BAD NEUSTADT

Wie Martin Flechsig die Stadt sieht

Martin Flechsig, gebürtige Heidelberger, der in Reutlingen bei Stuttgart aufwuchs und seit neun Jahren ein „Neuschter“ ist, machte seine langjährige Leidenschaft, die Fotografie, zum Beruf und bereut es keine Minute, diese Entscheidung getroffen zu haben. „Die erste Kamera erhielt ich zur Konfirmation“ bemerkte der Architektur- und Kunstfotograf im Rahmen seiner Vernissage in der Künstlervilla am Donsenhaug. Dort sind einige seiner Bilder bis zum 25. Oktober zu bestaunen und bieten eine kleine Zeitreise durch seine bisherige Schaffenszeit.
Fotodesigner Martin Flechsig, der bis zum 25. Oktober in der Künstlervilla, einige seiner Werke präsentiert, zwischen zw... Foto: Andreas Sietz

Von 2000 bis 2002 machte der Fotokünstler eine Berufsausbildung zum Fotodesigner und legte den Schwerpunkt auf die Werbefotografie. Bis zum Jahr 2006 vertiefte er sein kreatives Handwerk, unter anderem bei Fotografen in München, bis es ihn als selbstständigen Auftragsfotograf in die Rhön zog. Einen besonderen Fokus legt er seitdem auf die Architektur- und Panoramafotografie. Aber auch so manches Experimentelle zieht ihn immer wieder in seinen Bann.

Kaum in Bad Neustadt angekommen, wurde er Mitglied im Kunstverein und zeigte sich nun erfreut, dass zu seiner mittlerweile vierten Präsentation im Künstlerdomizil viele den Weg zur gefunden hatten. Nach „Bad Neustadt im Panoramaformat“, „Parallel-Sicht-Weise“ und „Lichtspuren“ trägt die aktuelle Ausstellung den Titel „Bad Neustadt verändert sich“. Dabei werden vor allem Auftragsbilder die er für Firmen oder Dienstleistern fertigte, gezeigt. Aber auch der architektonische Wandel in der Kreisstadt, mit dem neuen Busbahnhof, dem Bau der neuen Stadthalle oder die Arbeiten an der neuen Brender Schule wurden durch die Linse festgehalten. Freie Arbeiten unter dem Deckmantel „Land-Art“ und „Street-Art“ bereichern den bunten Bilderbogen.

Der erste Vorsitzende des Kunstvereins , Csaba Horovitz, stellte fest, dass Martin Flechsig die lange Liebe zu seiner Kamera intensiv pflege und nur zu gerne „das Alte und die Gegenwart“ aus der Sichtweise eines Fotografen in den direkten Vergleich setze. Ein Stück Geschichte werde so nachhaltig mit Leben erfüllt. So passte auch der erste Titel von Rhön-Gymnasium-Kunstlehrer Matthias Eichele, der im Rahmen der Eröffnungsfeier die Tasten seines Pianos streichelte, der mit dem Beatle-Klassiker „Yesterday“ den perfekten Übergang zur Laudatio von Bildhauerin und Bio-Bäuerin Eva Maria Warmuth fand.

Diese durchstreifte den Wertegang von Martin Flechsig und stellte die analoge Fotografie und die digitale in den direkten Vergleich. Dabei stellte sie fest, dass beide Arten einen besonderen Reiz und kreative Möglichkeiten böten. Den Vorteil in der digitalen Welt sah sie vor allem in der Tatsache, dass Auftraggeber gleich einen ersten Blick auf das fotografische Kunstwerk werfen könnten. Einst blieb es bis zum Schluss spannend, wie das Ergebnis ausfällt. Der analoge Hintergrund helfe heute aber auch Martin Flechsig, um perfekte Bilder abliefern und Betrachter begeistern zu können.

Die wahre Fotografie steckt voller Leidenschaft und Liebe und so sollte die Vernissage auch mit einem besonderen musikalischen Liebesgruß durch Pianist Matthias Eichele enden.