BAD NEUSTADT

Berufliche Orientierungsmaßnahmen

Geschlossen und ohne jegliche Diskussion stimmte das Stadtratsgremium auch dem Zuschussantrag des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft Schweinfurt am Standort Bad Neustadt zu.

Unter dem Dach des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft e. V. (BBW) hat sich ein Netzwerk von 23 Bildungsunternehmen, Sozial- und Personaldienstleistern entwickelt, um dem Bedarf der Wirtschaft nach individuellen branchenspezifischen Lösungen im Sinne einer aktiven Arbeitsmarktpolitik gerecht zu werden.

Dabei zähle als Plus des BBW seine Dezentralität und flächendeckende Präsenz, wie Kämmerer Klaus Ullrich eingehend erläuterte. Das Dienstleistungsportfolio in den Bereichen Bildung, Beratung, Personal und Soziales sei dabei praxisnah und konsequent bedarfsorientiert ausgerichtet.

Es speise sich dabei aus den Synergieeffekten zwischen den einzelnen Gesellschaften der Unternehmensgruppe und aus der jahrelangen engen und intensiven Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen der Wirtschaft. Die BBW gGmbH hat sich zum Ziel gesetzt, die Anforderungen an die Weiterbildung in Fragen der Elektromobilität mit entsprechenden Angeboten zu erfüllen.

Zu den Zielsetzungen zählt die Entwicklung von innovativen Fort- und Weiterbildungskonzepten mit dem Schwerpunkt Elektromobilität (Produktentwicklung) unter Einbezug regionaler Partner und vorhandener Ressourcen in Abgrenzung zu schulischen Ausbildungen und Lehrerfortbildungen, die von der Jakob-Preh-Berufsschule wahrgenommen werden.

Entsprechende Öffentlichkeitsarbeit soll die Bürger sensibilisieren für das Thema Elektromobilität, beispielsweise mit Informationsaktionen für kommunale Mandatsträger, Beteiligung an der Fahrzeugshow sowie mit Workshops in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen.

Berufliche Orientierungsmaßnahmen sollen mit Hilfe des Themas Elektromobilität junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik interessieren und in ihrer Berufswahlentscheidung unterstützen (beispielsweise durch geeignete Schulbaukästen). Weiter sollen innovative Zertifizierungslehrgänge unter Einbeziehung von Wirtschaft, Forschung und beruflicher Bildung entwickelt, konzipiert und durchgeführt werden.

Es werden Marketing- und Vertriebsstrategien entwickelt. Zielgruppenspezifische Lern- und Informationsarchitekturen wie didaktische Konzepte, Akzeptanz-Konzepte, technologische Konzepte und Tools sollen entwickelt und integriert werden. Dazu wird ein Projektbüro in Bad Neustadt eingerichtet, das mit einem Projektleiter und einer Sachbearbeitung besetzt wird. Im zweiten Projektjahr soll das Team durch einen Seminarleiter für die Kursbetreuung ergänzt werden.

Die Kosten des Gesamtprojektes bezifferte Ullrich mit 393.792 Euro, wobei ein Großteil, nämlich 243.792 Euro an staatlicher Förderung in Aussicht stehen. Weitere jeweils 50.000 Euro stellen das vorgenannte BBW sowie die Verbände der Metall- und Elektroindustrie BayME zur Verfügung. Mit jeweils 25.000 Euro sollen sich der Landkreis Rhön-Grabfeld und die Kreisstadt Bad Neustadt beteiligen.

Geschlossen votierte das Gremium für diesen Zuschussantrag, um die Bildungsaktivitäten am Standort Bad Neustadt in Ergänzung und Abstimmung der regionalen Schulinfrastruktur leisten zu können. Das Lehrangebot per E-Learning soll schon im Januar kommenden Jahres starten.

Regelmäßig beantragt die Volkshochschule Bad Neustadt und Rhön-Saale zum Ende eines Jahres bei der Stadt einen Zuschuss für das neue Haushaltsjahr. So auch heuer, wie Kämmerer Klaus Ullrich bei der letzten Sitzung des Jahres erläuterte.

Nach dem Plan der Volkshochschule rechnet diese mit Ausgaben in Höhe von 316.000 Euro. Diese schlüsseln sich wie folgt auf: Honorare für Kursleiter (140.000 Euro), Honorare/Gagen für Vorträge/Kleinkunst (7.000 Euro), Fahrtkosten/Spesen für Referenten und Kursleiter (9.000 Euro), Sachkosten für Lehrbetrieb (4.000 Euro), Programmdruck und Internet-Auftritt (27.000 Euro), Sachkosten für Verwaltung (13.000 Euro), Aufwandsentschädigungen (8.000 Euro), Miet- und Bewirtschaftungskosten für Räume (108.000 Euro).

Mit 108.000 Euro beantragt die Volkshochschule nun einen Deckungsbeitrag bei der Stadt von knapp einem Drittel der Kosten. „Wir sollten dies genehmigen“, schlug Bürgermeister Bruno Altrichter dem Gremium vor. Schließlich handele es sich bei der Arbeit der Volkshochschule um hoch qualifizierte Erwachsenenbildung der Bürger. Das Gremium schloss sich seiner Empfehlung ohne weitere Diskussion geschlossen an.

Weiter stellte Kämmerer Klaus Ullrich Haushaltssatzung und Haushaltsplan der Vill’schen Altenstiftung Bad Neustadt für das kommende Jahr 2014 vor. Dieser schließt jeweils in den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit 138.380 Euro ab und im Vermögenshaushalt mit 127.030 Euro.

Die Einnahmen aus dem Stiftungsvermögen können, so Ullrich, unter der Voraussetzung, dass der Betrieb des Heimes durch die Stiftungs-Alten- und Pflegeheim gGmbH weiterhin kostendeckend geführt werden kann, zur Aufstockung der Allgemeinen Rücklagen verwendet werden. Es sind jährlich jeweils 10.800 Euro an Zuführungen geplant.