WILDFLECKEN

Da hilft nur noch Fahrtwind

Heiß war es. Sehr heiß. Tropische Temperaturen herrschten beim Rhön-Bike-King 2015. Doch die Stimmung war perfekt. „Wir wollen es ja nicht anders“, kommentierte Gerhard Witke lachend.
Eine Abkühlung gefällig: Alfons Keller nahm eine schnelle Dusche. Foto: Fotos (5): Marion Eckert

Nachdem das Konzept in diesem Jahr komplett überarbeitet, die Streckenführung beschildert und vorab im Internet bekannt worden war, konnte das gesteckte Ziel von 100 Teilnehmern letztlich sogar mit 104 Teilnehmern getopt werden.

Der Rhön-Bike-King ist das Mountainbike-Event der Kreuzbergallianz, Ausrichter war in diesem Jahr der SV Wildflecken. Doch wie schon in den Vorjahren war es eine Gemeinschaftsaktion aller Kreuzbergallianz-Gemeinden (Bischofsheim, Oberelsbach, Schönau, Sandberg und Wildflecken). Den Titel Rhön-Bike-King und Rhön-Bike-Queen haben in diesem Jahr Jens Schuhmann aus Wildflecken und Eva Walter aus Bischofsheim geholt. Herzlich gratulierten ihnen Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz und Wolfgang Illek, der nicht nur stellvertretender Bürgermeister von Wildflecken ist, sondern auch Hauptorganisator des Rhön-Bike-King 2015.

„Unser Ziel haben wir erreicht. Ich bin sehr zufrieden. Das neue Konzept geht auf. Freut mich, dass es so ist. Die Arbeit im Vorfeld hat sich gelohnt“, kommentierte Illek. Nachdem der Rhön-Bike-King in den ersten Jahren die erhofften Teilnehmerzahlen nicht brachte, war klar, dass eine Konzeptüberarbeitung notwendig war. Illek: „Ich wollte den Rhön-Bike-King in Wildflecken ausrichten, aber mit neuen Ideen und neuer Herangehensweise. Ziel des Rhön-Bike-King ist es, die Mountainbiker der Region aber auch Gäste zu erreichen, auch das ist erreicht worden.“

Dass der Rhön-Bike-King eine Gemeinschaftsaktion der Allianzgemeinden war, zeigte sich nicht nur bei der Planung und Organisation im Vorfeld, sondern auch an den drei Verpflegungsstellen. Die Sandberger unter Federführung des dritten Bürgermeisters Claus Kleinhenz betreuten die Station in der Nähe von Stangenroth. „Es läuft super“, freute sich Kleinhenz über den Erfolg der Veranstaltung.

Aktiv dabei waren die Jungs vom SCK Oberwildflecken, die den Kreuzberg „besetzen“ und den Fahrern nicht nur frische Getränke und Obst, sondern auch gleich eine frische Dusche anboten. „Das ist verrückt, wie ehrgeizig die Fahrer sind. Das ist wirklich verrückt. Sie haben keine Zeit, um etwas zu sich zunehmen. Das macht voll Spaß hier“, kommentierte Adrian Koczot, während schon wieder eine leere Trinkflasche aufgefüllt werden musste.

Die dritte Verpflegungsstation wurde von Bettina und Stefan Back sowie Michael Geck vom WSV Oberweißenbrunn oberhalb von Bischofsheim betreut. Die Fahrer auf dem letzten Anstieg zum Himmeldunkberg zu motivieren, das war Aufgabe von Bettina Back. Herzlich begrüßte sie jeden Fahrer, hielt geschnittene Äpfel parat. „Eine tolle Veranstaltung, wir freuen uns, dabei zu sein“, sprach Geck für den WSV.

Und was sagten die Teilnehmer? „Brutal, bei der Hitze“, war der erste Satz, den Martin Voigt (Wildflecken) über die Lippen brachte, als er am Kreuzberg ankam. Alfons Keller (Werneck) schüttete sich erst einmal kühles Wasser über den Radhelm. Das hatte auch Jean Bäßler nötig, verständlicherweise, war er doch am Morgen von Bad Kissingen aus nach Wildflecken gefahren, nahm am Rhön-Bike-King teil und fuhr anschließend noch per Rad zurück. „Das ist grenzwertig“, kommentierte er und genoss die kalte Dusche.

Jürgen Simon (Bischofsheim) hatte sogar einen Waschlappen mit dabei. „Der Schweiß brennt in den Augen, das ist richtig unangenehm.“ Er war zusammen mit Ewald Simon, dem Vorsitzenden des WSV Oberweißenbrunn, unterwegs. Die „Simon-Bande“ nannten sich sich.

Auch wenn die Hitze „brutal“ und „extrem“ war, Ausfälle gab es unter den Teilnehmern kaum und wenn jemand Hilfe brauchte, war die Bergwacht Oberbach gleich zur Stelle.

