BAD NEUSTADT

Mit Mistblecheimergitarre

Sie bieten nicht nur handgemachten Blues aus dem tiefsten Süden Hessens, sie können auch richtig comedianlike sein. Papa Legbas Blues Lounge war auf Einladung der Kulturwerkstatt zum zweiten Mal im Bildhäuser Hof zu Gast. Zu einem durchaus unterhaltsamen wie handwerklich klasse gemachten Blueskonzert.
Hatten ihren Spaß im Bildhäuser Hof. Die drei Musiker von Papa Legbas Blues Lounge. Foto: Stefan Kritzer

Drei Musiker, nein, nicht aus den Vereinigten Staaten, sondern aus dem eigentlich weniger für seinen Blues bekannten Darmstadt brachten jede Menge gute Laune mit in den Bildhäuser Hof. Papa Legbas Blues Lounge kommt daher, wo die Mäander des Rheins genauso viele Stechmücken produzieren wie der Mississippi, der eigentlichen Heimat des Blues. Beides miteinander zu verbinden, funktioniert nur mit einer Menge Humor und gehöriger Spielfreude. Die drei Musiker haben von beidem mehr als genug.

Thomas Heldmann, Reiner Lenz und Jürgen Queissner sind mit Gitarre („aus einem alten Mistblecheimer“), Mundharmonika und vor allem den eigenen Stimmen unterwegs auf den Spuren des Blues. Was sie auf ihrer Suche finden, machen sie auf ihre ganz eigene Weise spielbar und heben auch mal den ein oder anderen längst verschollen geglaubten Schatz.

Willi Dixons „My Babe“ zum Beispiel oder auch Leroy Carrs „Getting all wet“ erwachen so zu neuem Leben. Papa Legbas Blues Lounge sucht sich für die heimatlichen Gefilde in den früheren Sümpfen Südhessens nur das Beste aus den amerikanischen Vorbildern aus. Ganz ernst meinen die Drei das aber nicht, oder zumindest nicht immer. In „Fish for Supper“ zum Beispiel, oder wenn sie ganz in einstiger Ilse Werner-Manier das Publikum zum Mitpfeifen animieren. Papa Legbas Blues Lounge sorgt für richtig gute Bluesmusik und überzeugt dazu noch mit jeder Menge Witz und Charme zwischen den einzelnen Evergreens.