofsheim.
Der Philipp-Mendler-Preis wurde an Eva Weißmann übergeben. Es gratulierten Klaus Metz (rechts) und Landrat Thomas Haberm... Foto: Marion Eckert

20 Jahre war Rudolf Schwarzer Leiter der Holzbildhauerschule. Landrat Thomas Habermann würdigte in seiner Ansprache Schwarzers Verdienste um die Schule sowie seinen persönlichen Einsatz um die künstlerische und persönliche Fortentwicklung der Schüler. Schwarzer sei ein Garant für qualitativ hochwertiges Schaffen an der Bischofsheimer Holzbildhauerschule gewesen. Nicht Richtlinien und Ministeriumsvorgaben seien maßgeblich gewesen, sondern stets der individuelle Schüler. Schwarzer habe sich als hervorragender Begleiter für suchende, handwerklich entwickelbare, kulturell neugierige, künstlerisch begabte junge Menschen erwiesen.

Mit großer Sensibilität habe er den Menschen in seiner Gesamtheit wahrgenommen und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. So habe er auch Orientierung gegeben, sei Halt und Stütze gewesen, unabhängig von Noten. Habermann charakterisierte Schwarzer als einen Menschen mit großem Einfühlungsvermögen, der anderen Wertschätzung, Achtung und Offenheit entgegen bringe. Er könne sehr gut zu hören, habe eine große Menschenkenntnis und die Gabe, jungen Menschen neue Horizonte zu eröffnen. Unter Schwarzers Leitung habe die Schule eine kontinuierliche und erfolgreiche Entwicklung erfahren, dankte Habermann.

Bischofsheims Bürgermeister Udo Baumann dankte Schwarzer für das gute Miteinander in all den Jahren und das persönliche Wohlwollen gegenüber der Stadt Bischofsheim. Künstlerisch habe Schwarzer in Bischofsheim viel bewegt. Er nannte den Skulpturenweg, die Ausgestaltung des Klanggartens und die Kunstwerke am Wasserspielplatz und im Friedhof.

Schwarzer selbst richtete seinen Dank an Bürgermeister Baumann, der immer ein offenes Ohr für die Holzbildhauerschule gehabt habe. Auch der Förderpreis der Stadt Bischofsheim gehe auf seine Initiative zurück. Die Holzbildhauerschule befinde sich in einem Umbruch, stelle sich neu auf, da sei es an der Zeit gewesen, neuen Ideen und Köpfen Platz zu machen, erklärte Schwarzer. Er freute sich, dass so viele ehemalige Schüler, Weggefährten und Kollegen zu seiner Verabschiedung kamen. Mehr als 35 Jahre habe er als Lehrer Schüler begleitet, junge Menschen zu fördern und zu fordern sei ihm immer ein Anliegen gewesen.

Der neue Schulleiter der Holzbildhauerschule ist Kurt Haßfurter, er ist für die Organisation und Verwaltung zuständig. Zum künstlerischen Leiter der Schule wurde Martin Bühner ernannt. „Es macht Sinn, dass die Schule einen eigenen künstlerischen Leiter bekommt“, betonte Landrat Habermann und beglückwünschte Bühner, der selbst Absolvent der Schule und Kunstschaffender sei.

Der Philipp-Mendler-Preis wird vom Landkreis Rhön-Grabfeld an besonders talentierte und herausragende junge Künstler übergeben. Klaus Metz (Langenleiten) übernahm die Preisverleihung als Mitglied der Jury an die Preisträgerin Eva Weißmann. Ihre Arbeit „Kubische Form aus Pappelholz“ habe überzeugt, sagte Metz. „Wie die Schnitte am Stamm gesetzt und ausgeführt sind, zeugt von bildhauerischer Intelligenz und dem Gefühl für das Material Holz. Die Arbeit hat eine raumgreifende Wirkung, der man sich nicht verschließen kann.“

Den Förderpreis der Stadt Bischofsheim übergaben Martin Bühner und Bürgermeister Udo Baumann Preis an Eva Reichert-Nelkenstock, Nico Jendrusch und Anne Münter, eine Schülerin der 10. Klasse. Eva Reichert-Nelkenstock habe sich intensiv und überzeugend mit der plastischen Umsetzung der Struktur von gefaltetem und gedrehtem Papier beschäftigt. Nebenbei entstand ein Porträt der Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, das demnächst in gebranntem Ton seinen Platz in München finden werde. Nico Jendrusch habe unermüdlich und akribisch gearbeitet, mit seiner Installation aus Pappe sowie seiner Abschlussarbeit „Widderkopf“ dies auch künstlerisch und nachdrücklich unter Beweis gestellt. Anne Münter habe intensiv und überzeugend gearbeitet. Der Preis soll Anerkennung und weitere Ermutigung für sie sein.

Schließlich konnte Klassenleiter Herbert Holzheimer die Zeugnisse an die Absolventen übergeben: Rike Dühnen (Bad Bergen, Kreis Osnabrück), Nico Jendrusch (Schneeberg, Erzgebirge) Evelyn Keidel (Kothen), Susanne Kösser (Großeutersdorf, Saale-Holzland-Kreis), Eva Reichert-Nelkenstock (Zeitlofs), Kerstin Salzmann (Kirchheim), Eva Weißmann (Dresden), Lisa Wittal (Möckmühl, Kreis Heilbronn).

Rudolf Schwarzer wurde nach 20 Jahren als Schulleiter an der Bischofsheimer Holzbildhauerschule verabschiedet. Das Bild zeigt von links: Bürgermeister Udo Baumann, den neuen künstlerischen Leiter der Schule Martin Bühner, Rudolf Schwarzer und Landrat Thomas Habermann. Foto: Eckert
Die Absolventen der Holzbildhauerschule mit ihrem Klassenleiter Herbert Holzheimer. Foto: Fotos (4): Marion Eckert
Der Förderpreis der Stadt Bischofsheim ging an drei Schüler. Das Bild zeigt von links: Bürgermeister Udo Baumann, Anne Münter, Eva Reichert-Nelkenstock und Nico Jendrusch sowie Martin Bühner. Foto: Eckert