Neu in diesem Jahr war die Zulassung von E-Bikes, wenn auch ohne Wertung. Das nutzten nicht nur die beiden WSV-Senioren Gustav Schrenk und Florian Schneider, sondern auch das Ehepaar Witke aus Wildflecken. Während Gerhard Witke auf seinem Mountainbike schwitzte, war seine Frau Sonja mit einem E-Bike unterwegs – schwitze aber nicht weniger. Auch wenn sie damit außer der Wertung fuhr, war es für das Ehepaar doch eine tolle Bereicherung.

Es war eine 76 Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Von Wildflecken ging es über den Feuerberg nach Stangenroth hinunter, von dort über Sandberg und den Guckaspass hinauf zum Kreuzberg. Die nächste Abfahrt führte nach Schönau und nach Bischofsheim, von dort war als letzter Anstieg der Himmeldunkberg zu erklimmen, bevor es über Oberweißenbrunn nach Wildflecken ging. Wer sich die Strecke über Schönau und Bischofsheim sparen wollte, der konnte auch die kleine Strecke nehmen und direkt vom Kreuzberg zurück nach Wildflecken fahren. Die Hälfte der Teilnehmer entschied sich, die große Strecke zu fahren.

Begeistert waren die Teilnehmer von der Streckenführung, die durch die landschaftlich schönsten Gebiete der bayerischen Rhön ging. Rhön-Bike-King Jens Schuhmann hierzu: „Ich freue mich, dass es bei uns in der Region so eine Veranstaltung gibt. Die Strecke war sehr anspruchsvoll und schwer, aber auch sehr schön und interessant zu fahren. Ich kenne die Wege schon vom Training, doch für Auswärtige muss das richtig toll sein.“

Die Sieger des Rhön-Bike-King 2015

Die Sieger des Rhön-Bike-King 2015 im Einzelnen:

Volle Strecke, Team männlich Erwachsene: 1. Nico Wernicke und Gabriel Imling Gabriel, Zeit 03:21:00; 2. Sven Perleth und Tino Haßmüller, 03:27:00; 3. Thomas Schrenk und Reiner Menz Reiner, 03:46:30.

Team männlich mixed Erwachsene: 1. Darius Krzyzowski und Alicia Krzyzowski, 05:42:00.

Einzel männlich Erwachsene: 1. Jens Schuhmann, 03:09:00; 2. Horst Elting, 03:13:30; 3. Sören Seidel, 03:19:00.

Einzel weiblich Erwachsene: 1. Eva Walter, 04:35:00; 2. Caroline Pasedach, 04:49:15; 3. Tanja Federlein, 06:26:30.

Halbe Strecke, Team männlich Erwachsene: 1. Jürgen Lang und Gerhard Künzel, 03:43:00: 2. Peter Weiß und Lorenz Ollmann, 03:47:00; 3. Jürgen Metz und Erik Metz, 04:00:00.

Team männlich, Jugendliche: 1. Grünthal und Zehner, 4:50:00; 2. Andreas Schubert und Jakob Schubert, 05:09:00.

Team männlich mixed Erwachsene: 1. Theresa Metz und Kurt Metz, 04:48:00.

Team männlich mixed Jugendliche: 1. Anja Scheller und Marco Scheller, 03:55:30; 2. Franziska Hellmuth und Moritz Enders, 04:18:30; 3. Diana Schlereth und Dominik Schneider, 05:09:30.

Einzel männlich, Erwachsene: 1. Dominik Endres, 02:15:00; 2. Ewald Simon, 02:28:30; 3. Alfons Keller, 02:35:28.

Einzel männlich, Jugendliche: 1. Lukas Faber, 02:51:00.

Einzel weiblich, Jugendliche: 1. Jule Weisenseel, 03:21:30; 2. Selin Weisenseel, 04:06:30.

Einzel weiblich, Erwachsene: 1. Elke Metz, 04:48:00.

Gut gelaunt absolvierten Gerhard und Sonja Witke den Rhön-Bike-King 2015. Foto: Veranstalter
Die diesjährige Rhön-Bike-Queen Eva Walter auf dem Weg zur Verpflegungsstation am Kreuzberg. Foto: Veranstalter
Hier begeben sich die Sieger der Teamwertung Darius und Alicia Krzyzowski aus Wildflecken auf die Strecke. Foto: Eckert
Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz (links) und Wolfgang Illek (rechts), gratulierten den Siegern des Rhön-Bike-King, die trotz tropischer Temperaturen mit dabei waren. Weiter von links: Rhön-Bike-King Jens Schuhmann, Rhön-Bike-Queen Eva Walter, die Sieger der Teamwertung Darius und Alicia Krzyzowski, Caroline Pasedach (2. Platz Damenwertung) und Thomas Schrenk (3. Platz Teamwertung, es fehlt Teampartner Rainer Menz). Foto: Eckert