FLADUNGEN

Alles rund ums Wasser

„Waschbrett, Krug und Mühlenrad“ – lautet das Saisonmotto im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen, wo man sich heuer besonders der Wassernutzung auf dem Land widmet. Am Mittwoch wurde beim Pressegespräch im Museums-Wirtshaus „Zum Schwarzen Adler“ das umfangreiche Jahresprogramm vorgestellt.
Ohne Wasser kein Bier: Zum Jahresthema Wasser passt auch der Brautag im Fränkischen Freilandmuseum, der heuer mit den Fe... Foto: Eva Wienröder

Wasser war schon immer von existenzieller Bedeutung für die Menschen, insbesondere auch im niederschlagsarmen Unterfranken. Für was alles früher Wasser gebraucht wurde und wie die Landbevölkerung damit umging, darauf soll heuer im Museum das Augenmerk liegen. Das Museum selbst liefert dafür vielfältige Bezüge, so laufen die Mühlen ohne Wasser nicht oder auch das Bierbrauen und Schnapsbrennen wäre ohne Wasser nicht möglich.

Zum Thema wurde von Museumspädagogin Natalie Ungar eigens die Sonderführung „wasserarm – wasserreich“ konzipiert und es gibt im Mai in Zusammenarbeit mit dem „jukunet – Netzwerk für Jugendkultur“ auch einen Aktionstag „Wasser marsch!“ für Kinder, hierbei kann der Nachwuchs der Wasserkraft näher auf den Grund gehen.

Museumssprecher Jens Englert stellte die Höhepunkte des umfangreichen Veranstaltungskalenders vor. Am 23. April wird das Jubiläum „500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot“ im Rahmen des alljährlichen Brautags gefeiert. Die Veranstaltung ist eingebettet in die „Fränkische Woche“.

Mit einem großen Programm verbunden ist ebenso das 11. unterfränkische Volksmusikfest am 10. Juli, das mit der Arge Fränkische Volksmusik Bezirk Unterfranken ausgerichtet und von etwa 20 Gruppen gestaltet wird. Feste gefeiert wird wie jedes Jahr am großen Museumsfest am letzten Augustwochenende. Vielversprechend klingen auch die Kaffeetafel unter dem Motto „Muckefuck & Co.“ am 10. September zum 25-jährigen Bestehen des Biosphärenreservats Rhön und die Apfeltage am 2. und 3. Oktober, bei denen sich alles rund um das gesunde Obst dreht.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums, Heinrich Hacker, kündigte die neue Sonderausstellung „Gutes Wetter – Schlechtes Wetter“ an, ein Gemeinschaftsprojekt der Fladunger Einrichtung und ihren Partnern der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Freilichtmuseen. Die Ausstellung befasst sich mit den klimatischen Bedingungen in Bayern und den kulturhistorischen Aspekten des Umgangs mit dem Wetter und ist von Ostersonntag, 27. März, bis 10. Juli zu sehen.

Ganz im Zeichen von „Erleben“ steht das museumspädagogische Angebot, das mit einem vielfältigen Programm für alle Altersstufen aufwartet. Erst seit letztem Sommer für den Bereich Museumspädagogik zuständig, hat Natalie Ungar schon neue Projekte und Angebote angestoßen. Um das Museum auch jüngeren Besuchern schmackhaft zu machen, möchte man gezielt auf mobile Medien setzen. Erfolgreich hat man sich beworben für „mobil im museum“. Dies ist ein Projekt des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit weiteren Trägern.

Mit Schülern des Martin-Pollich-Gymnasiums wird ein Filmworkshop durchgeführt, in dem mit Kameras von Smartphones und Tablets Videoclips zum Thema „Heimat“ gedreht werden. Daraus möchte man ein Aktionsprogramm für Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe entwickeln, eine Zielgruppe, die bisher im Museum noch unterrepräsentiert sei, wie Ungar anmerkte.

Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter informierte über die aktuellen Bauprojekte. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und sein Verbandsratskollege, Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert, sind sich ganz sicher, dass die aus dem Jahr 1925 stammende Kegelbahn aus Ibind zu einer neuen Attraktion wird. Als zusätzliche Bereicherung für das Museumsdorf nannte Fechter das Backhäuschen aus Oberbernhards. Neben der Hofstelle Rügheim hat man so eine weitere funktionstüchtige, historische Backstätte, die für Backtage genutzt werden kann.

In die Museumsbahn wird heuer kräftig investiert. Nach dem Bericht von Museumsgeschäftsführer Karsten Eck fließen über 300.000 Euro in die Verkehrssicherheit der Strecke sowie den Austausch einer Weiche und in die Generalsanierung der historischen Dampflok „98 886“. Ab 1. Mai wird die Strecke Mellrichstadt-Fladungen wieder befahren, als Ersatzlok steht die kleinere „89 7373“ bereit. Was Eisenbahnfreunde noch interessieren dürfte: Im Museumsbahnhof ist künftig eine Ausstellung zur Geschichte der alten Bahnstrecke zu sehen, sie wird am 15. Mai eröffnet.

Bezirkstagspräsident Dotzel griff beim Pressetermin noch die Anbindung des kompletten Museums an das Fladunger Nahwärmenetz auf. Die Umstellung auf „grüne“ Energie sei zukunftsweisend, so der Tenor der Museumsverantwortlichen. Das Museum als größter Abnehmer der Genossenschaft hat den stattlichen Betrag von 340.000 Euro investiert.

Am Ostersonntag, 27. März, öffnet das Freilandmuseum erstmals seine Pforten in der neuen Saison. An beiden Osterfeiertagen warten Aktionen für Kinder, Drechselvorführungen und die neue Sonderausstellung „Gutes Wetter – Schlechtes Wetter“ auf die Besucher.

Das gesamte Jahresprogramm und Aktuelles über das Museum gibt es im Internet unter www.freilandmuseum-fladungen.de