WECHTERSWINKEL

Kunst macht im Kloster die Runde

Neben Einzelausstellungen sind es immer wieder Künstlergruppen, die gemeinsam die Räume im Kulturzentrum des Landkreises mit Kunstwerken zu füllen wissen. Mit der Gruppe „Die Runde“ kommt nun eine recht neue Gemeinschaft bildender Künstler aus Franken im Kloster Wechterswinkel zusammen.

Mit dabei in dieser „Rund-Schau 2015“ auch aktuelle Werke des Bildhauers Herbert Holzheimer aus Langenleiten. Zwei hölzerne Boote schippern quer durch den Saal im Kulturzentrum von Wechterswinkel. Das eine trägt den Namen „Lampedusa“, das andere die Bezeichnung „Santa Maria“. Welche politische Bedeutung sich hinter den vermeintlichen Pappschiffchen, die in dieser Version aus Holz gefertigt sind, verbirgt, ist leicht zu interpretieren.

Die Werke wie auch Euro-Scheine zum Trocknen auf der Leine oder ein Düsenflugzeug vom Typ Starfighter im Treppenhaus hat Gerhard Nerowski (Nürnberg) mit nach Wechterswinkel gebracht. Nerowski ist einer der neun Künstler der Gruppe „Die Runde“, die an der Sommerausstellung im Kloster beteiligt sind.

Vor zwei Jahren hat sich die Künstlergruppe für eine Ausstellung in der Galerie im Saal in Knetzgau gegründet, wie deren Organisator Egon A. Stumpf in seinen Eröffnungsworten bemerkte. Bewusst will die Gruppe keine selbst gesetzten Grenzen einhalten oder sich selbige auferlegen. So treffen Zeichnungen, Porträts und großformatige Bilder nackter Körper auf Installationen und Skulpturen, wie jene mit Feuer entfremdeten natürlichen Hölzer von Herbert Holzheimer. „Es ist die Essenz der Künstler, die wir hier in Wechterswinkel zeigen“, sagte Egon A. Stumpf und kontrastierte das gemeinsame künstlerische Schaffen in der Gruppe gegen das „Zeitalter der bedingungslosen Individualität“.

Mit dabei in Wechterswinkel sind neben Holzheimer und Nerowski die Künstler Helmut Droll, Ernst J. Herlet, Jürgen Hochmuth, Gerd Kanz, Barbara Schaper-Oeser, Werner Tögel und Gabi Weinkauf. Der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll lobte die neue Ausstellung, die Wechterswinkel nicht nur zum Kulturzentrum des Landkreises, sondern mit dieser Werkauswahl zum künstlerischen Zentrum ganz Unterfrankens mache. Gemeinsam mit Kulturmanagerin Dr. Astrid Hedrich-Scherpf von der Kulturagentur eröffnete Suckfüll die Ausstellung.

Klarinettist Matthias Ernst und Kontrabassist Peter Pfriem begeisterten zur Vernissage mit gefühlvollen jazzigen Improvisationen im Stile der Jazzlegende Django Reinhardt. Die Ausstellung „Rund-Schau 2015“ ist bis 13. September im Kloster Wechterswinkel zu sehen. Mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 19. Juli, gibt es um 16 Uhr ein Künstlergespräch in der Ausstellung. Am Donnerstag, 6. August, heißt es wieder Art after Work um 18.30 Uhr.


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